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Sexuelle Gewalt thematisieren: ökumenisches Team trifft in Westafrika mit kirchlichen und humanitären Partnern zusammen

07. März 2002

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), "Kirchen helfen gemeinsam" (ACT International) und der Lutherische Weltbund (LWB) entsenden ein gemeinsames ökumenisches Team nach Westafrika, um Gespräche im Zusammenhang mit den Vorwürfen sexueller Nötigung und Ausbeutung von Flüchtlingskindern in Sierra Leone, Liberia und Guinea zu führen. Die Anschuldigungen waren unlängst in einem vertraulichen Bericht des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) und der Organisation Save the Children enthalten.

Die Delegation wird am Montag, dem 11. März, in Freetown, Sierra Leone, eintreffen und anschliessend nach Liberia und Guinea reisen. Sie will insgesamt zwei Wochen in den drei Ländern verbringen.

ACT International gab mit Unterstützung seiner Trägerorganisationen LWB und ÖRK am 1. März eine Erklärung heraus, in der alle Formen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurden. In der Erklärung heisst es, ACT sei "zutiefst beunruhigt über das mutmassliche Ausmass der sexuellen Nötigung und Ausbeutung von Kindern u.a. durch humanitäre Mitarbeiter und schockiert von den Zeugenaussagen der Kinder und ihrer Familien".

Die einzelnen Teammitglieder haben bei dieser ökumenischen Mission verschiedene Rollen und Aufgaben. Einige sollen den Vorwürfen nachgehen und entscheiden, ob operationelle Verbesserungen nötig sind, und zwar nicht nur regional, sondern im weltweiten ACT-Bündnis. Andere Teammitglieder werden mit Kirchenvertretern/innen und interreligiösen Partnern zusammentreffen, um über Fragen sexueller Gewalt im Kontext der Dekade zur Überwindung von Gewalt zu diskutieren.

Melaku Kifle, Programmreferent im ÖRK-Team für internationale Beziehungen und Mitglied der Delegation meint: "Wir müssen gemeinsam darüber sprechen, wie die Kirchen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene das Thema sexuelle Gewalt und Belästigung bewusst machen und was sie dagegen unternehmen können. Solche Gewalt, wo immer und wann immer sie angewendet wird, darf nicht toleriert werden."

ACT International koordiniert und ermöglicht im Auftrag des Lutherischen Weltbundes und des Ökumenischen Rates der Kirchen Katastrophen- und humanitäre Nothilfe. Insgesamt arbeiten zehn ACT-Mitglieder in den drei Ländern. Die Mitglieder des ökumenischen Teams werden alle ACT-Mitglieder sowie ÖRK- und LWB-Mitgliedskirchen und Partnereinrichtungen in jenen Ländern besuchen.

Zur Delegation gehören die folgenden Mitglieder:

ACT International:

Sophie Gabbe Nygaard, Chefberaterin, Nothilfeabteilung, Norwegian Church Aid

Roswitha Brender, Referentin, Westafrika, Diakonie Katastrophenhilfe (Deutschland)

Callie Long, Kommunikationsbeauftragte, ACT International

Lutherischer Weltbund:

Paul Mbugua Kamau, Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche

Ökumenischer Rat der Kirchen:

Bischof S. Tilewa Johnson, Anglikanische Diözese von Gambia

Melaku Kifle, Programmreferent, ÖRK, Internationale Beziehungen