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Professor am Ökumenischen Institut in Bossey erhält Auszeichnung für seine interreligiöse Vertrauensarbeit

Professor am Ökumenischen Institut in Bossey erhält Auszeichnung für seine interreligiöse Vertrauensarbeit

Professor Pastor Dr. Lawrence Iwuamadi. © Albin Hillert/ÖRK

23. August 2016

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 25. August 2016

Das Vertrauen und der Respekt zwischen den Religionen ist in den Gemeinschaften weltweit zu einem wichtigen Thema geworden, nicht zuletzt in Kontexten, in denen eine erfolgreiche Friedensarbeit zu den dringendsten Aufgaben gehört. Der 11. August war deshalb ein wichtiges Datum in der Geschichte des Ökumenischen Instituts in Bossey in der Schweiz, da an diesem Tag die ersten Studierenden ihre Diplome im Studiengang interreligiöse Studien des Certificate in Advanced Studies (CAS)-Programms entgegennahmen. Im Rahmen dieser Feier wurde auch der in Bossey tätige Professor Pastor Dr. Lawrence Iwuamadi mit dem jährlichen „Inter-knowing Prize" der muslimischen gemeinnützigen Organisation Inter-knowing Foundation geehrt.  Die Auszeichnung würdigt Iwuamadis positives und aufrichtiges Engagement für einen interreligiösen und zwischenmenschlichen Dialog.

Lawrence, der seit 2012 als Entsandter des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen (Vatikan) beim Ökumenischen Institut tätig ist und dort als Professor ökumenische Bibelhermeneutik lehrt, sagt dazu: „Das war eine große Überraschung, damit habe ich nicht gerechnet. Für mich als römisch-katholischer Priester ist diese Auszeichnung eine Erinnerung daran, dass es in unserer kleinen Welt die Möglichkeit gibt, mit kleinen Schritten die Ziele des Zweiten Vatikanischen Konzils umzusetzen. Die Ehrung selbst ist nicht so wichtig wie die Botschaft, die dahinter steht - dass wir das Wenige, das in unserer Macht steht, für eine bessere Zukunft einbringen müssen."

„Vor dem Hintergrund des ersten CAS-Abschlusses in interreligiösen Studien stärkt diese Auszeichnung weiterhin unseren Glauben daran, wie wichtig es ist, Brücken zu bauen, Vertrauen zu stärken und die Möglichkeiten einer respektvollen Zusammenarbeit nicht nur unter Menschen christlichen Glaubens, sondern auch anderer Konfessionen zu erkunden", fügt Lawrence hinzu, und weiter: „Für die Zukunft hoffe ich, dass wir in Bossey weiter darauf aufbauen können, was wir mit den drei so genannten abrahamitischen  Religionen - Judentum, Christentum und Islam - erreicht haben. Ich hoffe ebenfalls, dass wir neue Wege gehen können, um andere Studiengänge über die Beziehungen zu anderen Religionen zu integrieren oder neu anzubieten."

„Ich bedanke mich ebenfalls bei der Inter-knowing Foundation und beim Päpstlichen Rat, der mich nach Bossey und dem Ökumenischen Rat der Kirchen gesandt hat", schließt Lawrence.

Die Inter-knowing Foundation in Genf, Schweiz (Fondation de l’Entre-connaissance) wurde 1999 gegründet. Als gemeinnützige Organisation will sie Brücken zwischen der muslimischen Gemeinschaft und dem Rest der Welt bauen und das Wissen und das Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen und Völkern vertiefen. Der jährlich verliehene Inter-knowing Prize (oder Prix de l'Entre-Connaissance) gehört zu einer der Initiativen der Stiftung in dieser Hinsicht.

„Ich glaube, dass diese Auszeichnung eine große Anerkennung für das Ökumenische Institut und den Ökumenischen Rat der Kirchen ist und würdigt, was dort an Vertrauen und Verständnis zwischen den Religionen aufgebaut wird“, sagt abschließend Professor Dr. Joan Sauca, beigeordneter Generalsekretär und Leiter des Ökumenischen Instituts.

Junge Erwachsene beschäftigen sich mit interreligiösen Studien (ÖRK-Pressemitteilung vom 23. August 2016)

Studierende in Bossey feiern ihren Studienabschluss (ÖRK-Pressemitteilung vom 23. August 2016, in englischer Sprache)

Die Inter-knowing Foundation (in französischer Sprache)

Das Ökumenische Institut am Château de Bossey

Stärkung von Vertrauen und Respekt zwischen den Religionen