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Eine weltweite Gemeinschaft von Kirchen auf der Suche nach Einheit, gemeinsamem Zeugnis und Dienst

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Von Dortmund nach Frankfurt/Main: Auf dem Weg zum 3. Ökum. Kirchentag Frankfurt 2021

Von Dortmund nach Frankfurt/Main: Auf dem Weg zum 3. Ökum. Kirchentag Frankfurt 2021

27. Juni 2019

Liebe Freunde,

Land auf, Land ab begegnet man ja immer wieder der Redewendung  vom „ökumenischen Winter“, durch den wir uns gerade begeben würden… dem will ich entgegen halten:

Was kommt dann erst schönes im Frühling auf uns zu!

Und das meine ich im vollen Ernst!

Insgesamt können wir sogar sagen, dass in unserem Teil der Welt die Ökumene boomt.

Fast 1900 Jahre lang haben sich Christen getrennt und unterschiedliche Wege eingeschlagen. Das erste richtige Kirchenschisma kann man auf das 5. Jahrhundert zurückführen, wo es um das Verständnis von Jesu Naturen ging…

Wir Christen haben uns nicht nur von einander distanziert und neue Kirchen gegründet, sondern teilweise ja auch bekämpft und mit Waffengewalt unterdrückt.

Letztendlich wächst erst seit ca. 70 Jahren zusammen was zusammen gehört – das weltweite Christentum, in seiner – ich sage mal – wunderbaren – Vielfalt.  Diese Vielfalt ist m. E.   durch die biblischen Quellen uns mit auf den Weg gegeben worden.

In meinen folgenden Ausführungen möchte ich kurz andeuten, was sich in den letzten 70 Jahren in der weltweiten Ökumene positives  für den deutschsprachigen Raum ergeben hat, um dann in einem zweiten Schritt ein paar best practice Beispiele zu nennen aus unserer kirchlichen Zusammenarbeit.

In einem dritten Schritt möchte ich drei Bereiche ansprechen, die ich als besonders wichtig ansehe  auf dem Wege nach Frankfurt.

 

I. Historischer Rückblick

Seit dem verheerenden zweiten Weltkrieg sind durchaus nennenswerte Schritte in der Ökumene gemacht worden.

Hier gilt es natürlich gleich an erster Stelle die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) im selben Jahr wie den Ökumenischen Rat der Kirchen, in Genf zu nennen, nämlich bereits 1948. Beide Organisationen erwarten von ihren Mitgliedern, dass sie den Herrn Jesus Christus bekennen „gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland und trachten darum, gemeinsam zu erfüllen, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (§1 der Satzung).  Inzwischen sind neben der Bundes-ACK auch auf regionaler und örtlicher Basis ACKs anzutreffen.

Der Ökumenische Rat der Kirchen, der im selben Jahr in Amsterdam ins Leben gerufen wurde, ist inzwischen eine Gemeinschaft von 350 Kirchen, die sich auf ihrem gemeinsamen „Pilgerweg“ für mehr Gerechtigkeit und Frieden in dieser Welt einsetzt und für die Einheit zwischen den Kirchen arbeitet. Allerdings ist das Ziel keine organische Einheit, sondern eine Einheit in ihrer Vielfalt.

Ich habe das große Privileg am ökumenischen Institut des ÖRK, in der Nähe von Genf in Bossey, Pastoren, Pfarrerinnen, Mönche, Nonnen, Priester und andere kirchliche Mitarbeitenden in ökumenischer Theologie aus- und fortbilden zu können. Vierzig Studierende aus aller Welt, vom charismatischen Pfingstler aus Ghana, hin zu einer Lutheranerin aus Skandinavien hin zu einen Orthodoxen Mönch aus der Ukraine,  studieren zusammen, wohnen, essen und verbringen ihre Freizeit unter einem Dach. Und jeden Morgen feiern wir ein ökumenisches Morgengebiet… irgendwann im Semester dann auch der Pfingstliche Ghanaer und der orthodoxe Mönch zusammen…

Da werden Höhen und Tiefen der ökumenischen Herausforderungen durchlebt. Aber selbst wenn es mal große Meinungsverschiedenheiten gab, so liegen sie sich am Ende des Studienjahres weinend in den Armen, wenn es darum geht wieder in die Heimatkirchen zu gehen.

