World Council of Churches

Eine weltweite Gemeinschaft von Kirchen auf der Suche nach Einheit, gemeinsamem Zeugnis und Dienst

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Bericht des Generalsekretärs

26. August 2009

Ökumenischer Rat der Kirchen
Zentralausschuss
26. August – 2. September 2009
Genf, Schweiz

Der Mut zur Hoffnung und die Zukunft der ökumenischen Bewegung

Der Gott der Hoffnung aber
erfülle euch mit aller Freude
und Frieden im Glauben,
dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung
durch die Kraft des Heiligen Geistes
(Röm 15,13)

 

Finanzkrise und Wirtschaftsrezession – ein Moment der Wahrheit

1. „Sully“ Sullenberger wurde zum öffentlichen Held, als er am 15. Januar 2009 US Airways Flug 1549 auf dem kalten Wasser des Hudson River aufsetzte. Das Flugzeug ging nicht sofort unter, so dass alle 155 Passagiere gerettet werden konnten.

2. Dem Turbo-Kapitalismus ist es nicht gelungen, eine sichere Landung hinzubekommen. Als die Finanzblase 2008 platzte, hatte das desaströse Konsequenzen für die reale Wirtschaft und reale Menschen. Viel zu viele müssen seither darum kämpfen, ihr Haus, ihre Arbeitsstelle, ihren kleinen Betrieb oder auch nur die Lebensgrundlagen für sich und ihre Familie zu retten. Mehrheitlich wird die Ansicht vertreten, dass die uralte Sünde der Habgier (Eph 4,19) Auslöser dieser Krise war. In der Debatte geht es um exorbitante Gewinnmargen der Finanzmärkte, die nach den Vorstellungen von Chefs großer internationaler Banken über 25% liegen sollten. Die Bankangestellten gingen hohe Risiken ein, um diese Erwartungen zu erfüllen und um persönliche Boni zu verdienen, die weit über dem Vorstellungsvermögen armer Gemeinschaften liegen und anscheinend immer noch weiter ausgezahlt werden.

3. Ausgehend von der reichen Tradition der Kirche und mehr als drei Jahrzehnten ökumenischer Reflexion über gerechte und verantwortliche Gesellschaften wissen wir jedoch, dass das Problem sehr viel tiefer liegt. Selbst in der Vergangenheit konnte das Wachstum der Weltwirtschaft nur auf Kosten armer Gemeinschaften, zukünftiger Generationen und der Natur erreicht werden. Mahatma Gandhis Mantra klingt immer noch richtig: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Habgier.“ Die Vollversammlung 1991 in Canberra verglich das unaufhörliche und damit zerstörerische Wachstum der Krebszelle mit dem Wachstum eines Baums, der in enger Beziehung und im Gleichgewicht mit seiner Umgebung wächst. Die Beziehung zwischen Land, Arbeit, Kapital und Information ist heute völlig aus dem Gleichgewicht geraten und begünstigt Kapital und Informationssysteme. Ich habe kürzlich die päpstliche Enzyklika Caritas in Veritate gelesen und bin dankbar, dass unter den großen kirchlichen Traditionen großer Konsens herrscht, dass wir uns auf die Bedürfnisse der Armen, die Funktion der Arbeit und die Beziehung mit der Schöpfung konzentrieren müssen.

4. Mit der Bruchlandung der Kasino-Wirtschaft sind wir nun schließlich im 21. Jahrhundert angekommen. Viele von uns hatten sich von dem massiven Wirtschaftswachstum und der optimistischen Rhetorik der Protagonisten der wirtschaftlichen Globalisierung täuschen lassen und geglaubt, das 21. Jahrhundert wäre ein Zeitalter unbegrenzter neuer Möglichkeiten, die permanente Änderungen und Anpassungen an den Siegesfeldzug der globalen Wirtschaft und der damit einhergehenden Technologien erforderten. Traditionelle Fähigkeiten, Werte und Gebräuche genossen kein großes Ansehen mehr. Selbst unter uns gab es manchmal Zweifel, ob die Kritik der ökumenischen Bewegung noch in die richtige Richtung ging.

5. Wir stießen in der Tat auf neue Horizonte und griffen einige Schlüsselherausforderungen mit größerer Dringlichkeit auf. Ich denke hier an die Bewahrung der Schöpfung, die Notwendigkeit interreligiöser Zusammenarbeit im Kontext von Gewalt und Krieg sowie an den Ruf nach transformativer Gerechtigkeit, den wir in so vielen Teilen der Welt hörten. Auch die sich wandelnde kirchliche Landschaft und die Erfahrung eines wachsenden Pluralismus forderten die Ökumene in neuer Weise heraus. Wir haben neu gelernt, dass die Ökumene eine Vision vom Leben in seiner ganzen Fülle haben muss (Joh 10,10, Lk 4,16ff).

6. In all diesen Bereichen konnten wir sehen, dass der Wandel nicht leicht und reibungslos vor sich gehen würde. Menschenwürde und Nachhaltigkeit des Lebens ins Zentrum der Entwicklung unserer Gesellschaften und der internationalen Beziehungen zwischen Menschen und Staaten zu rücken, ist ein ständiger Kampf. Kirchenleitende Verantwortliche wiesen darauf hin, dass das Leben in Gemeinschaft eine starke ethisch-moralische und geistliche Dimension haben muss. Dennoch herrschte der der Glaube vor, dass die Menschheit über die notwendige Technologie, das Kapital und andere Mittel verfügte, um diesen Herausforderungen zu begegnen und sie zu meistern.

7. Ich hoffe, wir sind aufgewacht. Ich hoffe, wir sehen, dass der Klimawandel, die aktuelle tiefe Wirtschaftskrise, Gewalt und Krieg in so vielen Teilen der Welt sowie der kritische Übergang von einer von den USA und ihren Alliierten dominierten Epoche zu einem multipolaren Zeitalter, in dem u. a. China, Indien, Brasilien, Südafrika wichtige Akteure sein werden - dass all diese und andere Herausforderungen tief im Innern Ausdruck einer Krise des Lebens in Gemeinschaft sind. Sie erfordern, dass wir gemeinsam Zeugnis von der versöhnenden und heilenden Mission des gekreuzigten und auferstandenen Christus ablegen und uns zur Einheit und gegenseitigen Rechenschaftspflicht bekennen (Röm 5,1-11; 2. Kor 5,17-21). Wahre Gnade ist teuer. Wir können nicht erwarten, sie billiger zu bekommen. Die Kirchen können in der heutigen Welt kein relevantes Zeugnis mehr ablegen, wenn sie gespalten bleiben und der Welt nicht vorleben können, dass die verwandelnde Kraft des Evangeliums Jesu Christi die treibende Kraft ist, die die ganze Kirche zu einem Zeichen und Vorgeschmack einer vereinten Menschheit macht, die sich füreinander und für diesen Planeten einsetzt.

8. Für uns ist der Moment der Wahrheit gekommen (2. Kor 13, 5-8). Wir werden jedoch scheitern, wenn wir Einheit und Wahrheit oder Einheit und Vielfalt einfach einander gegenüberstellen (Röm 12,4-8; 1. Kor 12,1-31). Zwischen und in den Kirchen gibt es de facto tiefe Spannungen im Blick auf Lehre sowie Fragen des Lebensstils und der persönlichen Ethik. Das ist eine Realität, die wir nicht leugnen können. Während meines jüngsten Besuchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) hatten wir ein ernsthaftes Gespräch mit der Leitung einer unserer Mitgliedskirchen, der Kirche Jesus Christi auf Erden durch den Propheten Simon Kimbangu (der Kimbanguistische Kirche), in dem es um die Lehre vom Heiligen Geist ging. Der ÖRK, die Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz (AACC) und die Organisation der in Afrika entstandenen Kirchen(OAIC) haben mit leitenden Repräsentanten der Kimbanguistischen Kirche intensive Gespräche geführt. Im Juli entsandten wir Vertreter, die zusätzlich zu einer Begegnung mit dem geistlichen Führer der Kirche auch an einem Gottesdienst teilnahmen, der in Nkamba - von der Kirche umbenannt in Neu-Jerusalem – stattfand. Nach einer sehr sorgfältigen Auswertung dieser Erfahrungen und den jüngsten offiziellen Verlautbarungen der kimbanguistischen Kirchenleitung können wir nur zu dem Schluss gelangen, dass diese Kirche sich selbst aus der Gemeinschaft ausschließt, solange ihre leitenden Repräsentanten Erklärungen abgeben und ihre Gottesdienste in einer Weise halten, die unvereinbar mit der Trinitätslehre sind. Ich ersuche diesen Zentralausschuss darum, einen Beschluss über die Zukunft der Beziehung zwischen der Kimbanguistischen Kirche und dem ÖRK zu fassen und dabei die letzte Stellungnahme des geistlichen Führers dieser Kirche zu berücksichtigen, in der er ÖRK, AACC und OIAC leidenschaftlich um intensive Begleitung bittet.

9. Auf anderen Reisen habe ich Kirchen kennengelernt, die aufgrund von Konflikten in ethischen Fragen, wie z.B. menschliche Sexualität, kurz vor der Spaltung stehen. Ich habe wachsende Spannungen zwischen Mitgliedskirchen innerhalb der ÖRK-Mitgliedschaft beobachtet, die auf unterschiedliche Meinungen und Positionen in der Frage der menschlichen Sexualität zurückzuführen sind. Ich bin dankbar, dass die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung angefangen hat, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden dem Rat helfen, den besten Weg zu finden, wie er seine Mitgliedskirchen in ihrem Ringen um diese potenziell Kirchen spaltenden Probleme begleiten kann.

