Ökumenisches Wassernetzwerk

Das ÖWN ist ein Netzwerk christlicher Kirchen und Organisationen, das sich weltweit für den Zugang der Menschen zu sauberem Wasser einsetzt.

Ökumenisches Wassernetzwerk

Das in Genf ansässige Ökumenische Wassernetzwerk ist eine Initiative des Ökumenischen Rats der Kirchen. Es setzt sich aus Kirchen und kirchennahen Organisationen zusammen, die sich für den Schutz, die verantwortungsvolle Bewirtschaftung und die gerechte Verteilung von Wasser für alle einsetzen, ausgehend von dem Verständnis, dass Wasser eine Gabe Gottes, ein öffentliches Gut und ein grundsätzliches Menschenrecht ist.

Wir glauben, dass Wasser zum Nutzen aller Menschen und der gesamten Schöpfung geschützt und gemeinsam genutzt werden soll. Darum erheben wir unsere Stimme und handeln, wenn das lebensspendende Wasser durchgängig und systematisch bedroht ist.

Wir setzen uns für den Schutz, die verantwortungsvolle Bewirtschaftung und die gerechte Verteilung von Wasser für alle ein.

Das Ökumenische Wassernetzwerk erleichtert den Austausch von Informationen, bietet Kirchen, Organisationen und Einzelpersonen Material über die globale Wasserkrise sowie Lösungen an und fördert und koordiniert die internationale Fürsprache für das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung.

Das ÖRK-ÖWN ist ein führender Akteur im Glauben, der einen Beitrag zur Erreichung des Ziels für nachhaltige Entwicklung SDG 6 leistet: „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten“.

Das Ökumenische Wassernetzwerk vergibt keine Fördermittel und subventioniert keine Projekte, aber wir prüfen gerne, wie wir bei der Bewältigung der Wasserkrise zusammenarbeiten können.

 

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Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2021 (Nord Amerika)

Das Ökumenische Wassernetzwerk des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) lädt Sie dazu ein, die Fastenzeit dazu zu nutzen, über das Wasser als Geschenk Gottes nachzudenken. Seit 2008 bietet der ÖRK für die sieben Fastenwochen und den Weltwassertag am 22. März (der immer in die Fastenzeit fällt) wöchentlich theologische Reflexionen und andere Materialien zum Thema Wasser an.

In der christlichen Tradition ist die Fastenzeit eine Zeit, in der wir uns darauf vorbereiten, den Tod und die Auferstehung Christi zu feiern. Viele Menschen fasten in dieser Zeit, üben Mäßigung in ihrem Leben oder verzichten auf bestimmte Dinge, um sich auf die eigene Buße zu konzentrieren und sich Gott zuzuwenden. Während Wasser in der christlichen Tradition als Geschenk Gottes eine starke spirituelle Bedeutung hat, ist diese lebenswichtige Ressource durch menschlichen Missbrauch und Verschmutzung auf der ganzen Welt bedroht, und Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.

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standing rock march

Kirchenstimmen haben sich dem Chor angeschlossen, der die Respektierung der Rechte indigener Völker und ökologische Gerechtigkeit im Zusammenhang mit Standing Rock fordert, einem Ort in North Dakota, USA, der im Zentrum des Kampfes gegen den geplanten Verlauf der Dakota Access Pipeline (DAPL) steht. Foto: Steven D. Martin/NCCCUSA/WCC

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2021 wird der regionale Fokus des Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens des ÖWN auf der Region Nordamerika liegen. So führen uns die Sieben Wochen im Zeichen des Wassers auf einen Pilgerweg zu Wassergerechtigkeit in Nordamerika. Wir werden Orte entdecken, die weltweit Bekanntheit erlangten: Flint, Michigan, repräsentativ für viele amerikanische Städte, in denen das Trinkwasser mit Blei verseucht ist; Standing Rock, wo sich die Dakota Sioux erfolgreich gegen die Zerstörung von heiligen Quellen durch die Keystone Pipeline gewehrt haben, und die Navajo Nation im Südwesten, wo die COVID-Pandemie aufgrund des mangelnden Wassers zum Händewaschen einen hohen Tribut gefordert hat. Wir werden auch weniger bekannte Orte kennenlernen, an denen wir der Wassergerechtigkeit nachgehen: Von den grünen Tälern Kaliforniens bis zu den Lachsströmen im pazifischen Nordwesten. Unsere Reiseleiter_innen sind Theolog_innen sowie Wasseraktivist_innen aus verschiedenen spirituellen und Glaubenstraditionen.