Das Rezept liegt darin, dass sie sich begegnen, Vorurteile abbauen und erkennen, dass die unterschiedlichen Wege zu einem und dem gleichen Ziel führen.

Chronologisch, kann nun das 2. Vatikanische Konzil angeführt werden. Seine innerkatholischen Veränderungen wie zB die Messe auf deutsch zu feiern und seine Außenbeziehungen, die Suche nach Gesprächspartnern in der Ökumene, oder die Gründung des ökumenischen Johann-Adam Möhler Instituts in Paderborn im Jahre 1966 sind nur drei größere Neuerungen in den Jahren nach 1965.

So tagte auch 1971-1975 in Würzburg die Synode der römisch-katholischen Bistümer in der Bunderepublik. Sie gab für die „zukünftige ökumenische Gemeinschaft neue Rahmenbedingungen für die gestaltende Ordnung des Zusammenwirkens aller Kirchen“[1]. Das hat sich damals auch in der neuen Satzung der Bundes-ACK ausgewirkt und zudem wirkte sie sich in den Regionen und Ortschaften konkret aus.

In selbige Zeit fällt auf evangelischer Seite die Entscheidung zur Annahme der Leuenberger Konkordie (1973). Endlich haben die reformatorischen Kirchen zu gegenseitiger Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft sich verpflichtet. 1997 traten die Methodistischen Kirchen Europas auch der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa bei - wie diese Gemeinschaft seit 2003 heißt.

Zudem ist es mir ein Anliegen, gerade in diesen Tagen, auf die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre hinzuweisen (GER). Sie feiert in diesem Jahr 20 Jahre Jubiläum. Am Sonntag haben wir in der Kathedrale in Genf dies Jubiläum begangen. Im Jahre 1999 wurde die Gemeinsame Erklärung von der Römisch-Katholischen Kirchen und dem Lutherischen Weltbund in Augsburg unterschrieben. 2006 traten die Methodisten bei und es folgten noch die Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen und die Anglikaner.

Immerhin wurde mit diesen Unterschriften, der Hauptstreitpunkt, ja der Hauptgrund für die Kirchentrennung im 16. Jahrhundert, nämlich die Differenzen zwischen Rechtfertigung und Ablasshandel beigelegt. Es besteht damit allerdings noch keine Grundlage für eine Kirchengemeinschaft, da z.B. zwischen Römern und Lutheranern eine große Diskrepanz im Verständnis des kirchlichen Amtes besteht.

Da gibt es noch viel zu tun.

Nicht übergehen darf ich in diesem Kontext die Unterzeichnung der Charta Oecumenica im Jahre 2003. Hier haben sich viele Kirchen Europas verpflichtet das ökumenische Miteinander auf dem europäischen Kontinent zu intensivieren. Das kommt im Untertitel der Charta Oecumenica zum Ausdruck: „Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa“. In der Präambel heißt es:

„Auf unserem europäischen Kontinent zwischen Atlantik und Ural, zwischen Nordkap und Mittelmeer, der heute mehr denn je durch eine plurale Kultur geprägt wird, wollen wir mit dem Evangelium für die Würde der menschlichen Person als Gottes Ebenbild eintreten und als Kirchen gemeinsam dazu beitragen, Völker und Kulturen zu versöhnen.“[2]

Wie aktuell!

Und es sei noch kurz auf die Magdeburger wechselseitige Anerkennung der Taufe verwiesen, die 2007 im Rahmen der ACK-Arbeit von 11 Kirchen unterzeichnet wurde.

Diese „highlights“ jüngster ökumenischer Kirchengeschichte sollen nur pars pro toto stehen und in Erinnerung gerufen werden. Längst kann ich hier nicht alle positiven Entwicklungen anführen und ausführen.

Das Problem, welches sich allerdings stellt ist, dass es zum einen nicht so sein darf, dass man mit den Deklarationen und Unterschriften stehen bleibt, sondern, dass wir in Hoffnung leben darüber hinaus zu gehen. Zum anderen, muss man sehr selbstkritisch anmerken, kommen viele dieser richtungsweisenden Entwicklungen aus der Ökumene nicht an der Basis an, und werden in den Gemeinden aus verschiedenen Gründen nicht wahrgenommen.

