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Tveit: „Habt keine Angst! Wir sind dazu aufgerufen, Hoffnung zu bringen.“

Tveit: „Habt keine Angst! Wir sind dazu aufgerufen, Hoffnung zu bringen.“

Foto: ÖRK

07. Januar 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 10. Januar 2018

Der Besuch in China wird die Feierlichkeiten zum 70. Jubiläum des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) einleiten. Am 7. Januar predigte ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit in Peking in der Chongwenmen-Kirche, einer der ältesten protestantischen Kirchen Chinas, zum Thema Jesus Christus, die Freude der Welt. Tveit überbrachte Grüße der lebendigen Gemeinschaft mit weltweit 348 Mitgliedskirchen.

Die Chongwenmen-Kirche ist eine der ältesten protestantischen Kirchen in China. Sie wurde 1870 von amerikanischen Methodisten erbaut. Im Jahr 1900 wurde die Kirche beim Boxer-Aufstand zerstört und danach 1904 wieder aufgebaut. Während der chinesischen Kulturrevolution wurde die Kirche geschlossen und 1980 wieder eröffnet. Für Tausende Christen ist sie seither zu einem Bezugspunkt geworden. Jeden Sonntag werden hier fünf Gottesdienste mit vielen jungen Teilnehmenden gefeiert. Heute haben sich etwa 1000 Menschen zum gemeinsamen Gebet am Gottesdienst versammelt.

Tveit sagte in seiner Predigt: „Wir sind dazu aufgerufen, die gute Nachricht von Gottes Liebe und Frieden für alle Menschen weiterzugeben, wer immer diese Menschen auch sind und ungeachtet des Volkes, dem sie angehören.“

Tveit erwähnte in seiner Andacht insbesondere die Rolle der Kirchen in China, den ÖRK, den Schutz der Kinder sowie die Friedensarbeit auf der koreanischen Halbinsel, im Nahen Osten und in Kolumbien.

Tveit sagte: „Das erste Wort über Jesus Christus war ein Wort über die Freude. Ja, es ist eine Freude, Sie in dieser Weihnachtszeit hier in Peking zu besuchen, in einer Zeit, in der wir eben diese Freude feiern. In der heutigen Welt brauchen wir etwas, das uns als Menschen über jegliche Grenzen hinweg und in einer nachhaltigen Freude wirklich vereinen kann.“

„Das Licht kommt in die Welt...um Mensch zu werden; und die Würde, sogar in ihrer offensichtlichsten Verletzlichkeit als neugeborenes Kind, wird von Gott bestätigt. Wir alle sind nach dem Bilde Gottes geschaffen.“

Weiter sagte Tveit: „Die Botschaft vom Himmel richtet sich an alle Menschen. Die Sorge für die Menschen sollte die gleiche sein für uns alle, denn wir haben alle die gleichen Bedürfnisse und die gleichen Rechte auf Schutz.“

„Die ökumenische Bewegung stützt sich auf die Perspektive für ,alle Menschen‘. Die Freude von Weihnachten steht im Zentrum der Arbeit und des Aufrufs des Ökumenischen Rates der Kirchen, wenn wir heute, an diesem Weihnachtstag hier in Peking, China, unsere Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des ÖRK einleiten“, sagte Tveit und fuhr fort: „Die Freude von Weihnachten hat die Kirchen, dabei auch Ihre eigene protestantische Kirche in China, während der letzten 70 Jahre inspiriert, ein gemeinsames Zeugnis für Jesus Christus zu sein, und sie hat den Willen beflügelt, für Freude für alle Menschen zu arbeiten und Frieden auf Erden zu fördern.“

„Diese Freude von Weihnachten kann uns auch weiterhin zusammenbringen als Kirchen und als Menschen, in einer Welt, die einerseits fähig ist, sich zu verbessern, aber andererseits immer noch sehr gespalten und zersplittert ist. Auch wenn viele Menschen von Armut befreit worden sind, wie in Ihrem Land, leiden doch zahlreiche Menschen auf der Welt immer noch unter Not, unbehandelten Krankheiten, Konflikten, Angst, Einsamkeit, ja gar Hoffnungslosigkeit.“

Tveit sprach außerdem über die Rolle der Kirchen in China. „Wir verbreiten auch weiterhin die frohe Botschaft von Jesus Christus für alle Menschen. Eine der sehr guten Nachrichten in der Familie des Ökumenischen Rates der Kirchen war die Nachricht über das Leben und das Wachstum der Kirche in China. Ihr christliches Zeugnis während und nach der für Ihre Kirche sehr schwierigen Zeiten hat vielen Menschen in der Welt Hoffnung gegeben.“

Tveit schloss seine Predigt damit, dass er die Menschen an die verschiedenen aktuellen Konflikte in der Welt erinnerte. „Die Freude von Weihnachten ist eine Botschaft für alle, die ohne Frieden leben. In diesen Tagen müssen Menschen in Ihren Nachbarländern auf der koreanischen Halbinsel mit dem Risiko eines Krieges leben. Die Menschen in Korea sind schon lange in unseren Gebeten und unserer Aufmerksamkeit, aber noch stärker in den letzten Monaten. Als Ökumenischer Rat der Kirchen teilen wir ihre Angst, aber auch ihren Glauben an den Friedefürsten Jesus Christus. Dieses Jahr werden wir den Gemeinschaften in Lateinamerika und ihren Bedürfnissen für Frieden, namentlich den Menschen in Kolumbien, besondere Aufmerksamkeit widmen.“

„In dieser Weihnachtszeit werden wir speziell daran erinnert, dass unsere Schwestern und Brüder sowie alle Menschen in Bethlehem und im Nahen Osten einen gerechten Frieden brauchen.“

 

Besuch des ÖRK in China

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, sowie eine Delegation des ÖRK besuchen vom 7. – 16. Januar Mitgliedskirchen in China. Neben Tveit umfasst die Delegation ÖRK-Präsidentin für Asien, Dr. Sang Chang, sowie Pastor Dr. Peniel Rajkumar, Programmreferent des ÖRK für Interreligiösen Dialog.

Die Delegation wird Schanghai besuchen, sich mit dem Chinesischen Christenrat und der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung treffen sowie mit der Leitung und Studierenden des East China Theological Seminary. Die Delegation wird weiter nach Xi'an reisen und die Shaanxi Bibelschule und die Jing Xin-Kirche besuchen. Dr. Chang wird am 14. Januar in der Gangwashi-Kirche predigen. Die ÖRK-Delegation wird sich auch mit chinesischen religiösen Führungspersonen treffen sowie mit Vertretenden der staatlichen Verwaltung für religiöse Angelegenheiten in Peking.

Predigt von Pastor Dr. Olav Fykse Tveit vom 7. Januar 2018 in Peking (in englischer Sprache)

ÖRK-Delegation besucht China (ÖRK-Pressemitteilung vom 4. Januar 2018)

ÖRK-Mitgliedskirchen in China