Der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der vom 20. bis 25. November 2025 in Hangzhou, China, tagt, drückt seine Besorgnis für die Kirchen und Menschen in Tansania sowie seine Solidarität mit ihnen aus, nachdem im Zusammenhang mit den kürzlich durchgeführten Wahlen im Land Gewalt ausgebrochen ist und Instabilität herrscht. Besonders beunruhigt sind wir über Berichte von weit verbreiteter tödlicher Gewalt durch Polizei- und Sicherheitskräfte, die die Demonstrationen der meist jungen Protestierenden unterdrücken – in einem Land, das zuvor als Hoffnungsträger für Frieden und Stabilität galt.

Der Exekutivausschuss schließt sich den Kirchen in Tansania und der breiteren ökumenischen Familie an und trauert um die verlorenen Menschenleben. Er verurteilt die Anwendung von tödlicher Gewalt gegen Bürgerinnen und Bürger, die ihre legitimen Rechte auf friedliche Versammlung und Meinungsäußerung ausüben. Wir sind erschüttert über die Berichte von Menschenrechtsgruppen und Kirchenleitenden über viele Menschen, die auf eine Art und Weise erschossen wurden, die einer Hinrichtung gleichkommt, wobei einige gar verfolgt und in ihren Häusern erschossen wurden. Wir beklagen die Tatsache, dass zahlreiche Familien nach wie vor nichts über das Schicksal ihrer Angehörigen wissen, und dass die Leichen der Getöteten nicht an sie zurückgegeben wurden.

Wir unterstützen Forderungen nach vollständiger Transparenz seitens der Regierung und ihrer Behörden sowie nach einer unabhängigen Untersuchung dieser Ereignisse. Wir schließen uns den Kirchen und Glaubensgemeinschaften in Tansania in ihrem Gebet für die Opfer, ihre Familien und Gemeinschaften sowie für Frieden und Stabilität in Tansania an.

Der Exekutivausschuss fordert den Generalsekretär auf, sich mit den Mitgliedskirchen und den ökumenischen Partnern in Tansania zu beraten und Wege zu finden, wie der ÖRK sie durch die aktuelle Krise unterstützen und begleiten kann.