In den Reflexionen lässt sich erkennen, dass Nordamerika mit unterschiedlichen Wasserproblemen konfrontiert ist:

  • Sauberes Wasser zum Händewaschen, um uns vor Covid-19 und anderen Krankheiten zu schützen;
  • Der Kampf gegen das bleiverseuchte Trinkwasser in Flint und anderen amerikanischen Städten;
  • Sicherstellen, dass Lachs und andere Süßwasserfische Wasser zum Leben und Gedeihen haben;
  • Grundwasser vor Kontaminierungen durch die Landwirtschaft sowie Öl- und Gas-Fracking zu schützen;
  • Die Erschöpfung des Grundwassers verhindern, damit der Grundwasservorrat für zukünftige Generationen nicht gefährdet wird;
  • Kampf gegen die Zerstörung heiliger Gewässer für den Transport von fossilen Brennstoffen, die im Boden bleiben sollten, während es im Westen zu immer häufigeren und schwereren Dürren aufgrund der Treibhausgasemissionen kommt;
  • Dämme entfernen, die unnötig Flüsse und die von den Flüssen abhängige Lebewesen zerstören und höchstens sehr wenig zur lokalen Wirtschaft beitragen; sowie
  • die Kommerzialisierung von Wasser anprangern, die dazu führt, dass mittlerweile an der Wall Street Wasser-Futures gehandelt werden, was den ultimativen Missbrauch von Gottes Geschenk an das Leben darstellt.    

Obwohl Nordamerika im Allgemeinen genug Wasserressourcen zur Verfügung hat, ähneln die Wasserprobleme Nordamerikas den Problemen von Menschen überall auf der Welt. Die Reflexionen in dieser Reihe, in denen die großen Wasserprobleme dieser Region angesprochen werden, spiegeln die Kämpfe der Menschen in allen Regionen der Welt und zeigen die wirklich globalen Dimensionen des Pilgerwegs für Wassergerechtigkeit.

Während der Fastenzeit 2021 führen die Kirchen in Nordamerika viele Aktivitäten zu den Sieben Wochen im Zeichen des Wassers durch. Aufgrund der beispiellosen COVID-19-Pandemie werden während der gesamten Fastenzeit eine Reihe von virtuellen Veranstaltungen stattfinden.

Wie in vorangegangenen Jahren hat der Ökumenische Rat der Kirchen auch dieses Mal biblisch-theologische Reflexionen und Materialien zur Wasserkrise in Nordamerika in Auftrag gegeben, die online veröffentlicht werden. Wir fordern unsere Mitgliedskirchen überall auf der Welt dazu auf, diese Materialien in der Fastenzeit zu nutzen. Auf der Website des Ökumenischen Wassernetzwerkes des Ökumenischen Rats der Kirchen werden auch Interviews mit nordamerikanischen Wasseraktivist_innen geschaltet, unter ihnen die Autor_innen der Fastenreflexionen. 

Gemeinsam mit dem Organisationskomitee des Pilgerwegs für Gerechtigkeit und Frieden und der internationalen Referenzgruppe des Ökumenischen Wassernetzwerkes werden in der Fastenzeit auch mehrere Webinare zu den obengenannten Themen angeboten, um noch tiefer in die Wasserproblematik in der Region Nordamerika einzutauchen. 

Hier sind die Themen der Reflexionen, die Veröffentlichungsdaten sowie die Autor_innen:  

Woche

Veröffentlichung

Thema & Fokus

Autor_innen

  1.  

17. Februar 2021

Der regenbogenfarbige Pilgerweg zu Wassergerechtigkeit in Nordamerika
(In dieser Reflexion, die sich auf mehrere Fälle von grossen Wasserverschmutzungen in verschiedenen Städten der USA stützt, kommt die Autorin zum Schluss, dass der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser in den USA das Ergebnis von systembedingtem Rassismus ist.)

Michele Roberts, Environmental Justice Health Alliance (EJHA)

 

  1.  

22. Februar 2021

Wasser für Leben: Für das indigene Volk der Navajo Nation nicht garantiert
(In dieser Reflexion hebt die Autorin aufgrund ihres Gesprächs mit Bitahnii Wayne Wilson die Herausforderungen von Bergbau und Fracking in Navajo Nation hervor. Sie stellt nicht nur diese nicht nachhaltigen Praktiken in Frage, sondern bietet auch angepasste Lösungen für indigene Gemeinschaften in Zeiten von COVID-19.)

