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Weihnachtsbotschaft 2012

29. November 2012

des Generalsekretärs des Ökumenischen Rates der Kirchen

Er wird das Recht unter die Heiden bringen ...

... Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus.

Jesaja 42,1.3

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen

Joh. 1,4-5

Der Psalmist beschreibt das Wort Gottes als Leuchte, die unsere Füße erhellt und uns den Weg des Lebens weist. Das Licht ist in der Heiligen Schrift oft ein Bild für die Herrlichkeit Gottes und seine Wegweisung. Später haben Künstler das Licht für ihre Darstellungen der Geburt Jesu Christi verwendet: das Licht eines Sternes, der am Himmel scheint, das Leuchten der Engel, der göttliche Schein aus der Krippe, der die Gesichter der Menschen erhellt.

Jesaja lehrte, dass der kommende Diener Gottes jedes in der Dunkelheit auch noch so schwach brennende Licht ermutigen würde. Das Lied der Menschwerdung, das am Anfang des vierten Evangeliums steht, tut kund, dass das Licht trotz aller Dunkelheit noch scheint, denn Finsternis und Tod werden niemals das Wort, das Leben, das Licht Gottes besiegen.

Das Wort hat Leben gebracht und das Leben ist das Licht aller Menschen. Der Ökumenische Rat der Kirchen wird sein Zeugnis und seine Arbeit im kommenden Jahr ausgehend von einem einfachen Gebet gestalten, das auch Thema unserer 10. Vollversammlung ist:

Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden.

In dieser Advents-, Weihnachts- und Epiphaniaszeit sind wir uns der Gabe Gottes, des Lichts, das im ewigen Wort, das Fleisch geworden und auch heute noch unter uns ist, offenbart wurde, besonders bewusst. Es ist das Licht, das uns trotz all der Uneinigkeit, des Hasses, der Gewalt, der Habgier und der Korruption Hoffnung schenkt für die heutige Welt.

Christi Licht ist die Leuchte für unsere Füße, die uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden weist. Auch wenn unsere Kerzen nur schwach leuchten hält das Wort Gottes der Finsternis stand und bringt zuverlässig Gerechtigkeit auf unseren gemeinsamen Weg hin zum Frieden.

Möget ihr gesegnet sein in dieser Weihnachtszeit, in der wir uns an die großartige frohe Botschaft erinnern:

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!

In der Freude des Heiligen Geistes und in christlicher Liebe,

Pastor Dr. Olav Fykse Tveit
Generalsekretär, Ökumenischer Rat der Kirchen