10. Die zerbrochene und tief gespaltene Welt ist jedoch auf das gemeinsame Zeugnis der Kirchen angewiesen, die ihr zeigen, wie die Menschen sich versöhnen und Spaltungen überwinden können (Joh 17,20-21). Die wirtschaftliche Rezession und ihre Auswirkungen auf die Menschen und auf die Machtverteilung zwischen Völkern und Staaten stellen nicht nur für die Gesellschaften, sondern auch für das gemeinsame Zeugnis der Kirchen eine sehr, sehr große Herausforderung dar. Die Kirchen müssen uns dahin führen, dass wir uns von neuem auf die zentralen Werte und Ziele der ökumenischen Bewegung konzentrieren. Wie unsere Vorfahren müssen wir über das Heute und Jetzt hinaus denken. In unserem Bemühen, trotz der verbleibenden theologischen Unterschiede und neuen ethischen Konflikte Fortschritte auf dem Weg zur Einheit und zum gemeinsamen Zeugnis zu machen, müssen wir Umsicht und Weitsicht zeigen.

11. In zehn Jahren werden wir konkrete Ergebnisse eines intensiveren Engagements für die Einheit sehen müssen. Und wir sollten zeigen können, dass die Kirchen ihren Gesellschaften und der internationalen Gemeinschaft geholfen haben, gerechtere und friedlichere Beziehungen unter den Menschen und mit der Natur aufzubauen. Die positiven Reaktionen auf die Plenarveranstaltungen zu Kirche und Gesellschaft, die auf unserer Tagesordnung stehen, machen mir Mut. Die Menschen und unser Planet sind auf ein so klares Zeugnis engagierter Christen und Christinnen als Quelle der Hoffnung und Ermutigung zum Handeln angewiesen (Röm 8,19). Die ökumenische Bewegung wird in der Welt in dem Maße von Bedeutung sein, wie wir den Menschen und insbesondere der jüngeren Generation einen guten Grund geben können, ihr Leben in Hoffnung zu leben.

 

Der Faktor Hoffnung – die Balance zwischen inspirierender Vision und Realismus finden

12. Ich brauche hoffentlich nicht zu betonen, dass der „Mut zur Hoffnung“ ein zentrales Thema meiner persönlichen ökumenischen Reise gewesen ist.1 Von den Menschen in Afrika, die mit Armut, der Geißel HIV/AIDS, Gewalt zwischen Volksgruppen und Gemeinschaften sowie der Degradierung der Boden- und Wasserressourcen konfrontiert sind, habe ich gelernt, wie wichtig Hoffnung ist - Hoffnung, die im Glauben wurzelt und in der Gemeinschaft gefeiert wird. Obwohl so viele dieser Menschen Grund hätten, in Apathie und Verzweiflung zu versinken, haben ihr Glaube an Gott und ihr Vertrauen in ubuntu – in die Gemeinschaft des Lebens – ihr Leben erhalten und sie motiviert weiterzumachen. Auch während meines jüngsten Besuchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) ist mir wieder solcher Mut zur Hoffnung begegnet. Die Menschen überleben und strahlen Würde aus, trotz der schrecklichen Gewalt und des Terrors um sie herum, und das nur dank ihres Glaubens an Gott und ihrer Fähigkeit, die Hoffnung in ihren Gemeinschaften lebendig zu erhalten.

13. Der US-amerikanische Präsident, Barak Obama, der selbst Wurzeln in Afrika, ja sogar in Kenia hat, verkörpert für die vielen Menschen, die ihn gewählt haben, die „Kühnheit der Hoffnung“. Diese Menschen hatten allen Grund, entmutigt zu sein und Angst zu haben. Die größte Finanzkrise seit der Großen Depression im letzten Jahrhundert überschattete die Wahlkampagne. Wenn wir uns die Rolle des Faktors Hoffnung in der nationalen und der Außenpolitik des neuen Präsidenten anschauen, dann können wir sehen, wie Türen, die geschlossen waren, und Herzen, die zu Eis gefroren waren, sich langsam öffnen. Hoffnung ist eine mächtige Kraft im Leben von Menschen. Sie kann Einstellungen und Verhaltensweisen von Einzelnen und Gemeinschaften ändern und sie in schwierigen Zeiten stützen.

14. Aber das ist nur so bei wahrer Hoffnung. Wahre Hoffnung ist in die Herzen und Seelen der Menschen hineingeschrieben, durch die Lieder, die sie singen, die Geschichten, die sie ihren Kindern erzählen, die Feste, die sie feiern, die Werte, die ihnen wichtig sind, die kollektive Weisheit, die sie bewahren, und die Vision, die sie miteinander teilen. Wahre Hoffnung ist in der Kultur und in religiösen Traditionen verwurzelt. Der Unterschied zwischen Illusion und wahrer Hoffnung ist offensichtlich, wenn Versprechungen einer besseren Zukunft sich als hohl und leer erweisen. Illusionen, die auf falschen Versprechungen beruhen, bestehen den Härtetest nicht. Sie zerbrechen, wenn die bunten Vorhänge sich öffnen und die Menschen wieder mit den bitteren Realitäten unserer Zeit konfrontiert werden. Die Botschaft der Hoffnung, die Präsident Obama formulierte, wird in schwierigen Zeiten nur insoweit glaubwürdig bleiben, als sie in der wahren Hoffnung der Menschen selbst verwurzelt ist und ihre inspirierende Vision mit Realismus gepaart ist (Sprüche 11,7 und 13,12).

15. Der christliche Glaube hat sich in Augenblicken tiefster Krise und Verzweiflung als so stark erwiesen, weil die gute Nachricht des Evangeliums durch den gekreuzigten und auferstandenen Christus besiegelt worden ist. Er selbst ist unsere Hoffnung (1. Tim 1,1; Kol 1,27) – Christus, der sich am Kreuz mit den Leidenden, ihren geschundenen Körpern und zerbrochenen Seelen identifiziert und der in seiner Auferstehung stärker ist als die Macht des Todes (Apg 2,22ff; Röm 5,1-5). Die Hoffnung in Christus wird immer dann erneuert, wenn die Kirche dem gekreuzigten und auferstandenen Christus folgt und an der Seite derer steht, die Leid und Schmerz ertragen (2. Kor 1,3-7; Mt 25,31-46). Diese Hoffnung in Christus wird in der Gemeinschaft miteinander geteilt und der Welt verkündet (Eph 4,1-6; Kol 1,24-29; 1. Petr 3,15). Die ganze Schöpfung erwartet voller Sehnsucht die Versöhnung mit Gott (Röm 8,18-30). Die Hoffnung in Christus, die Kreuz und Auferstehung - die sündhafte Realität, in der wir leben, und die gute Nachricht des Evangeliums – miteinander verbindet, verbindet Realismus mit der inspirierenden Vision von Gottes kommendem Reich. Die sündhafte und tödliche Realität, die uns umgibt, kann durch Christus verwandelt werden, durch Gottes Liebe, die von den Menschen, die Zeugen von Christi sich selbst entäußernder Liebe sind, verkündet wird und gleichzeitig in allen Wundern der Schöpfung Gottes zum Ausdruck kommt, die ständig vom Heiligen Geist erneuert wird. Die Kirchen sind berufen, in Momenten der Freude wie auch in Momenten der Krise die Hoffnung zu verkörpern.

 

Hoffnung unter Menschen entdecken, die sich nach Gerechtigkeit und Frieden sehnen

16. Während meiner Amtszeit als Generalsekretär des ÖRK habe ich immer wieder die pastorale Dimension dieser Arbeit betont und mich auf die Qualität der Beziehungen zwischen den Mitgliedskirchen und mit den ökumenischen Partnern konzentriert. Ich wollte insbesondere Kirchen in schwierigen Situationen die Gewissheit geben, dass sie nicht allein sind. Sie sollten erfahren, dass sie nicht allein gelassen werden, sondern von der Gemeinschaft begleitet und im Gebet gestärkt werden (Eph 3,14-20). Ich bin froh, dass viele Kirchen, die im Rahmen der Halbzeitauswertung befragt worden sind, betont haben, dass ihre Mitgliedschaft im ÖRK für sie immer dann von besonderer Bedeutung gewesen ist, wenn sie diese Begleitung durch die Gemeinschaft in konkreter Weise erlebt oder selbst bei der Unterstützung anderer mitgewirkt haben. Sie spürten dann, dass sie in lebendigem Kontakt mit anderen Kirchen in der Gemeinschaft sind. Aus diesem Grund wurden der Nahost-Fokus und die „Lebendigen Briefe“ der Dekade zur Überwindung von Gewalt als ÖRK-Programme hervorgehoben, mit denen die Kirchen und ökumenischen Partner sich eng verbunden fühlen. Die „Lebendigen Briefe“ sind Ausdruck der Gemeinschaft, die wir miteinander teilen, der gegenseitigen Verpflichtung und des Engagements füreinander. Sie machen deutlich, dass unsere gemeinsame Hoffnung in Christus uns die Kraft gibt, uns in harten Zeiten und schwierigen Situationen gegenseitig zu begleiten.

