Häufig gestellte Fragen

Was ist der Ökumenische Rat der Kirchen? Was tut der ÖRK? Seit wann gibt es den ÖRK? Was will der ÖRK bewirken? ...

Was ist der Ökumenische Rat der Kirchen?

Der Ökumenische Rat der Kirchen ist eine weltweite Gemeinschaft von Kirchen, die nach der Einheit von Christinnen und Christen, einem gemeinsamen Zeugnis und dem gemeinsamen Dienst an allen Menschen strebt. Als globaler Ausdruck der modernen ökumenischen Bewegung bekennen alle ÖRK-Mitgliedskirchen „den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland“ und trachten darum danach, gemeinsam zu erfüllen, wozu sie berufen sind, „damit die Welt glaube“ (Joh 17,21).  Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Über uns.

Was macht der ÖRK?

Die Kirchen in der Gemeinschaft des ÖRK streben nach der Verwirklichung der ökumenischen Vision von einer sichtbaren Einheit im einen Glauben und der einen eucharistischen Gemeinschaft. Sie wollen ihre historischen Differenzen und Unterschiede durch Dialog und theologische Reflexion bearbeiten. Sie setzen sich für ein gemeinsames Zeugnis in der Missions- und Evangelisationsarbeit ein und sie engagieren sich im christlichen Dienst, indem sie menschliche Not lindern, Schranken zwischen Menschen niederreißen, Gerechtigkeit und Frieden fördern und die Schöpfung bewahren.  Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Was wir tun.

Was will der ÖRK bewirken?

Der ÖRK ist eine weltweite Gemeinschaft von Kirchen, deren Beziehungen untereinander und deren gemeinsamen Aktivitäten zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Ausdruck ihres gemeinsamen Glaubens an Jesus Christus und ihrer gemeinsamen Berufung sind. Durch dieses gemeinsame Erleben des Glaubens ermuntert der ÖRK die Gemeinschaft von Kirchen zu Einheit in Christus, einer gemeinsamen Stimme für Gerechtigkeit und Frieden und dem Dienst an anderen als Ausdruck und Umsetzung der Liebe Christi. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Über uns.

Seit wann gibt es den ÖRK?

Die Wurzeln des ÖRK reichen zwar zurück bis in das Jahr 1910 und noch weiter, offiziell gegründet aber wurde der Ökumenische Rat der Kirchen aber 1948 auf seiner Ersten Vollversammlung in Amsterdam, Niederlande. Die 147 Gründungskirchen, die vorwiegend aus Europa und Nordamerika stammten, verpflichteten sich auf dieser Vollversammlung, eine Gemeinschaft sein zu wollen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Geschichte des ÖRK

Wie viele Mitgliedskirchen hat der ÖRK heute?

Aktuell hat der ÖRK 350 Mitgliedskirchen. Zusammen vertreten diese mehr als 550 Millionen Menschen in 120 Ländern in Afrika, Asien, Europa, der Karibik, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Nordamerika und dem Pazifik. Unter den Mitgliedskirchen des ÖRK sind die meisten orthodoxen Kirchen der Welt, zahlreiche anglikanische, baptistische, lutherische, methodistische und reformierte sowie viele charismatische, unabhängige, vereinigte und sich vereinigende Kirchen weltweit.  Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Mitgliedskirchen.

Ist die Römisch-katholische Kirche Mitglied?

Nein. Die Verfassung des ÖRK schließt eine Aufnahme der Römisch-katholischen Kirche (RKK) zwar keineswegs aus, aber sie hat nie einen Aufnahmeantrag gestellt. Einer der Gründe dafür ist das Selbstverständnis der RKK. Allerdings unterhält der ÖRK enge Beziehungen zur Römisch-katholischen Kirche, was zuletzt durch den Besuch von Papst Franziskus beim ÖRK 2018 unterstrichen wurde, der die ökumenischen Bemühungen bekräftigte. Seit 1965 tagt jedes Jahr eine gemeinsame Arbeitsgruppe des ÖRK und der RKK. Zudem gehören den ÖRK-Kommissionen für Glauben und Kirchenverfassung sowie für Weltmission und Evangelisation Vertreterinnen und Vertreter der Römisch-katholische Kirche als stimmberechtigte Vollmitglieder an. Ferner stellt der Vatikan die finanziellen Mittel für ein römisch-katholisches Mitglied im Lehrkörper des Ökumenischen Instituts in Bossey zur Verfügung. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Die römisch-katholische Kirche.

Auch unterhält der ÖRK enge Verbindungen und eine Arbeitsbeziehung zu evangelikalen Kirchen und Pfingstkirchen, die historisch betrachtet in der ÖRK-Gemeinschaft nicht sehr stark vertreten waren.