In Klammern und mit einem Augenzwinkern:

Es ist allerdings auch so, dass die Basis manchmal schon viel weiter ist…!

Insofern möchte ich in meinem zweiten Schritt auf ganz konkrete best practice Beispiele aus den Gemeinden eingehen. Sicherlich können diese durch ihre Erfahrungen noch um ein vieles mehr ergänzt werden.

 

II. Konkrete Schritte an der Basis

Gleich vorab, möchte ich darauf hinweisen, dass es wichtig ist, zu verstehen, dass Ökumene nicht etwas ist, welches nur auf Welt- oder nationaler Ebene bzw. zwischen den Weltbünden, den nationalen Kirchenräten oder Theologinnen und Theologen geschieht.

Ökumene ist kein Appendix von gemeindlicher bzw. kirchlicher Arbeit, um den sich nur Spezialisten zu kümmern haben.  Ökumene ist vielmehr Grundaufgabe eines jeden Christen.

Die Vielfalt christlicher Identitäten, denen wir begegnen dürfen wir als eine Bereicherung sehen. Wir können durch die gegenseitigen Erfahrungen lernen über die anderen, aber auch über uns. Die christliche Religion ist als solche eine Bewegung die jeglicher Uniformität, Nationalismus oder Chauvinismus jeder Art per se entgegensteht und hierfür auch nicht kompatibel ist.

Schauen wir uns ein paar bekannte gemeinschaftliche Aktionen an:

Die längste Tradition in den Gemeinden haben inzwischen die von den Frauen eingeführten Weltgebetstage. Jedes Jahr aus anderen Kontexten werde diese von Frauen für Männer und Frauen vorbereitet.

In den Gemeinden sind auch Bibelwochen oft Anlass zusammen zu kommen und inzwischen auch gemeinsam ökumenisch gottesdienstlich zu feiern.
Einzureihen in diese ökumenischen Gottesdienste sind ökumenische Feiern am Schöpfungstag, insbesondere mit unseren orthodoxen Geschwistern oder auch inzwischen am Pfingstmontag.

Zahlreiche weitere solcher Anlässe könnten wir anführen. Das Jahr 2015 hat auch kirchenübergreifend die Menschen zusammengebracht sich in der Asylfrage zu engagieren. In zahlreichen Landeserstaufnahmestellen waren ökumenische Arbeitsgruppen tragend in der Willkommensarbeit. Von Spielgruppen mit traumatisierten Kindern, über Sprach- und Fortbildungskursen hin zu Kleiderkammern waren diese von ökumenischen Initiativen organisiert und getragen.

Oder letzten Woche (14.6.2019) sind die Schweizer Frauen - und abgesehen von mir noch ein paar wenige Männer auf die Straßen gegangen - und haben für Gleichberechtigung demonstriert insbesondere was Gehaltsfragen angeht und auch gegen sexuellen Missbrauch. Hier waren die Kirchen Genfs vereint und haben die Initiative unterstützt u.a indem sie alle zusammen um 11 Uhr die Glocken geläutet haben.

Jeder und jede einzelne Christin hilft der Ökumene ein Gesicht zu geben, durch Initiativen, die gemeinsam geplant und durchgeführt werden. Sie werden dadurch tragfähig und erreichen dadurch oft ein vieles mehr im Zusammenwachsen der christlichen Gemeinschaft als jegliches theologisches Dokument.

Können wir uns mit dem Erreichten zufriedengeben? Unterschiedliche Vereinbarungen und Dokumente, die unterschrieben wurden, einzelne Initiativen und Gruppen, die zusammenkommen und Ökumene leben – alles gute und wichtige Schritte aufeinander zu – allerdings haben wir noch längst nicht das erreicht, worum Jesus Christus in Joh. 17, 21 bittet: „damit wir alle eins werden“.

Ein besonderer Schritt darauf zu, sind bestimmt auch die Kirchentage.

Eigentlich waren sie schon immer auch ökumenische Veranstaltungen. Seit Anfang an, haben z. B. die Methodisten mitgewirkt.[3] Und natürlich waren auch immer Gruppen aus der weltweiten Ökumene und dem globalen Süden vertreten.