17. Bei meinen pastoralen Besuchen in den verschiedenen Teilen der Welt haben mich die Zeichen der Hoffnung, auf die ich unter Menschen gestoßen bin, die sich inmitten von Leid und Verzweiflung nach Gerechtigkeit und Frieden sehnen, zutiefst berührt wie auch bereichert. Ich habe bereits meinen jüngsten Besuch in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) erwähnt. Die DRC ist das drittgrößte Land in Afrika, eine Nation, die so groß ist wie Westeuropa. Das Land ist mittlerweile zum Inbegriff menschlichen Leids geworden. Der Krieg in der DRC hat in den letzten fünf Jahren ca. 4,3 Millionen Menschenleben gefordert, viele der Opfer sind an Hunger und Krankheiten gestorben. Die humanitäre Krise hat unvorstellbare Ausmaße angenommen; besonders betroffen sind all die Menschen, die keinen Zugang zu internationaler Hilfe haben, obwohl die Gemeinschaften im Osten des Landes alles in ihren Kräften Stehende tun, um ihren Landsleuten, die im eigenen Land zu Binnenflüchtlingen geworden sind, Schutz zu gewähren. Vierzig Prozent der Getöteten sind Frauen und Kinder. Die brutale Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein entwürdigender Angriff auf die Heiligkeit des Lebens, eine Schande, die sich gegen Gott und die menschliche Gemeinschaft richtet.

18. Die Afrikaner beklagen, dass sein Horn dem Nashorn zum Verhängnis wurde und die Spezies aufgrund der Wilderei inzwischen vom Aussterben bedroht ist. Die Menschen in der DRC haben das Gefühl, dass es ihnen wegen der reichen Bodenschätze im Kongobecken genauso ergeht wie dem Nashorn. Diamanten, Gold, Colton, Uran usw. sind zu einem Fluch für die Menschen geworden, die seit Kolonialzeiten in dieser Region leben. Die von Gewalt geprägte Kolonialzeit, wie sie im Buch King Leopold’s Ghost2 zusammengefasst wurde, verfolgt die Menschen bis heute. Im Bewusstsein dieser Geschichte erklärte der ÖRK-Exekutivausschuss in sehr klaren Worten:

„Aus der gemarterten quälten DRC werden weiterhin Gewinne abgezogen, die einen hohen Blutzoll fordern und die Kassen einiger Architekten der Globalisierung sowie eines Konsortiums von internationalen Verbrechern füllen , die Waffen im Tausch gegen Mineralien liefern. Der tropische Wald in der DRC, der größte in Afrika, bietet Rebellen aus benachbarten Ländern sicheren Schutz. Die betroffenen Länder rechtfertigen ihre Verfolgung der Rebellen über die Grenzen der DRC hinweg mit der Notwendigkeit, ihre eigene nationale Sicherheit gewährleisten zu müssen.“

19. Die ganze Region der Großen Seen muss nach dem schrecklichen Verbrechen des Genozids 1994 in Ruanda erst wieder Frieden finden. Meine erste Reise als ÖRK-Generalsekretär führte mich nicht nur in mein Heimatland Kenia, sondern auch nach Ruanda, wo diese Katastrophe zehn Jahre zuvor zu Ende gegangen war. Zu Beginn meiner Amtszeit als Generalsekretär hatte ich den Wunsch, bei jenen Menschen zu sein, die diese unglaubliche menschliche Tragödie durchlebt hatten. Und wenn man auch noch überall auf die Spuren und Überreste des Genozids und die Opfer von Verstümmelung und Vergewaltigung traf, so spürte man doch auch diese unglaubliche Fähigkeit der Menschen, trotz aller Gräueltaten und Zerstörung, die sie erlitten hatten, und trotz aller noch bestehenden Schwierigkeiten für das Leben und die Zukunft ihrer Gemeinschaften zu kämpfen – man spürte eine ungeheure Widerstandskraft. In den Augen der Überlebenden sah ich Funken der Hoffnung, den Glauben an Gottes Leben spendende Kraft, und das obwohl die Kirchen den Verfolgten oft keine Zuflucht geboten hatten.

20. Diese Hoffnung war ein machtvolles Zeichen der ungebrochenen Menschlichkeit der Opfer. Diese Hoffnung ermöglichte es den Menschen, ihre Hand sogar den Tätern hinzustrecken und mit dem früheren Feind für Versöhnung zu arbeiten. Die Wiederherstellung der Würde der Opfer und der Wiederaufbau der Gemeinschaften erforderten ein Verständnis von wiedergutmachender Gerechtigkeit, die dem Übergang zu einer neuen Gesellschaft, in der Gerechtigkeit und Frieden herrschen, im tiefsten Innern zugrunde liegen muss. Die Kirchen in Ruanda und ihr Kirchenrat leisten in Partnerschaft mit Regierung und Zivilgesellschaft hervorragende Arbeit bei der sozialen und geistlichen Verwandlung der vom Genozid zerstörten Gesellschaft. Als Mitglieder der Gemeinschaft sind wir aufgerufen, unsere Unterstützung und Solidarität zu verstärken und auch von den Anstrengungen und der Kreativität der Menschen dort zu lernen – einschließlich vom Geist des kachacha, dem traditionellen Verständnis von Vergebung und Versöhnung.

21. Einen ähnlichen Geist der Resilienz und Hoffnung habe ich auf meinen Reisen in die Philippinen erlebt, wo außergerichtliche Tötungen sehr weit verbreitet sind; bei Besuchen in Israel-Palästina, wo die Auswirkungen der Besetzung offensichtlich sind: sowohl Besatzer als auch Besetzte werden entmenschlicht; in ehemaligen Diktaturen in Lateinamerika und auch in vielen anderen Teilen der Welt. An all diesen Orten haben die Menschen den starken Willen und die Kraft, unter schwerwiegenden Bedrohungen zu überleben und die Hoffnung auf ein Leben in Würde und Frieden – die Frucht der Gerechtigkeit – aufrechtzuerhalten. Diese Erfahrungen haben mich inspiriert und ermutigt, und sie haben mir die Erkenntnis gebracht, dass „transformative Gerechtigkeit“ auf meiner Reise des Glaubens als Generalsekretär das andere Thema ist, das den „Mut zur Hoffnung“ ergänzt.

22. Heute bin ich mehr denn je überzeugt, dass wir uns in den Prozessen zur Heilung verwundeter und manchmal vergifteter Erinnerungen und auf dem Weg zu versöhnten Gemeinschaften sehr stark auf die Phase des Übergangs konzentrieren müssen. Die Wege, die zu Gerechtigkeit führen, sollten nicht begrenzt sein. Übergang ist nicht nur im politischen und wirtschaftlichen Bereich erforderlich, sondern muss auch eine kosmische Dimension einschließen. Ich bin gleichermaßen überzeugt, dass wir als Menschen auf dem Planeten Erde bei diesen großen Übergängen sowohl den Mut zur Hoffnung als auch ein unerschütterliches Engagement für transformative Gerechtigkeit haben müssen, das in der Liebe zu Gott, zu unseren Mitmenschen und zur ganzen Schöpfung gründet.

23. Immer wenn ich die Bibel öffne und anfange, darin zu lesen – egal, ob ich bei den fünf Büchern Mose, den Psalmen oder einem der Propheten, mit einem der Evangelien oder einem der von Paulus oder einem anderen Apostel geschriebenen Briefe beginne – fühle ich mich von der lebenspendenden Liebe der des Dreieinen Gottes berührt, die in Jesus Christus in menschlicher Form offenbart ist und das Potential für gerechte Beziehungen unter uns aufzeigt. Die geteilten Kirchen werden wieder eins werden, wenn wir die lebenspendende Liebe Gottes in der Kraft des Heiligen Geistes annehmen und sie - um der Welt willen, die so dringend darauf angewiesen ist (1. Kor 13,13) - selbst leben.

 

Aufbau von Beziehungen zwischen Regionen und zwischen Generationen

24. Genau wie die Kirchen eins sein müssen, so müssen auch die vielen Länder in den verschiedenen Regionen der Welt, die verschiedenen Völker, Frauen und Männer, junge und alte Menschen es lernen, repressive Beziehungen, die zu Gewalt und Krieg führen, zu überwinden und sich gemeinsam für eine gerechte und nachhaltige Zukunft für die ganze Menschheit einzusetzen (Offb 22,1-5).

25. Gegenseitige Abhängigkeit in Raum und Zeit ist einer der stärksten Faktoren des Wandels heute. Der ÖRK greift die Herausforderungen auf, die sich durch die Interdependenz allen Handelns auf globaler Ebene stellen:

  • Wir legen den Akzent auf die politischen und wirtschaftlichen Bereiche des Lebens und setzen uns mit dieser Realität im Rahmen unserer Arbeit zur Globalisierung auseinander.

  • Wir untersuchen schwerpunktmäßig die globalen Bewegungen von Menschen und heben die Auswirkungen der Migration auf Länder und Kirchen in allen Regionen der Welt hervor.

  • Wir beschäftigen uns mit der Zukunft der ökumenischen Bewegung und der Notwendigkeit ökumenischer Ausbildung von Führungskräften für heute und morgen und unternehmen besondere Anstrengungen, um die volle Beteiligung junger Menschen im Leben der ökumenischen Bewegung zu gewährleisten.

