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„Energie ist eine Gabe Gottes“

„Energie ist eine Gabe Gottes“

Interreligiöse Konferenz in Kasachstan „Alle zusammen unser gemeinsames Zuhause bewahren“. Foto: Clare Amos/ÖRK

06 September 2017

English version published on: 08 September 2017

An einer interreligiösen Konferenz, die am 31. August vom Heiligen Stuhl in Kasachstan organisiert wurde, sprach Clare Amos, Programmreferentin für interreligiösen Dialog des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) über Erkenntnisse zur Energiegewinnung und zur Bewahrung der Schöpfung aus einer christlichen Perspektive.

„Für mich ist es bezeichnend, dass im Neuen Testament die große Mehrheit der Bezüge zum Ursprung von ,Energie‘ auf Gott verweisen“, sagte Amos. „In Erinnerung zu rufen, dass die Energie eine Gabe Gottes ist, und nicht etwas, das der Menschheit innewohnt, kann für gläubige Menschen wichtig und lehrreich sein.“

Die Art und Weise, wie wir unsere Energiequellen nutzten und entwickelten, müsse diese wesentliche theologische Wahrheit berücksichtigen, sagte sie weiter, damit das, was Leben spende oder bejahe, für unsere Entscheidungen in Bezug auf den Gebrauch und die Entwicklung von Energiequellen zu einem grundlegenden Kriterium werde.

„Im Gegenzug muss oder sollte eine Lösung, die potenziell oder konkret Leben bedroht, die schlechteste Wahl darstellen“, sagte sie.

Amos gehörte zu den Referenten und Referentinnen zum Thema „Alle zusammen unser gemeinsames Zuhause bewahren“.

Das interreligiöse Treffen fand im Zusammenhang mit Expo 2017 statt, einer internationalen Ausstellung, die vom 10. Juni bis 10. September in Astana, Kasachstan, stattfindet. Die Ausstellung zum Thema „Energie der Zukunft“ hat das Ziel, eine globale Debatte hervorzurufen zwischen Ländern, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und der breiten Öffentlichkeit, zur Frage: „Wie können wir einen sicheren und nachhaltigen Zugang zu Energie für alle gewährleisten und gleichzeitig den CO2-Ausstoß verringern?“

Amos zeigte eine Übersicht über einige Richtlinien und Dokumente des ÖRK im Zusammenhang mit Energie, darunter die Verpflichtung des ÖRK, sich der Shine Campaign anzuschließen. Die Kampagne „Shine: Investieren in einen Energiezugang für alle“, ist eine Verbindung mit dem Engagement, die Energiearmut, die viele Menschen auf der Welt erleben, zu beenden. „Das Wort ,alle‘ in der Shine-Kampagne ist wichtig“, sagte Amos, „unser Wunsch, von fossilen Energiequellen wegzukommen ist weder realistisch noch gerecht, wenn wir nicht offen die Entwicklung von erneuerbaren Formen von Energie unterstützen, in Teilen der Welt, die arm an Energiequellen sind.“

Weiter stellte Amos auch die Frage: „Auf welche Art können wir der Zukunft am besten treu sein? Es ist interessant zu sehen, dass gewisse biblische Schlüsselsymbole für die Gegenwart des Geistes ­– Wind und Wasser – genau die Werkzeuge und Ausdrücke der wichtigsten Formen erneuerbarer Energie sind – für die Nutzung der Wasser- und der Windkraft“, sagte sie. „Ich glaube nicht, dass dies ein Zufall ist.“

Im Jahr 2014 entschied der ÖRK formell, sich aus Investitionen in fossile Energieträger zurückzuziehen. „Der ÖRK ermutigt auch nachdrücklich zur Entwicklung und zum Gebrauch von erneuerbaren Energiequellen, wie Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme“, erklärte Amos.

Amos sprach dem Heiligen Stuhl für die Gelegenheit, an einem interreligiösen Dialog zum Thema Energie teilnehmen zu können, ihre Anerkennung aus. „Während wir gemeinsam über die Zukunft von Nachhaltigkeit nachdachten, ist uns noch tiefer bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass unser gegenseitiges Vertrauen und unsere Offenheit untereinander weiter wachsen.“

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