Allerdings gab es erst zwei Kirchentage, die vom „Katholikentag“ und dem „Deutschen Evangelischen Kirchentag“ mit Billigung ihrer Kirchen gemeinsam durchgeführt wurden - in 2003 in Berlin und 2010 in München.

Menschen, die noch keinen großen Kontakt mit Glaubensgeschwistern anderer Konfessionen gehabt haben, konnten hier zusammenkommen und gemeinsam feiern. Unterschiedlichen Formen von Frömmigkeiten und Spiritualitäten trafen aufeinander und es wurde Raum geschenkt Neues zu versuchen. Spielten bei dem ersten ökumenischen Kirchentag zahlenmäßig kleinere Kirchen noch kaum eine Rolle, war man sich im Vorbereitungsteam für München 2010 bereits bewusst, dass eine nur bilaterale ökumenische Vorbereitung nicht mehr angebracht ist. Die Mitwirkung der ACK-Kirchen in München führte zu einer noch viel größeren Vielfalt und zugleich zu einer sichtbaren „Darstellung der Einheit“[4]. Zudem wurde eine gemeinsame Artoklasia gefeiert – die Orthodoxen Kirchen luden zum Brotbrechen ein, da eine gemeinsame Eucharistiefeier noch nicht möglich ist.

 

III.  Konkrete Schritte auf dem Weg nach Frankfurt

Spätestens seit der Freiburger Studie „Kirche im Umbruch – Projektion 2060“[5], die vor ein paar Wochen uns nochmal drastisch vor Augen geführt hat, in welchem Maße die sog. Volkskirchen zahlenmäßig bis 2060 abnehmen werden, sollte eigentlich deutlich geworden sein, dass in der Zukunft wir uns eher als – bildlich gesprochen - Hefe im Sauerteig verstehen sollten, als die Schale in der der Sauerteig aufgehen kann …  Hefe im Sauerteig zu sein birgt durchaus Chancen für Neues  gerade auch in der ökumenischen Kooperation.

Wir Christen werden – und das sind wir auch schon in Ostdeutschland – zu einer Minderheit. Das Hauptproblem, des Mitgiederschwundes liegt nicht im demographischen Wandel, sondern darin, dass es kein, Automatismus mehr darstellt, dass junge Familien ihre Neugeborenen zur Taufe zu bringen. „For what?“ lautet die Frage, die sie sich stellen.

Die theologischen Auseinandersetzungen, von denen ich im ersten Teil sprach, sind für kirchenferne Gemeindeglieder und „religious seekers“ reichlich wenig von Belang.

Wenn Christen und ihre Kirchen in der Zukunft weiterhin Gehör finden wollen und ein „Player“ in der Zivilgesellschaft bleiben wollen, ist es dringend von Nöten gemeinsam aufzutreten und gemeinsam zu sprechen – eben eine Einheit zu bilden und als solche nach innen und außen zu erscheinen.

Um diese Einheit zu erreichen, erscheint mir die Methode des „Receptive Ecumenism“[6] („empfängliche Ökumene“) empfehlenswert. Hierbei geht es nicht darum, sich zu profilieren und seinen Standpunkt stark zu machen im ökumenischen Gespräch. Es geht vielmehr darum auf dem anderen respektvoll zu hören und evtl. bei sich etwas zu verändern… eigentlich ein Gedanke den auch Papst Franziskus, während der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2014 formuliert hat. Ich paraphrasiere: Es ist gut, wenn wir in anderen Christen etwas finden, was wir benötigen. Etwas dass wir als Geschenk von unseren Brüdern und Schwestern empfangen können.“[7]

Diese Herangehensweise an die Ökumene, mit einer durchaus demütigen Haltung, würde es den christlichen Kirchen um ein Vielfaches das Miteinander vereinfachen.

Und so würden auch dringende Kooperationen von uns Christen ermöglicht werden und dem Zusammenwachsen des einen Leibes Christi dienlich sein.

Dabei denke ich insbesondere an folgende drei Bereiche – und komme langsam zum Schluss.