Warum verwendet der ÖRK ein Boot als sein Logo?

Das ÖRK-Logo stellt die Kirche als Schiff auf den Wogen der Welt dar, dessen Mast ein Kreuz ist, das Symbol für den christlichen Glauben schlechthin. Dieses Symbol für die ökumenische Bewegung wurde schon verwendet bevor der ÖRK 1948 gegründet wurde. Wahrscheinlich sollte das Boot der Ökumene an die biblischen Geschichten vom Fischzug des Petrus und der Stillung des Sturms auf dem See Genezareth erinnern. Weitere Informationen zum Logo und dessen Verwendungsmöglichkeiten finden Sie unter Das Logo des ÖRK.

Wie funktionieren die ÖRK-Leitungsgremien?

Das höchste Entscheidungsgremium ist die Vollversammlung, die etwa einmal alle acht Jahre zusammentritt. Die 10. ÖRK-Vollversammlung fand 2013 in Busan (Republik Korea) statt und stand unter dem Thema „Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“. ÖRK-Vollversammlungen sind sowohl Arbeitstagungen als auch Feiern. Zur 10. Vollversammlung kamen rund 3.000 Teilnehmende zusammen – Delegierte aus den damals 345 Mitgliedskirchen des ÖRK, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter von jungen Erwachsenen, ÖRK-Mitarbeitende, Stewards, kooptierte Mitarbeitende, Dolmetscherinnen und Dolmetscher und mehr als 1.000 Tagesbesucherinnen und -besucher aus Korea. Die nächste ÖRK-Vollversammlung ist für die Zeit vom 31. August bis 8. September 2022 in Karlsruhe, Deutschland, geplant.

Zwischen zwei Vollversammlungen tagt alle zwei Jahre ein 150 Mitglieder umfassender (von der Vollversammlung gewählter) Zentralausschuss, um die Arbeit des ÖRK zu beaufsichtigen, Programme und Budgets zu kontrollieren und Grundsätze weiterzuentwickeln, die die Vollversammlung auf ihrer letzten Tagung beschlossen hat. Der Zentralausschuss seinerseits wählt aus seinen Reihen einen Exekutivausschuss, dem 20 Personen und die vier Amtsträgerinnen und Amtsträger des Zentralausschusses angehören und der zweimal im Jahr tagt, um die Umsetzung der Programme und die Einhaltung der Budgets des ÖRK zu überwachen.

Der ÖRK-Generalsekretär ist kraft seines Amtes auch Sekretär des Zentral- und des Exekutivausschusses und tagt und bespricht sich regelmäßig mit dem Vorsitz des Zentralausschusses, um die Arbeit des ÖRK zu koordinieren. Der derzeitige Interims-Generalsekretär des ÖRK ist Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, ein Priester der Rumänischen Orthodoxen Kirche. Die Vorsitzende des Zentralausschusses, der die Arbeit des ÖRK in der Zeit zwischen zwei Vollversammlungen beaufsichtigt, ist Dr. Agnes Abuom von der Anglikanischen Kirche von Kenia. Für die Arbeit in den ÖRK-Leitungsgremien gilt der Grundsatz der Konsensentscheidungen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Organisation und Struktur.

Wie kann eine Kirche Mitglied im ÖRK werden?

Aufnahmeanträge müssen beim Generalsekretär eingereicht werden und werden vom ÖRK-Zentralausschuss geprüft. Für die Aufnahme müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden, die in der Verfassung des ÖRK genau festgeschrieben sind: Einen Antrag auf Mitgliedschaft können Kirchen stellen, die der Basis des ÖRK ausdrücklich zustimmen.

Die antragstellenden Kirchen sind aufgefordert, Stellung zu beziehen, wie sich ihr Glaube und ihr Zeugnis zu den Zielen und Funktionen des ÖRK verhalten. Eine Kirche, die Mitglied im ÖRK werden will, muss nachweisen können, „dass sie stets autonom über ihr Leben und ihre Organisation bestimmt“ und dass sie „konstruktive ökumenische Beziehungen“ zu anderen Kirchen ihres Landes pflegt. Eine antragstellende Kirche muss in der Regel mindestens 50.000 Mitglieder zählen. Kirchen mit mehr als 10.000, aber weniger als 50.000 Mitgliedern können als Mitglied aufgenommen werden, haben aber kein Stimmrecht in der Vollversammlung.