26. Wir legen den Schwerpunkt auf die Gemeinschaft der Mitgliedskirchen, haben in den letzten Jahren aber auch die Zusammenarbeit zwischen den Regionen und zwischen den Generationen gestärkt. Auch hier haben mir meine pastoralen Besuche bei Mitgliedskirchen geholfen, die Bedeutung dieser zwei Ansätze für die Arbeit des ÖRK, der regionalen ökumenischen Organisationen (REOs), anderer ökumenischer Partner und kirchlicher Dienste und Werke zu erkennen, die auch weiterhin loyal die dringend benötigten finanziellen Mittel für die verschiedenen ökumenischen Organisationen bereitstellen.

27. Bei meinem Besuch im Nahen Osten letztes Jahr wurde ich von den Generalsekretären des Rates der Kirchen im Mittleren Osten (MECC) und der Asiatischen Christlichen Konferenz (CCA) begleitet. Wir begannen unsere Reise mit einer Konsultation zur Migration in Beirut (Libanon), an der Vertreter und Vertreterinnen des MECC, der CCA, des ÖRK und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) gemeinsam teilgenommen haben. Die Kirchen im Nahen Osten sehen mit größter Sorge, dass immer mehr Christen die Region verlassen, die Heimat einiger der ältesten Kirchen ist. Inmitten von Krieg und Gewalt in der Region suchen die Menschen verzweifelt Sicherheit für sich und ihre Familien. In Damaskus haben wir dies mit eigenen Augen gesehen. Wir trafen dort mit zahlreichen irakischen Christen zusammen, die ihr Land verlassen mussten, nur weil sie Christen waren, und die die Besetzung ihres Landes als eine Art modernen christlichen Kreuzzug verstehen. Dieses Problem erfordert zumindest eine enge Zusammenarbeit mit Kirchen in den Aufnahmeländern, aber noch mehr ein gemeinsames Engagement für eine friedliche Lösung der Konflikte in der Region. Wir alle müssen uns an der Suche nach Lösungen beteiligen. Der Nahe Osten braucht Frieden, und er braucht ihn heute, denn morgen ist es zu spät!

28. Um zu verstehen, wie gravierend der fortgesetzte Bau israelischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten ist, müssen wir das Problem in den weiteren geschichtlichen Kontext des ethnischen Umbruchs in Palästina stellen, der den Weg zur Gründung des modernen Staates Israel ebnete. In den Erinnerungen der Israelis handelt es sich dabei um einen „Unabhängigkeitskrieg“, aber die Palästinenser werden diese Zeit immer als Nakba, als „Katastrophe“ empfinden, die vielen als eine Form „ethnischer Säuberung“, verbunden mit der größten Zwangsmigration in der modernen Geschichte, in Erinnerung bleibt. Schätzungen zufolge wurden nicht weniger als eine Million Menschen mit Waffengewalt aus ihrer Heimat vertrieben, Zivilisten wurden massakriert, Hunderte palästinensischer Dörfer gezielt zerstört, Moscheen und Kirchen entweiht, Klöster und Schulen mutwillig zerstört.3 Was palästinensische Verantwortliche 1948 als „Rassismus und Ghettoisierung der Palästinenser in Haifa“ beschrieben haben, hat sich zu Anfang des 21. Jahrhunderts im Westjordanland, Ostjerusalem und dem Gazastreifen zu einem perfekten Apartheidsystem mit seiner eigenen Form von „Bantustans“ ausgewachsen.

29. Trotz neuer Hoffnungszeichen auf internationaler Ebene stellen die Ereignisse in den besetzten palästinensischen Gebieten einmal mehr den unbeugsamen Charakter der israelischen Besetzung und die Schaffung immer neuer Friedenshindernisse unter Beweis. Die Entwicklung, die die Besatzungspolitik am deutlichsten illustriert, ist die Vermehrung und Ausweitung der Siedlungen auf Grund und Boden, der den Palästinensern genommen wird. Selbst ein Einfrieren des Siedlungsbaus, das von Israels stärkstem Verbündeten gefordert wurde, bleibt in der Schwebe, genau wie die Verhandlungen, die im Falle eines solchen Einfrierens zu wichtigen Ergebnissen führen könnten. Stattdessen werden große städtische Siedlungsprojekte und viele kleinere Projekte im ganzen Westjordanland und in Ostjerusalem vorangetrieben. Die gegenwärtigen Vertreibungen palästinensischer Familien und die Zerstörung ihrer Häuser in Ostjerusalem bestätigen diese Entwicklung. Hunderte kirchlicher Gebäude und Grundstücke sind in Gefahr. Solche Maßnahmen behindern die Anstrengungen der neuen US-amerikanischen Regierung, eine Gesamtlösung für den Nahen Osten zu finden.

30. Die Besetzung und die damit einhergehende Demütigung eines ganzen Volkes, die seit mehr als sechs Jahrzehnten anhalten, stellt nicht nur ein wirtschaftliches und politisches Verbrechen dar, sondern ist, wie der Antisemitismus, eine Sünde gegen Gott. Wir haben bereits seit 1948 gesagt, dass Antisemitismus eine Sünde gegen Gott ist. Sind wir bereit zu sagen, dass die Besetzung auch eine Sünde gegen Gott ist? Zweihundert Siedlungen mit 400 000 Bewohnern sind seit 1967 in den besetzten Gebieten, einschließlich Ostjerusalems, errichtet worden. Ich fordere diesen Zentralausschuss mit Nachdruck auf, eine öffentliche Erklärung zu eben diesem Thema abzugeben, denn die Siedlungen waren und bleiben unvereinbar mit einem gerechten Frieden, der sowohl den Palästinensern als auch den Israelis dienen und die Schaffung von zwei überlebensfähigen Staaten, die beide Völker gegenseitig anerkennen würden, sicherstellen muss.

31. Auf seiner Tagung in Kreta, kurz nach dem israelisch-palästinensischen Krieg 1967, der die Besetzung einleitete, sprach der ÖRK-Zentralausschuss jedwedem Land – einschließlich Israels – das Recht ab, das Gebiet eines anderen Staates einzunehmen oder zu annektieren. Auf der Vollversammlung 1998 in Harare und bei vielen anderen Gelegenheiten ging der ÖRK auf das Problem der Siedlungen ein. Wir haben konsequent an die beteiligten Regierungen appelliert, sich für die Durchsetzung der Bestimmungen des Vierten Genfer Übereinkommens einzusetzen, das die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung und des Charakters der besetzten Gebiete verbietet. Unser Engagement für die Beendigung der Besetzung ist dringlich, aber nicht neu.

32. Der Nahe Osten ist für Migranten aus Asien und sogar aus Afrika auch ein wichtiges Ziel und Zwischenstopp auf dem Weg nach Europa und Nordamerika. Bei unserem Besuch in den Golfstaaten haben wir gesehen, unter welchen Bedingungen die vielen Wanderarbeiter und Wanderarbeiterinnen aus Asien und Afrika dort leben und welche Anstrengungen sie unternehmen müssen, um gemeinsam mit anderen Christen Gottesdienst zu feiern. Es ist sehr erfreulich, dass unser Besuch die kleine, aber lebendige christliche Gemeinschaft in den Golfstaaten so inspirierte, dass sie ein ökumenisches Forum gründete, das sich dank unserer ständigen Unterstützung immer mehr etabliert. Es ist uns bewusst geworden, dass wir den Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz (AACC) hätten einladen sollen, bei diesem Projekt mitzuwirken. Ich bin sehr dankbar für die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), der Asiatischen Christlichen Konferenz (CCA), dem Rat der Kirchen im Mittleren Osten (MECC) und der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz (AACC) in Fragen der Migration und anderen Anliegen. Der ÖRK wird auch in Zukunft auf globaler Ebene Raum bereitstellen, um die Beteiligung anderer regionaler ökumenischer Organisationen und ökumenischer Partner in ihrem wichtigen und schwierigen Dienst zu fördern.

33. Die Anwesenheit von Migranten und Migrantenkirchen hat tiefgreife Auswirkungen auf Gemeinschaften und Kirchen, insbesondere in Europa und Nordamerika. Das äußere Erscheinungsbild der Ortskirchen in den großen Städten dieser Regionen hat sich durch die Präsenz von Migrantengemeinschaften aus aller Welt erheblich verändert. Während die Mitgliedschaft der traditionellen Kirchen in Westeuropa und auch in Nordamerika weiter schrumpft, prägen Gottesdienst und Gemeinschaftsleben der Migrantengemeinschaften das Gesicht des Christentums in diesen Regionen immer stärker. Welches sind die missionstheologischen Implikationen dieses Phänomens, da die Missionsbewegung, die ihre Ursprünge in diesen Regionen hatte, jetzt in Form christlicher Migrantengemeinschaften zurückkommt? Wenn wir auf diese Veränderungen angemessen reagieren wollen, so setzt dies ein neues Verständnis der Ortskirche und speziell der Art interregionaler Zusammenarbeit voraus, die wir zusammen mit anderen Partnern entwickeln. Ich war beeindruckt von der kleinen Kirchengemeinschaft der Remonstrantischen Brüder- und Schwesternschaft in den Niederlanden, die sich Migranten geöffnet hat, weil sie weiß, dass sie selbst eine alternde Gemeinschaft ist, die für sich eine neue Zukunft finden muss. Es erfüllt mich auch mit Dank, dass die KEK-Vollversammlung im letzten Monat in Lyon (Frankreich) einmal mehr die Verpflichtung der Kirchen in Europa bekräftigt hat, Migration nicht nur als soziales, sondern auch als kirchliches Anliegen zu behandeln.