 

-      Es gilt Räumen der Begegnung zu schaffen.
Durch Begegnung werden Vorurteile und vorgefertigte Meinungen abgebaut. Diese Begegnungsräume muss es auf allen Ebenen kirchlichen Handelns geben. Hier muss es aber auch möglich sein, kritische Themen zu behandeln… 2021 jährt sich zB zum 500. Mal der Reichstag zu Worms auf dem Martin Luther exkommuniziert wurde. Die berühmten Worte „hier stehe ich und kann nicht anders“ stammen von da, aber auch seine steile Verurteilung des Papstes als Anti-Christen. Wie gehen wir mit dieser „dunklen Wolke der Ökumene“ um?

 

-      Es gilt Öffentliche Theologie zu zu lassen
Gemeinsame Themen, die uns durch den christlichen Glauben mitgegeben sind, sollten um ein vieles mehr gemeinsam angesprochen und gemeinsam angepackt werden. Christen sind Teil der Gesellschaft und NOCH ein großer. Wir stehen nicht neben der Gesellschaft, sondern sind Teil davon. Kirche ist „Corpus permixtum“.

Mit prophetischer Stimme gilt es hier das Wort zu ergreifen, wo Ungerechtigkeiten und Ausbeutungen geschehen. Eine öffentliche Theologie ist hier von Nöten. Die Unterstützung der Seenotrettung und der Palermo-appel – gegen das Sterben im Mittelmeer, sind ein guter ausbaubarer Ansatz…

 

-      Vielfalt des Christentums
Der erste ökumenische Kirchentag war fast unter den sog. Volkskirchen allein durchgeführt, der zweite hatte schon die Mitwirkung der ACK, der dritte ökumenische Kirchentag sollte sich bewusst machen, dass das weltweite Christentum, welches bei uns durch Globalisierung und Migration angekommen ist, noch viel größer ist als die ACK.

Freikirchen und Pfingstler, sowie Gemeinden und Kirchen, deren Mitglieder einen sog. Migrationshintergrund haben, führen ein ökumenisches Randdasein. Das muss sich ändern. Hier gibt es z. B. Internationale Konvente Christlicher Gemeinden (IKCG) in denen sie organisiert sind.

Liebe Freunde,

Christliche Gemeinden und Kirchen müssen sich gemeinsam auf den Weg machen, aufeinander zugehen und voneinander lernen wollen, so wie es auf Deutscher und Europäischer Ebene in der Charta Oecumenica als Selbstverpflichtung unterschrieben wurde. Nur so können wir uns zu Versöhnung und mehr Einheit bewegen.

Diese Gedanken greift die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Karlsruhe 2021 auf. Unter dem Thema „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“ werden sich vier Monate nach dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt 4000-5000 Christen zur Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe einfinden.

Zwei große Chancen für die Ökumene in Deutschland und Europa, die sich uns im Jahre 2021 bieten.

Schon auf dem Weg dahin können wir gemeinsam Veranstaltungen ins Leben rufen, zwischen Mai und September 2021 eine thematische Brücke bauen und mit unseren Gemeindegliedern dann auch die Vollversammlung besuchen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

Benjamin Simon
Ökumenisches Institut Bossey



[1] Voigt, Karl Heinz, Ökumene in Deutschland. Von der Gründung der ACK bis zur Charta Oecumenica (1948-2001). Göttingen, 443

[2] Gemeinsamer ökumenischer Weg mit der Charta Oecumenica. Text der Charta Oecumenica und Anregungen zur Arbeit in der Praxis, www.oekumene-ack.de

[3] Voigt, Karl Heinz, Kirchentage waren schon immer ökumenisch. Die methodistischen Kirchen und der Kirchentag, in: ÖR 52 (2003), 75-88.

[4] Vogt, Ökumene in Deutschland, a.a.O., 489.

[5] www.ekd.de/projektion2060

[6] Paul Murray, “Introducing Receptive Ecumenism,” The Ecumenist: A Journal of Theology, Culture, and Society, vol. 51, No. 2, Spring 2014, 1,

[7] “It is good to acknowledge the grace with which God blesses us and, even more so, to find in other Christians something of which we are in need, something that we can receive as a gift from our brothers and our sisters.” In: Paul Murray, “Introducing Receptive Ecumenism,” in Reforming Theology Migrating Church Transforming Society: A Compendium for Ecumenical Education, eds. Uta Andree, Benjamin Simon, and Lars Roser-Israel (Hamburg: Missionshlife Verlag, 2017), 57.