Aufnahmeanträge können vom Zentralausschuss nach dem Konsensverfahren für eine Interimszeit angenommen werden, in der die Mitgliedskirchen des ÖRK konsultiert werden. Nach Ablauf dieser Zeit befindet der Zentralausschuss darüber, ob sich bei den Mitgliedskirchen ein Konsens zu Gunsten des Antrags herausgebildet hat. Wenn dies der Fall ist, wird die antragstellende Kirche als neue Mitgliedskirche in die Gemeinschaft des ÖRK aufgenommen.

Ist der ÖRK eine humanitäre Hilfsorganisation?

Als Gemeinschaft von Kirchen ist der ÖRK selbst keine humanitäre Hilfsorganisation. Er arbeitet aber eng mit seinen Mitgliedskirchen zusammen, die durch eigene Programme und Hilfswerke humanitäre Hilfe leisten. 1995 war der ÖRK an der Gründung des ACT-Bündnisses beteiligt und arbeitet seither eng mit diesem weltweiten Bündnis von mehr als 145 Kirchen und Partnerorganisationen zusammen, das sich insbesondere durch Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit in mehr als 120 Ländern der Welt engagiert, um positiven und nachhaltigen Wandel im Leben von armen und marginalisierten Menschen zu bewirken.

Wie schützen und unterstützen die ÖRK-Mitgliedskirchen Kinder?

Die Rechte von Kindern sind einer der neusten der vielen Bereiche, in denen sich der ÖRK durch seine Programme engagiert. Kinderrechte stehen im Mittelpunkt des Engagements eines weltweiten Netzwerks von Kirchen, die sich mit UNICEF zusammengeschlossen und sich verpflichtet haben, Kinder und ihre Rechte zu schützen, ihre Teilhabe zu fördern und sie durch die Förderung von Klimagerechtigkeit beim Aufbau ihrer eigenen Zukunft zu unterstützen. Über folgende Links finden Sie weitere Informationen über die Rechte von Kindern und das Engagement der Kirchen für Kinder.

Wo befindet sich der ÖRK?

Die Verwaltung des ÖRK mit ihren rund 100 Mitarbeitenden und die Koordination der programmatischen Arbeit der Gemeinschaft von Kirchen geschieht vom Ökumenischen Zentrum aus, das im Herzen des internationalen Viertels von Genf, Schweiz, ganz in der Nähe der Weltgesundheitsorganisation, der Internationalen Arbeitsorganisation und dem Hauptsitz der Vereinten Nationen gelegen ist. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Besuche im Ökumenischen Zentrum und beim ÖRK.  Andere Standorte des ÖRK:

Kann ich finanzielle Unterstützung oder ein Stipendium für ein Studium am Ökumenischen Institut in Bossey bekommen?

In Zusammenarbeit mit der Universität Genf bietet das Ökumenische Institut in Bossey in einem einzigartigen Umfeld und in einer multikulturell geprägten ökumenischen Gemeinschaft Graduiertenprogramme im Bereich ökumenische Studien an. Weitere Informationen über die angebotenen Programme und mögliche finanzielle Unterstützung finden Sie hier.

Wie finanziert sich der ÖRK?

Die Einnahmen des ÖRK stammen von den Mitgliedskirchen und ökumenischen Partnerorganisationen, die sich an den vielen verschiedenen programmatischen Initiativen des ÖRK beteiligen.

Für 2019 hat der ÖRK Gesamteinnahmen von CHF 29,7 Millionen verzeichnet und die Gesamtausgaben und Übertragungen beliefen sich auf CHF 29 Millionen; somit lag der Nettoanstieg der Mittel und Reserven bei CHF 0,7 Millionen. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen beliefen sich auf CHF 17,8 Millionen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Finanzbericht des ÖRK für 2019 (in englischer Sprache).

Wie hoch ist der jährliche Mitgliedsbeitrag?

Alle Mitgliedskirchen sind angehalten, einen jährlichen Mitgliedsbeitrag zu leisten. Die Mitgliedsbeiträge ermöglichen es dem ÖRK, im Namen der Gemeinschaft zu sprechen und solidarisch zu handeln, wann und wo Interventionen am nötigsten sind. Für weitere Informationen können Sie Kontakt mit der Koordinationsstelle für Mitgliedsbeiträge aufnehmen.

Wie kann ich mich um eine Stelle beim ÖRK bewerben?

Stellenausschreibungen werden auf der ÖRK-Website veröffentlicht. Einzelheiten über offene Stellen sowie die allgemeinen Arbeitsbedingungen und Bewerbungsformulare sind beim Personalbüro erhältlich. Weitere Informationen finden Sie unter Freie Stellen.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen zum ÖRK haben sollten, treten Sie über das Online-Kontaktformular gerne mit unseren Mitarbeitenden in Kontakt.