34. Der wichtigste thematische Fokus des Besuchs 2008 im pazifischen Raum waren der Klimawandel, der französische Atomwaffentest in Mururoa und seine langfristigen Auswirkungen sowie die Klimaflüchtlinge, die in Zukunft von diesen Inseln evakuiert werden müssen. Das Phänomen des Klimawandels ist genauso so sehr das Ergebnis eines egoistischen anthropozentrischen Entwicklungsansatzes wie auch einer ethischen Krise, die durch die Gier einiger weniger genährt wird, ihr hohes Konsumniveau auf Kosten der Umwelt und der in bitterster Armut lebenden Bevölkerungsmehrheit aufrechtzuerhalten. Es ist daher auch eine Frage der Gerechtigkeit und muss als solche behandelt werden. Unser Besuch wurde als erneutes Bekenntnis des ÖRK zur Solidarität mit den Menschen und Kirchen im pazifischen Raum verstanden, die mit den Auswirkungen des Klimawandels fertig werden müssen, wobei das schlimmste Szenario der mögliche Untergang einiger der niedriger gelegenen Inseln infolge des steigenden Meeresspiegels ist. Wir müssen bereit sein, die Kirchen und die Pazifische Konferenz der Kirchen in ihren Initiativen zur Evakuierung der Bevölkerung dieser Inseln, die für immer verschwinden werden, zu begleiten. Für die Betroffenen werden die emotionalen, psychischen, kulturellen, spirituellen und wirtschaftlichen Folgen beispiellos sein. Die mögliche Evakuierung ganzer Gemeinschaften hat aber auch kirchliche und ekklesiologische Implikationen. Die starke Präsenz aktiver und praktizierender pazifischer Christen und Christinnen wird ungeheure Auswirkungen auf das Erscheinungsbild des Christentums in Regionen wie Australien und Aotearoa-Neuseeland haben, die zu den potenziellen Aufnahmegemeinschaften gehören.

35. Der ÖRK hat die interregionale Zusammenarbeit nicht nur in Fragen der Migration, sondern auch im Blick auf andere Anliegen, wie beispielsweise Handel, Klimawandel und interreligiöser Dialog und Zusammenarbeit, unterstützt und gefördert. Wir haben gelernt, angesichts unserer Interdependenz „im Raum“ zusammen mit anderen ökumenischen Partnern die jeweilige Rolle der beteiligten regionalen ökumenischen Organisationen und des ÖRK als globaler Akteur klar zu identifizieren. Aber wir haben uns – in Anerkennung der Interdependenz „in der Zeit“ - noch bewusster auf die ökumenische Ausbildung und Beteiligung junger Menschen konzentriert. Einige von uns könnten versucht sein, die pfingstkirchlichen und post-denominationellen Kirchen um ihre Medienpräsenz, die so viele junge Menschen anzieht, zu beneiden. Wir bemühen uns nach wie vor intensiv, junge Menschen durch elektronische Medien und mit anderen Mitteln anzusprechen. Aber vielleicht ist dies nicht der beste Weg für uns, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich habe andere sehr erfolgreiche Beispiele für die Einbeziehung junger Christen gesehen. Ende Dezember 2007 folgten mehr als 40 000 junge Christinnen und Christen aus Europa und anderen Teilen der Welt der Einladung der Taizé-Gemeinschaft nach Genf und eroberten die Stadt im Sturm. Mehrere Tage lang erlebten wir, wie diese jungen Menschen ihren christlichen Glauben intensiv lebten - mit Liedern, Gebeten und der Reflexion über wichtige sozioökonomische Probleme unserer Zeit und über ihre Rolle bei deren Lösung. Dies war ein sehr ermutigendes Zeichen, das auf eine Verjüngung der Kirchen in Europa hoffen lässt.

36. Während meiner Besuche beim Deutschen Evangelischen Kirchentag und der Maramon-Konvention im indischen Staat Kerala sah ich weitere großartige Beispiele. Beide Veranstaltungen wurden von mehr als 100 000 Christen besucht und die Mehrheit von ihnen waren junge Menschen. Auf dem Kirchentag wie auch der Maramon-Konvention sind die Jugendlichen sehr präsent und ihre Anwesenheit und Beteiligung weckt bei alten und jungen Menschen gleichermaßen Hoffnung. Sie treten auf sehr lebendige Weise sowohl miteinander als auch mit leitenden Kirchenvertretern/innen in Beziehung. Als ich in der Nähe des Dorfes Maramon die vielen jungen Menschen sah, die geduldig unter einem pandal, einem Dach aus Kokosnussblättern auf dem trockenen Sandbett des Flusses Pampa saßen, legte ich meine vorbereitete Predigt beiseite, denn ich merkte, dass diese Menge eine pastorale Botschaft hören und sich selbst als Teil von Christi Mission heute erfahren wollte. Deshalb sprach ich in meiner Predigt darüber, wie wir Jesus begegnen können und wie wichtig die christliche Präsenz in der Gesellschaft heute ist. „Die Welt brennt“, sagte ich, „und Gott sucht diejenigen, die sie retten können.“ Und diese Aufgabe, die Notleidenden und Sterbenden zu retten und sich den Mächten und Gewalten entgegenzustellen, wird den jungen Menschen anvertraut.

 

Aufgaben und Funktionen des ÖRK

37. „Die Welt brennt und Gott sucht diejenigen, die sie retten können“, die bereit sind, zusammen mit Gott an dem großen Projekt der Rettung der Welt teilzunehmen. Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn sandte, um sie vor den zerstörerischen Konsequenzen menschlicher Sünde zu retten und sie mit Gott zu versöhnen (Joh 3,16). Dass diese Welt nicht zerstört, sondern gerettet werden muss, hat mich auf meiner ökumenischen Reise stets motiviert. Für mich ist das Erlösungswerk Christi das wichtigste Heilsereignis, das Gott seit der Erschaffung von Adam und Eva gewirkt hat. Und Gottes Versöhnung schließt nicht nur die Menschen ein, sondern die ganze Schöpfung.

38. Wenn wir uns als ÖRK darauf konzentrieren, die Gemeinschaft der Kirchen durch Beziehungen der Solidarität und Begleitung zwischen und unter Mitgliedskirchen zu leben, dann streben wir die Einheit der Kirche nicht als Selbstzweck an, sondern um der Zukunft der Menschheit und der ganzen Schöpfung Gottes willen (Röm 8; Eph 1,10; Kol 1,15-20; Offb 21-22). Die Ökumene führt uns zum erweiterten Horizont von Gottes Heilsgeschichte und lässt nicht zu, dass wir uns mit den engeren Horizonten der Gemeinschaft und der ethnischen oder nationalen Zugehörigkeit zufrieden geben. Wir sind dazu berufen, uns von allen Loyalitäten und menschlichen Bindungen zu befreien, die uns daran hindern, diese umfassendere Vision zu leben. Das ist hart, doch wir haben de facto keine andere Wahl, als diese höhere Berufung zu akzeptieren.

39. Während ich die Schlüsselaussage des Dokuments „Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verständnis und einer gemeinsamen Vison“ (CUV) zur Gemeinschaft der Mitgliedskirchen ganz klar bekräftige, möchte ich doch unterstreichen, dass diese Gemeinschaft nicht zweckfrei ist. Sie ist vielmehr dazu berufen, die Einheit der Kirche wiederherzustellen, damit die Welt glaube (Joh 17,21). Theologischer Dialog und gemeinsames Zeugnis und Dienst in der Welt gehören auf dem Weg zu einer tieferen Einheit unter den Kirchen – die unser zentrales Ziel bleibt - zusammen.

40. Der ÖRK, der die Gemeinschaft der Kirchen ist und das Leben dieser Gemeinschaft stärkt, stellt an allererster Stelle den ökumenischen Raum bereit, in dem die Mitgliedskirchen gemeinsam zur sichtbaren Einheit voranschreiten und sich gegenseitig in ihrem Leben und Zeugnis in der Welt unterstützen können. Der Rat ist mehr als nur eine Organisation, er ist der Raum, der den Kirchen die Möglichkeit gibt, ihre Gemeinschaft zu leben und einander zur Rechenschaft über ihre Bemühungen aufzurufen, auf dem Weg zur angestrebten sichtbaren Einheit Fortschritte zu machen. Der ÖRK ist auch der Raum, in dem Mitgliedskirchen und ökumenische Partner zusammenkommen können, um ihre Hoffnungen und Anliegen miteinander zu teilen, einander solidarisch zur Seite zu stehen, sich gegenseitig herauszufordern, globale Tendenzen zu analysieren, gemeinsame Aufgaben zu erkennen, gemeinsame Aktionen durchzuführen und gemeinsam die Stimme zu erheben – indem sie gemeinsam auf das Evangelium Christi hören und sich über ihre jeweiligen Erfahrungen mit unserem gemeinsamen Leben und Glauben austauschen.

41. Der ÖRK erfüllt eine Reihe von Schlüsselfunktionen im Streben nach sichtbarer Einheit, die in den letzten Jahren mit zunehmender Klarheit herausgearbeitet wurden:

42. Der Rat hat eine convenor-Rolle, er führt ökumenische Partner, Mitgliedskirchen und andere Kirchen in einem „ökumenischen Raum“ zusammen, wo sie miteinander reden und die ökumenische Tagesordnung aufstellen können.

43. Der Rat dient potenziell als gemeinsames Sprachrohr, mit dem die Kirchen der Welt eine klare, prophetische Vision verkünden können.

44. Der Ökumenische Rat der Kirchen stellt Mechanismen gegenseitiger Rechenschaftspflicht bereit, bekundet Solidarität und bietet Kirchen und anderen in schwierigen Situationen Begleitung an.