Annika Harley, Creation Justice Ministries

  1.  

1. März 2021

Wasser für die Schöpfung: Wasser für die heiligen C’iyaal, C’waam & Koptu schützen
(In dieser Reflexion lässt sich der Autor von der Rückkehr der Israeliten aus dem babylonischen Exil inspirieren, wie sie von Hesekiel verheißen wurde, und hofft und betet für die Rückkehr des Klamath-Stammes und anderer indigener Völker im pazifischen Nordwesten zu ihren Flüssen, Quellen und Fischen, insbesondere die C’iyaal, C’waam & Koptu.)

Jesse Cruz Richards,Willamette River Network

  1.  

8. März 2021

Wasser und Gender: Frauen kämpfen für sauberes Trinkwasser in ihren Gemeinschaften (In dieser Reflexion spricht die Autorin über das Problem des bleiverseuchten Wassers in Flint und darüber, wie die Initiative Black Millenials 4 Flint für Wassergerechtigkeit für die Opfer kämpft, die hauptsächlich Schwarze und Latinos sind.)

Krystina White, Black Millennials 4 Flint

  1.  

15. März 2021

Waser an der Wall Street: Der ultimative Missbrauch von Gottes Geschenk
(In dieser Reflexion sprechen die Autorinnen darüber, wie Wasser zum ersten Mal in der Geschichte als handelbare Ware an die Börse kam und vergleichen es mit dem Wasser, das von Gott als kostenloses Geschenk versprochen wurde (Jesaja 55:1). Ausserdem vergleichen sie den spirituellen mit dem wirtschaftlichen Wert von Wasser und denken über das Thema des Weltwassertages 2021 nach.)

Susan Lea Smith (United Church of Christ) & Dinesh Suna (World Council of Churches)

  1.  

22. März 2021

Heiliges Wasser: Die Wasserschützer von ‘Turtle Island’
(In dieser Reflexion spricht der Autor über die Indigene Perspektive zu Wasser, mit Referenz zu Standing Rock Sioux und die Keystone XL Pipeline; ev. Bemerkung zur Kampagne von IEM’s Dallas Goldtooth und andere, um fossile Brennstoffe im Boden zu lassen.)

Erzbischof Mark Macdonald, Anglican Church of Canada

  1.  

29. März 2021

Durch die Heilung des Wassers werden die Wunden der Erde und der Menschen geheilt
(In der Reflexion für die Karwoche nimmt der Autor eine kleine Stadt in den USA als Beispiel, um zu zeigen, wie lokale Gemeinschaften kleine Initiativen starten können, um verseuchtes oder «totes» Grundwasser «auferstehen» zu lassen, und es in lebenspendendes Wasser verwandeln können. Er schließt mit den positiven Worten: «Wenn uns die Karwoche etwas lehren kann, dann dass der Tod nicht endgültig ist»).

Andrew Schwartz, Center for Earth Ethics (Lutherisch)

Wenn Sie an weiteren Informationen über das Ökumenische Wassernetzwerk interessiert sind, setzen Sie sich bitte mit: 

 

Dinesh Suna, Koordinator des Ökumenischen Wassernetzwerks , Dinesh.Suna@wcc-coe.org in Verbindung.  

 

Besuchsadresse:
Ökumenisches Wassernetzwerk 

Ökumenischer Rat der Kirchen

Ökumenisches Zentrum
1 Route des Morillons
1218 Le Grand-Saconnex
Schweiz

Postanschrift: 
Koordinator

Ökumenisches Wassernetzwerk

Ökumenischer Rat der Kirchen
150 Route de Ferney
CP 2100
1211 Geneva 2
Schweiz

 

Treten Sie der Blue-Community-Bewegung bei

Am 25. Oktober 2016 wurde der ÖRK zu einer Blue Community. Das Konzept der Blue Community beruht auf den folgenden drei Kriterien:

·      Anerkennung von Wasser als Menschenrecht.

·      Kein Wasser in Plastikflaschen kaufen/verwenden, wenn das Leitungswasser sicher trinkbar ist, bzw. nach nachhaltigen Alternativen suchen.

·      Keine Privatisierung von Wasser: sich für die Wasserversorgung aus öffentlicher Hand einsetzen.