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ÖRK-Generalsekretär an den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund gerichtet: „Die Ökumene ist wichtiger denn je“

ÖRK-Generalsekretär an den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund gerichtet: „Die Ökumene ist wichtiger denn je“

Bild: Valter Hugo Muniz/ÖRK

06. November 2019

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 07. November 2019

Vom 4.-5. November besuchte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, in Bern die Delegierten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Im Mittelpunkt stand die Rolle des ÖRK bei der zukünftigen Prägung der ökumenischen Bewegung.

Tveit sprach auf der Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und erörterte die Frage: „Wo steht die ökumenische Bewegung heute und wo soll sie der ÖRK hinführen?“

Die Ökumene stehe heute eigentlich nicht – vielmehr bewege sie sich, bemerkte Tveit. „Ich beobachte, dass immer mehr Kirchen und Menschen die Einladung der 10. Vollversammlung des ÖRK von 2013 in Busan annehmen, an einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens teilzunehmen und sich für transformatives Handeln zu engagieren“, sagte er. „Die Bewegung ist im Grunde eine belebende Erneuerungsbewegung der Kirchen für das Reich Gottes. Meines Erachtens ist sie wichtiger denn je.“

Die Ökumene sei eigentlich eine dynamische, der Trägheit entgegenlaufende, erneuernde Kraft der christlichen Liebe, fuhr Tveit weiter. „Als Jüngerinnen und Jünger Jesu drängt sie uns immer und überall, uns mitfühlend zu öffnen und in den Dienst anderer zu stellen“, sagte Tveit. „Auf der anderen Seite können wir das ökumenische Christentum auch als eine authentische Alternative betrachten, als ein Zeugnis, das im Gegensatz steht zu konsumgeprägtem Christentum, zu bloß therapeutischem Christentum, zum Wohlstandsevangelium, zu fremdenfeindlichem oder rassistischem Christentum und zu nationalistischen Formen des Christentums.“

In anderen Worten ausgedrückt, so Tveit, sei die Ökumene der ständige, selbstkritische erneuernde Impuls des christlichen Engagements. „Sie verlangt von uns, die engen Grenzen und Engstirnigkeit unseres Eigennutzes, Fragen nach Rasse oder Klasse, oder gar Konfessionen oder Glauben, zu überwinden, befähigt uns aber auch dazu“, meinte er. „Ich glaube, dass überall dort, wo christliche Pilgerinnen und Pilger, seien es Einzelpersonen oder Glaubensgemeinschaften, gewillt sind, diese Grenzen und Trennungen unserer Welt im Namen des authentischen Evangeliums herauszufordern, lebt und gedeiht die Ökumene.“

Die Ökumene leite uns auch dazu, uns für eine kreative Zusammenarbeit zu entscheiden, anstatt stur auf Traditionen zu beharren, schloss Tveit. „Deshalb hat die Ökumene in der heute gefährdeten Welt viel zu bieten: eine tiefgründige, tatkräftige Liebe mit einem kritischen Bewusstsein und voller Verantwortlichkeit und die Gestaltung einer kreativen Zusammenarbeit, die die Welt so dringend benötigt.“

In einer Predigt machte sich Tveit Gedanken darüber, was die Welt mit Gott verbindet und wie stark wir in der Welt Versöhnung benötigen. „Die Welt braucht ein Ende der Herrschaft der Sünde“, sagte er. „Wir brauchen Versöhnung mit Gott, miteinander, mit der Schöpfung, mit uns selbst.“

 

Link zur Botschaft des Generalsekretärs zum Thema „Wo steht die ökumenische Bewegung heute und wo soll sie der ÖRK hinführen?“ (auf Englisch)

Link zur Predigt des Generalsekretärs auf Deutsch

Link zur Predigt des Generalsekretärs auf Englisch