45. Der ÖRK hat auch die Aufgabe, für größere Kohärenz in der einen ökumenischen Bewegung zu sorgen.

46. Jede dieser Schlüsselrollen ist integraler Bestandteil des Ganzen und darf in der Reflexion über die einzigartige Berufung des Ökumenischen Rates der Kirchen nicht separat betrachtet werden.

47. Die Halbzeitauswertung, die uns auf dieser Tagung vorgelegt wird, unterstreicht, dass es für die Zukunft von entscheidender Bedeutung ist, einen Ansatz zu finden, bei dem dieses Verständnis der Aufgaben und Funktionen des ÖRK so umgesetzt wird, dass die verschiedenen Dimensionen des Lebens und der Arbeit der Gemeinschaft integriert werden. Er schließt auch partizipatorische Methoden bei der gemeinsamen Ausführung programmatischer Arbeit mit den Mitgliedskirchen und Partnern ein. Deren Einbeziehung und Mitwirkung ist von zentraler Bedeutung, damit der ÖRK nicht als Organisation gesehen wird, die irgendwie „außen vor“ ist, sondern als gemeinsames Sprachrohr und gemeinsamer Raum, den wir gemeinsam gestalten und stärken. Wir messen der convenor-Rolle des ÖRK große Bedeutung bei, denn wenn wir in glaubwürdiger Weise zusammenkommen, so stärkt dies unsere gemeinsame Stimme und dient der Kohärenz der ökumenischen Bewegung. Die Bedeutung dieser Rolle ist vom Fortsetzungsausschuss für die Ökumene im 21. Jahrhundert auf seiner jüngsten Tagung in Belém (Brasilien) und in ganz ähnlicher Weise vom Ausschuss für die Konzeption der Vollversammlung (ADC) betont worden.

48. Zur Erfüllung dieser Aufgaben und Funktionen müssen die Kirchen und ökumenischen Partner gemeinsame Verpflichtungen eingehen und sich gegenseitig Rechenschaft ablegen. Im Bericht des ADC heißt es, dass wir anerkennen müssen, dass es verschiedene Ebenen der Verpflichtung innerhalb der umfassenderen ökumenischen Bewegung gibt. Es ist sehr wichtig, dass dies in unseren Arbeitansätzen und -methoden zum Ausdruck kommt. Dieser Punkt ist im Blick auf das Globale Christliche Forum (GCF) als einer neuen und sehr breiten ökumenischen Plattform, an der pfingstlich orientierte und charismatische Kirchen und Gemeinschaften teilnehmen, von besonderer Bedeutung. Wir werden weiter gemeinsam erforschen, wie die Einheit unter Christen aller Traditionen durch das GCF wachsen kann. In unserem Bemühen, gemeinsam an Fragen von gemeinsamem Interesse zu arbeiten, wie z.B. dem Missionsverständnis, dem Verhaltenskodex für Bekehrung und einer Reihe sozialer und ökologischer Fragen, werden wir auch Beziehungen zu denjenigen aufbauen, die sich von der konziliaren ökumenischen Bewegung bisher noch fern gehalten haben.

49. Wir sind von diesen neuen Formen der Zusammenarbeit überzeugt, obwohl wir nicht leugnen, dass es noch wichtige Differenzen gibt, denen wir uns im Dialog widmen müssen. Zu diesem Zeitpunkt kann das Globale Christliche Forum den ÖRK in seinen Diensten und Funktionen gegenüber seinen Mitgliedskirchen und der umfassenderen ökumenischen Bewegung nicht ersetzen. Das GCF hängt im Blick auf seine eigene Stabilität und sein Wachstum von einem gut funktionierenden ÖRK ab. Die tiefe Rechenschaftspflicht und die tiefe gegenseitige Verpflichtung, die die Mitgliedskirchen innerhalb der Gemeinschaft des ÖRK eingegangen sind, ist zu wichtig und zu kostbar für die Zukunft der ökumenischen Bewegung, als dass wir sie an irgendjemand anderen abtreten könnten.

 

Der gegenwärtige Moment – Geburtsstätte der Zukunft

50. Ich bin sehr dankbar für den sich abzeichnenden Konsens im Blick auf die grundlegende Rolle und Funktionen des ÖRK für die Mitgliedskirchen, die ökumenischen Partnerorganisationen und die weitere ökumenische Bewegung, die wir in den beiden Berichten des Fortsetzungsausschusses für die Ökumene im 21. Jahrhundert sowie im Ausschuss zur Konzeption der Vollversammlung feststellen können. Ich bin überzeugt, dass wir bald klarer sehen werden, wie diese Einsichten in Projekte und Aktivitäten im Rahmen der Programmarbeit des ÖRK umgesetzt werden können. Diese Zentralausschusstagung ist in mehrfacher Weise entscheidend für die Zukunft des ÖRK und der ökumenischen Bewegung – nicht nur, weil Sie einen neuen Generalsekretär wählen werden, sondern auch aufgrund der Entscheidungen, die Sie im Blick auf die Gestalt der nächsten Vollversammlung, die Leitung und Leitungsstrukturen des ÖRK sowie notwendige Anpassungen in der Programmarbeit treffen werden.

51. Ein umfassender Bericht über unsere programmatische Arbeit seit der letzten Zentralausschusstagung ist für den Programmausschuss vorbereitet worden, der intensiv darüber diskutieren und Kommentare und Vorschläge zur Beschlussfassung an den Zentralausschuss weiterleiten wird. Ich möchte kurz auf die Erfahrungen, die wir mit diesem integrativen Ansatz gemacht haben, und auf einige Lehren, die wir daraus gezogen haben, eingehen.

52. Die Vollversammlung im Jahre 2006 hatte sich für einen integrativen und interaktiven Ansatz in der Programmstruktur des ÖRK ausgesprochen und die wechselseitige Bezogenheit aller Programmarbeit herausgestellt - was strukturell darauf hinausläuft, von unabhängigen Einzelprogrammen und Aktivitäten des ÖRK zu einem „ÖRK-Gesamtprogramm“ überzugehen, in dem Programme und Beziehungen bewusst miteinander verbunden werden. Seit 2006 haben wir an einem kohärenteren Programm gearbeitet, das sich an der in der Botschaft der Vollversammlung entfalteten dreifachen Vision der Verwandlung orientiert.

53. Das Ziel des neuen Modells bestand seither darin, „die Qualität der vom ÖRK als Gemeinschaft seiner Mitgliedskirchen in aller Welt … geleisteten Arbeit zu verbessern; Integration und Austausch, Flexibilität und Offenheit sowie einen kooperativen, partnerschaftlichen Stil der Zusammenarbeit mit anderen Akteuren in der ökumenischen Bewegung in den Mittelpunkt zu stellen“.4 In der Halbzeitauswertung der Programmarbeit des ÖRK heißt es: „Die neue Arbeitsmethode und –struktur ist mittlerweile eingeführt worden und wird innerhalb der Programmbereiche sichtbar und deutlich. Dieser Neuansatz kann die Isolierung von Arbeitsbereichen überwinden, die Entwicklung von Arbeitsformen in abgekapselten Einheiten verhindern und zur Integration von Programmen beitragen, zugleich müssen die Implikationen für die Arbeitszeitbelastung und die generelle Arbeitslast des Stabes aber noch genauer untersucht werden. So hat z.B. der Versuch, Kooperationen interaktiver Mitarbeiterteams über Programmgrenzen hinweg zu organisieren, gemischte Resultate erbracht und benötigt weitere Vertiefung und Diskussion im Blick auf seine Wirksamkeit und Effizienz.“5

54. Gleichwohl hat der Prozess in Richtung Integration dazu beigetragen, die spezifische Rolle des ÖRK inmitten einer komplexen ökumenischen Bewegung und vieler Organisationen und ökumenischen Körperschaften in der Welt zu erhellen. Die Integrationsbemühungen haben vor allem dazu beigetragen, die convenor-Rolle des ÖRK in der weiteren ökumenischen Bewegung zu klären. Sie führten dazu, dass globale Trends interpretiert und den Kirchen und ökumenischen Partnern Möglichkeiten gegeben wurden, in angemessener Weise auf globale Fragen und Herausforderungen zu reagieren, und gleichzeitig zu versuchen, die Kohärenz der ökumenischen Bewegung zu bewahren.

55. Es bleibt natürlich eine Reihe von Herausforderungen, denen wir uns nach wie vor stellen müssen. Die erste betrifft die Tatsache, dass Programmintegration immer anhaltende und häufig auch langwierige „Prozesse“ voraussetzt, in denen die positiven Ergebnisse der Arbeit nicht immer schon in einem begrenzten Zeitrahmen zu erkennen sind. Bisweilen sind Aktivitäten des ÖRK, wenn sie mit ökumenischen Partnern zusammen unternommen werden, auch in einen längerfristigen Planungsrahmen mit einbezogen, in dem Aktivitäten und Personaleinsatz gemeinsam benötigt werden, um zum gleichen Arbeitsergebnis zu gelangen, was aber quantitativ wiederum nicht einfach darzustellen und als solches zu erkennen ist.

