Veranstaltung

Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2021 (Nord Amerika)

Das Ökumenische Wassernetzwerk des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) lädt Sie dazu ein, die Fastenzeit dazu zu nutzen, über das Wasser als Geschenk Gottes nachzudenken. Seit 2008 bietet der ÖRK für die sieben Fastenwochen und den Weltwassertag am 22. März (der immer in die Fastenzeit fällt) wöchentlich theologische Reflexionen und andere Materialien zum Thema Wasser an.

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standing rock march

Kirchenstimmen haben sich dem Chor angeschlossen, der die Respektierung der Rechte indigener Völker und ökologische Gerechtigkeit im Zusammenhang mit Standing Rock fordert, einem Ort in North Dakota, USA, der im Zentrum des Kampfes gegen den geplanten Verlauf der Dakota Access Pipeline (DAPL) steht. Foto: Steven D. Martin/NCCCUSA/WCC

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In der christlichen Tradition ist die Fastenzeit eine Zeit, in der wir uns darauf vorbereiten, den Tod und die Auferstehung Christi zu feiern. Viele Menschen fasten in dieser Zeit, üben Mäßigung in ihrem Leben oder verzichten auf bestimmte Dinge, um sich auf die eigene Buße zu konzentrieren und sich Gott zuzuwenden. Während Wasser in der christlichen Tradition als Geschenk Gottes eine starke spirituelle Bedeutung hat, ist diese lebenswichtige Ressource durch menschlichen Missbrauch und Verschmutzung auf der ganzen Welt bedroht, und Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.

2021 wird der regionale Fokus des Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens des ÖWN auf der Region Nordamerika liegen. So führen uns die Sieben Wochen im Zeichen des Wassers auf einen Pilgerweg zu Wassergerechtigkeit in Nordamerika. Wir werden Orte entdecken, die weltweit Bekanntheit erlangten: Flint, Michigan, repräsentativ für viele amerikanische Städte, in denen das Trinkwasser mit Blei verseucht ist; Standing Rock, wo sich die Dakota Sioux erfolgreich gegen die Zerstörung von heiligen Quellen durch die Keystone Pipeline gewehrt haben, und die Navajo Nation im Südwesten, wo die COVID-Pandemie aufgrund des mangelnden Wassers zum Händewaschen einen hohen Tribut gefordert hat. Wir werden auch weniger bekannte Orte kennenlernen, an denen wir der Wassergerechtigkeit nachgehen: Von den grünen Tälern Kaliforniens bis zu den Lachsströmen im pazifischen Nordwesten. Unsere Reiseleiter_innen sind Theolog_innen sowie Wasseraktivist_innen aus verschiedenen spirituellen und Glaubenstraditionen.

In den Reflexionen lässt sich erkennen, dass Nordamerika mit unterschiedlichen Wasserproblemen konfrontiert ist:

  • Sauberes Wasser zum Händewaschen, um uns vor Covid-19 und anderen Krankheiten zu schützen; 
  • Der Kampf gegen das bleiverseuchte Trinkwasser in Flint und anderen amerikanischen Städten; 
  • Sicherstellen, dass Lachs und andere Süßwasserfische Wasser zum Leben und Gedeihen haben; 
  • Grundwasser vor Kontaminierungen durch die Landwirtschaft sowie Öl- und Gas-Fracking zu schützen;
  • Die Erschöpfung des Grundwassers verhindern, damit der Grundwasservorrat für zukünftige Generationen nicht gefährdet wird;
  • Kampf gegen die Zerstörung heiliger Gewässer für den Transport von fossilen Brennstoffen, die im Boden bleiben sollten, während es im Westen zu immer häufigeren und schwereren Dürren aufgrund der Treibhausgasemissionen kommt; 
  • Dämme entfernen, die unnötig Flüsse und die von den Flüssen abhängige Lebewesen zerstören und höchstens sehr wenig zur lokalen Wirtschaft beitragen; sowie
  • die Kommerzialisierung von Wasser anprangern, die dazu führt, dass mittlerweile an der Wall Street Wasser-Futures gehandelt werden, was den ultimativen Missbrauch von Gottes Geschenk an das Leben darstellt.    

Obwohl Nordamerika im Allgemeinen genug Wasserressourcen zur Verfügung hat, ähneln die Wasserprobleme Nordamerikas den Problemen von Menschen überall auf der Welt. Die Reflexionen in dieser Reihe, in denen die großen Wasserprobleme dieser Region angesprochen werden, spiegeln die Kämpfe der Menschen in allen Regionen der Welt und zeigen die wirklich globalen Dimensionen des Pilgerwegs für Wassergerechtigkeit.

Während der Fastenzeit 2021 führen die Kirchen in Nordamerika viele Aktivitäten zu den Sieben Wochen im Zeichen des Wassers durch. Aufgrund der beispiellosen COVID-19-Pandemie werden während der gesamten Fastenzeit eine Reihe von virtuellen Veranstaltungen stattfinden. 

Wie in vorangegangenen Jahren hat der Ökumenische Rat der Kirchen auch dieses Mal biblisch-theologische Reflexionen und Materialien zur Wasserkrise in Nordamerika in Auftrag gegeben, die online veröffentlicht werden. Wir fordern unsere Mitgliedskirchen überall auf der Welt dazu auf, diese Materialien in der Fastenzeit zu nutzen. Auf der Website des Ökumenischen Wassernetzwerkes des Ökumenischen Rats der Kirchen werden auch Interviews mit nordamerikanischen Wasseraktivist_innen geschaltet, unter ihnen die Autor_innen der Fastenreflexionen. 

Gemeinsam mit dem Organisationskomitee des Pilgerwegs für Gerechtigkeit und Frieden und der internationalen Referenzgruppe des Ökumenischen Wassernetzwerkes werden in der Fastenzeit auch mehrere Webinare zu den obengenannten Themen angeboten, um noch tiefer in die Wasserproblematik in der Region Nordamerika einzutauchen. 

Erfahren Sie mehr über die Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2021