56. Die zweite Herauforderung betrifft die Natur der Arbeit, die der ÖRK leistet. Der ÖRK-Stab hat sehr entschieden darauf hingearbeitet, eine detaillierte Arbeitsplanung für einen Drei-Jahreszeitraum vorzulegen. Dies geschieht sowohl teamübergreifend innerhalb des Rates als auch zusammen mit Partnern in der ganzen Welt. Gleichzeitig kann, wenn eine Krise in einem Land oder ein Konflikt plötzlich eine rasche ökumenische Antwort erfordert, dies nicht lange im Voraus geplant werden und benötigt deshalb im Allgemeinen eine sehr intensive Abstimmung mit ökumenischen Partnern. Unerwartete Ereignisse erfordern immer die Bereitstellung zusätzlicher Stabsarbeitszeit und finanzieller Ressourcen zusätzlich zu den detailliert ausgearbeiteten Jahresplänen, die von jedem Programm erstellt werden.

57. Auch wenn jedes Programm und jede Aktivität jeweils spezifische Wirkung in den Kirchen und der ökumenischen Familie haben mag, gibt es doch gemeinsame Lernerfahrungen in unserer Arbeit mit den Kirchen, die über die Programmgrenzen hinweggehen.

58. Alle Kirchen der verschiedenen Traditionen haben sich die Verpflichtung zur sichtbaren Einheit der Kirche und das gemeinsame Zeugnis in der Welt zu Eigen gemacht, aber eben diese Vision ist heute herausgefordert, auf die sich verändernde kirchliche Landschaft zu reagieren, ein tieferes Bewusstsein von Gottes Beziehung zur Schöpfung, von unserer eigenen Schöpfungsbeziehung sowie von unseren Beziehungen zu anderen Glaubensgemeinschaften und Religionen in unseren zunehmend pluralistischen Gesellschaften zu entwickeln.

59. Die Vielfalt innerhalb unserer Gemeinschaft ist spannend, aber das allein ist nicht genug. Unsere Verschiedenheit bereichert uns, wenn es ein Gefühl der grundsätzlichen Zusammengehörigkeit und des Miteinanderteilens inmitten dieser großen Vielfalt von Traditionen und Kulturen gibt. Eine größere Kohärenz in der ökumenischen Bewegung, zu der die CUV-Studie uns aufgerufen hat, kann nur durch bewusstere Interaktion zwischen den Mitgliedskirchen und der ökumenischen Bewegung entstehen.

60. Abnehmende Finanzmittel und personelle Ressourcen drängen den ÖRK und die globale ökumenische Bewegung, sich auf eine Ein-Sprachen-Politik in seiner Arbeit wie auch bei seinen Veröffentlichungen zuzubewegen (d.h. die Reduktion auf die Arbeitssprache Englisch). Die neue ekklesiale Landschaft aber verlangt eher nach einem weiteren als nach einem enger werdenden Ansatz, einschließlich der Frage der Einbeziehung wichtiger Sprachen des Südens. Dies ist eine Verantwortung für alle von uns – Mitgliedskirchen, ökumenische Partner und des ÖRK-Generalsekretariats –, die aber zugleich einen weltweiten Ansatz auf der Ebene des ÖRK wie auch der mit ihm verbundenen ökumenischen Partnern erfordert.

61. Ich möchte den Mitgliedern der Arbeitsgruppe für Leitungsfragen, Rechenschaftspflicht und Personalpolitik meinen herzlichen Dank und tiefe Anerkennung aussprechen und bekräftige nachdrücklich die Ergebnisse ihres Berichts, der dem Zentralausschuss zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Die in diesem Bericht enthaltenen kurzfristigen Empfehlungen wollen den Geist der Gemeinschaft fördern, indem sie mehr Klarheit und Transparenz in eine lange – aber auch komplexe - institutionelle Geschichte und Organisationsform bringen. Die Empfehlungen mit mittelfristiger und langfristiger Perspektive verdienen all unsere Aufmerksamkeit, weil sie darauf ausgerichtet sind, den ÖRK mit Leitungs- und Management-Strukturen auszurüsten, die besser auf den schnellen Wandel in unserer heutigen Welt, einschließlich der sich radikal verändernden ökumenischen Beziehungslandschaft, bezogen sind.

62. Die Feststellung der Arbeitsgruppe, dass die Leitungsstruktur des Rates sich seit den Anfängen in den 1930er Jahren kaum weiterentwickelt hat, ist zutreffend und vielsagend. Die dem Bericht zugrunde liegende Absicht, Änderungen im Geist der Grundsatzerklärung „Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verständnis und einer gemeinsamen Vison“ (CUV) vorzuschlagen, ist sehr überzeugend. Die Vorschläge für eine Verbesserung der Arbeitsprozesse („good practice“) in verschiedenen Bereichen, die allgemein akzeptierten Standards folgen, sind wirklich sehr wertvoll. Daher bin ich der festen Überzeugung, dass wir diesen im Bericht der Arbeitsgruppe vorgeschlagenen äußerst wichtigen Prozess als natürliche Erweiterung – oder als integralen Bestandteil – all unserer Bemühungen sehen sollten, den Rat strukturell so auszurüsten, dass diese einzigartige globale Gemeinschaft der Kirchen ihre wahre Rolle innerhalb der ökumenischen Bewegung im 21. Jahrhundert spielen kann.

63. Wie ich weiter oben in meinem Bericht bereits erwähnt habe, gibt es neben der Arbeitsgruppe für Leitungsfragen noch weitere Prozesse und Ausschüsse, deren Ergebnisse und Empfehlungen diesem Zentralausschuss vorgelegt werden. Ich habe keinen Zweifel daran, dass die auf der Grundlage dieser Empfehlungen gefassten Beschlüsse sich positiv auf die Zukunft des ÖRK auswirken werden. Gleichzeitig mit diesen Prozessen liefen auch interne Prozesse ab, deren Ergebnisse langfristig signifikant zur Nachhaltigkeit des Rates beitragen werden. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und den nun folgenden Ausführungen meinen tiefen Dank an die Mitgliedskirchen und kirchlichen Dienste und Werke vorausschicken, die den Rat finanziell unterstützt haben. Ganz besonders dankbar bin ich für die Unterstützung, die die finanzielle Stabilität des ÖRK während meiner Amtszeit als Generalsekretär gewährleistet hat.

64. Bei der Vorbereitung der Programmpläne und des Haushaltsentwurfs für 2010 mussten die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise mitberücksichtigt werden. Diese neuen finanziellen Zwänge haben schwerwiegende Konsequenzen für den Haushalt des ÖRK, da eine Reihe von Kirchen und Partnern für 2009 wie auch für 2010 eine Reduzierung ihrer finanziellen Unterstützung angekündigt hatten. Die sinkenden Einnahmen mussten durch eine Reduzierung der direkten Kosten von Aktivitäten, die Zusammenlegung oder Aufschiebung von Aktivitäten und die Neuzuteilung von Stabsmitgliedern zur Besetzung freier Stellen ausgeglichen werden. Ein Vergleich des Haushaltsentwurfs 2010 mit der Situation Anfang 2008 zeigt, dass die Zahl der Mitarbeitenden um mehr als 25 Personen reduziert worden ist.

65. Der dem Zentralausschuss zur Annahme vorgelegte Haushaltsentwurf 2010 sieht eine Erhöhung der nichtzweckgebundenen Mittel um CHF 0,35 Millionen im Vergleich zu den anvisierten CHF 0,7 Millionen vor. Die Finanzierungsanfragen für 2010 werden im Herbst durch entsprechende Zusagen bestätigt werden. Es besteht das Risiko, dass bestimmte Anfragen aufgrund der finanziellen Zwänge, unter denen die Finanzierungspartner leiden, nicht voll erfüllt werden können.

66. Der Haushaltsentwurf 2010 wird überarbeitet werden müssen, um das Wachstumsziel bei den nichtzweckgebundenen Mitteln zu erreichen. Auf seiner Tagung im Februar 2009 billigte der Exekutivausschuss den Vorschlag des Finanzunterausschusses, „ein alternatives Szenario mit einer Steigerung der nichtzweckgebundenen Mittel um CHF 1,0 Millionen zu entwerfen, mit dem Ziel, einen gewissen Spielraum für unerwartete Entwicklungen oder Bedürfnisse im Jahr 2010 zu haben“.6

67. Bei der Vorbereitung dieses alternativen Szenarios stellte die Leitungsgruppe des Stabes fest, dass einerseits die Reduktion direkter Kosten die Budgets für Aktivitäten und Projekte in vielen Fällen auf ein absolutes Mindestmaß gesenkt hat. Das bedeutet, dass weitere Einschnitte bei den direkten Kosten nicht möglich sind, ohne eine Reihe von Projekten vollständig zu beenden. Andererseits muss eine weitere Reduzierung des Personalbestands notwendigerweise zur Einstellung von Aktivitäten und Projekten führen.

68. Die Anforderungen des alternativen Szenarios können nicht ohne größere Veränderungen in der Art und Weise, wie der Rat seine Programmarbeit leistet, erfüllt werden. Das vom letzten Exekutivausschuss festgelegte Ziel kann daher nur erreicht werden, wenn wir folgende Maßnahmen ernsthaft und sorgfältig überdenken:

 

  1. die Anpassung der internen Management- und Programmstrukturen. Dies könnte die Zusammenlegung von Programmen oder die Zusammenführung von mehr als einem Programmbereich unter einer Leitung einschließen. Es könnte auch bedeuten, dass einige Projekte oder Aktivitäten ganz eingestellt werden.

  2. strukturelle Veränderungen in der Arbeitsweise des Rates. Solche Veränderungen sollten jetzt sondiert und in den kommenden Jahren vor der Vollversammlung 2013 umgesetzt werden. Dazu könnten beispielsweise gehören: (i) ein neues Gleichgewicht zwischen „der Gemeinschaft“ und „der Organisation“ finden und herstellen (wie es im CUV-Dokument und im Bericht der Arbeitsgruppe für Leitungsfragen, Rechenschaftspflicht und Personalpolitik heißt), (ii) die Gemeinschaft der Kirchen zu einer stärkeren Beteiligung an Planung und Durchführung der Arbeit des Rates ermutigen, (iii) die Arbeit der Mitgliedskirchen in bestimmten Bereichen fördern, (iv) Aktivitäten aufzeigen und fördern, die im Namen des ÖRK als einer Gemeinschaft von Kirchen von zwei, drei oder mehr Kirchen oder ökumenischen Partnern koordiniert und durchgeführt werden, die besondere Fachkompetenz oder aus guten Gründen besonderes Interesse an einer Mitwirkung haben.

69. In diesen beiden Bereichen muss die Arbeit des ÖRK auf operativer Ebene angepasst werden, damit sowohl die Effizienz als auch die Wirkkraft des Rates gestärkt werden.

70. Wo stehen wir heute?

71. Leitung und Stab haben bereits einen Prozess der Neubündelung der Programmarbeit in Gang gesetzt, bei dem sie den Leitsatz „macht weniger, aber macht es besser“ beherzigt haben. Die Vorbereitungen für die Programmpläne 2010 begannen mit einer Klausurtagung der Gruppe leitender Mitarbeiter/innen (SEG), auf der die geplanten wichtigsten Ziele des Rates und Schwerpunkte seiner Arbeit überprüft wurden. Die Diskussion der SEG und die weiterführende Reflexion ließen die Notwendigkeit erkennen, größere Stabteams zu bilden, die sich auf eine kleinere Zahl von Projekten konzentrieren, um eine stärker integrierte Arbeitsweise zu gewährleisten. Dieses Prinzip ist zur Grundlage des Haushaltsentwurfs und der Pläne für 2010 geworden. Die Umstrukturierung der Projekte und Aktivitäten wurde ohne Anpassung an die bestehende Programmstruktur unternommen. Wir sind zuversichtlich, dass die bereits begonnene Arbeit weitergehen und konkrete Ergebnisse bringen wird.

 

72. Wir sind uns jedoch voll und ganz bewusst, dass diese Arbeit nicht ausschließlich von den Zwängen der neuen finanziellen Situation bestimmt, sondern auch nach den Ergebnissen der Halbzeitevaluierung der Programmarbeit für die Zeit von 2006-2008 gestaltet werden sollte. In diesem Sinne kann ich Ihnen versichern, dass die Vision, die ich in meinem Papier von der Rolle des Rates innerhalb der ökumenischen Bewegung entwickelt habe, das wichtigste Fundament darstellen wird, auf dem dieses neue Szenario aufgebaut werden muss.

73. Schließlich kann ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass die Vorarbeiten zu möglichen Veränderungen in der internen Managementstruktur, die die Effizienz auf der Managementebene verbessern sollen, gezeigt haben, dass diese Maßnahmen zu einer Steigerung der nichtzweckgebundenen Einnahmen von fast CHF 1,0 Millionen führen könnten und somit eine Alternative zum Haushaltsentwurf 2010 in seiner bisherigen Form ermöglichen würden.

74. Da wir den vom Exekutivausschuss vorgeschlagen Weg bereits halb gegangen sind und nun eine grundsatzpolitische Entscheidung benötigen, um Angelegenheiten, die für die Zukunft des Rates äußerst wichtig sind, weiter behandeln zu können, ersuche ich den Zentralausschuss, diese neue Ausrichtung prinzipiell zu bestätigen, damit das alternative Szenario entsprechend ausgearbeitet, den leitenden Amtsträgern/innen im Dezember 2009 unterbreitet und dann dem Exekutivausschuss im Februar 2010 zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt werden kann.

75. Es kann keinen Zweifel geben, dass es sich hierbei um wichtige Entscheidungen handelt, die erhebliche Implikationen für die Festlegung der zukünftigen Ausrichtung des ÖRK haben. Ich möchte Sie jedoch bitten, das umfassendere Bild nicht aus den Augen zu verlieren und nicht in institutionellen Notwendigkeiten und Schwierigkeiten steckenzubleiben. Das übergreifende Ziel der Einheit der Kirche und die zahlreichen Krisen, mit denen wir konfrontiert sind, gehen weit über die unmittelbaren institutionellen Bedürfnisse und Belange des ÖRK hinaus. Wir müssen uns immer die größere Vision in Erinnerung rufen, die der Schlüssel für die Zukunft der Menschheit und dieser Welt ist. Diese Zukunft hat in Christus, in seinem Tod am Kreuz und in seiner Auferstehung Gestalt unter uns angenommen. Im Licht des Christusgeschehens ist der gegenwärtige Moment immer die Geburtsstätte der Zukunft, die Gott für uns bereithält.

76. Die Bedeutung, die die Zukunft der ökumenischen Bewegung für uns hat, kommt in unserem Engagement für junge Menschen sowie in unseren Bemühungen, die ökumenische Ausbildung auf allen Ebene der Kirche zu stärken, zum Ausdruck. Wir hatten das Ökumenische Institut Bossey und das Netzwerk für Ökumenische Theologische Ausbildung (ETE) in einem Programmbereich untergebracht, damit beide sich gegenseitig unterstützen und Synergien nutzen können. Mir ist bewusst, dass diese Integration der wunderbaren Arbeit, die das Ökumenische Institut vor Ort und das ETE-Netzwerk auf globaler Ebene leistet, sich als schwieriger erwiesen hat, als wir das erwartet hatten. Zwar bin ich überzeugt, dass es wichtig ist, ökumenische Ausbildung und Bildungsarbeit innerhalb eines Programms zentral zu koordinieren, aber dennoch bin ich zu dem Schluss gelangt, dass es in diesem Fall zweckmäßig ist, die gegenwärtige ETE-Arbeit des ÖRK separat weiterzuführen und zu koordinieren. Auf diese Weise wird Bossey sich auf seine Arbeit als Ökumenisches Institut konzentrieren, das auch Elemente der Laienbildung einschließt. Die organisatorischen Implikationen dieser Veränderung werden in dem alternativen Szenario, das ich oben angedeutet habe, behandelt werden. Aber bei der Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen dürfen wir es nicht zulassen, dass die Vergangenheit Lösungen im Weg steht, die unsere Arbeit zur ökumenischen Ausbildung verbessern werden. Denn das ist es, was junge Menschen und zukünftige Generationen verdienen und was sie von uns erwarten dürfen.

77. Diese Zukunft, die immer schon im gegenwärtigen Moment angelegt ist, geistlich wahrzunehmen, ist nie die Aufgabe eines Einzelnen allein oder auch nur einer Organisation, sondern der Gemeinschaft der Gläubigen, zusammen mit denjenigen, denen die Verantwortung für die Leitung und geistliche Wahrnehmung anvertraut worden ist. Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich sicher, dass junge Menschen eine zentrale Rolle in diesen Prozessen der geistlichen Wahrnehmung und Urteilsbildung spielen werden. Für junge Menschen stellt das sowohl eine Herausforderung als auch ein Privileg dar: Herausforderung, weil sie sich mit dem status quo nicht zufrieden geben dürfen; Privileg, weil sie ihren Beitrag zu den Wahlmöglichkeiten leisten können, die wir heute haben und die ihre Mitwirkung in Leben und Arbeit der ökumenischen Bewegung beeinflussen könnten.

78. Ich bin Gott dankbar, dass ich zur Gründung der ECHOS-Kommission als neuem Instrument, das der Stimme der Jugendlichen im ÖRK und in der ökumenischen Bewegung Gehör verschafft, beitragen konnte. Ich schlage vor, dass wir Vertretern und Vertreterinnen der ECHOS-Kommission und den jungen Mitgliedern unter uns im Anschluss an diesen Bericht Raum geben, im Zentralausschuss das Wort zu ergreifen.

79. Zum Schluss möchte ich dem ÖRK und der ökumenischen Bewegung für all die Gelegenheiten danken, die sie mir gegeben haben, meinen Dienst in der Fülle des Leibes Christi auszuüben. Es wird andere Gelegenheiten im Verlauf dieser Zentralausschusstagung geben, bei denen wir über unsere gemeinsamen Erfahrungen und die vielen Segnungen - und gelegentlichen Unannehmlichkeiten –, die wir über die Jahre hinweg miteinander geteilt haben, sprechen können. Vorerst möchte ich Ihnen allen herzlich danken - und Gott die Ehre geben, die ihm gebührt.

1 - Samuel Kobia, The Courage to Hope, ÖRK, Genf 2003

2 - Adam Hochschild, King Leopold's Ghost: A Story of Greed, Terror, and Heroism in Colonial Africa, Mariner Books, 1998, New York

3 - Pappe, Ilan, The Ethnic Cleansing of Palestine, S. 208, One World Publications Ltd., Oxford 2006

4 - Organisationsstruktur für die Arbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen, Zentralausschuss 2006, Dok. Nr. GEN 04, Punkt 3

5 - Bericht über die Halbzeitevaluierung des ÖRK für 2006-2008, Zentralausschuss 2009, Dok. Nr. GEN/PRO 03 (englisch)

6 - Protkoll der Exekutivausschusstagung, S.31 (englisch)