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Weihnachtsbotschaft 2008

Diese Botschaft von Generalsekretär Samuel Kobia beginnt mit einem Zitat aus dem Johannesevangelium.

15. Dezember 2008

des Generalsekretärs des Ökumenischen Rates der Kirchen

"Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit,
eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."
(Johannes 1, 14)

"Herrlichkeit" - Gloria - ist ein Wort, ein Ausruf, ein Gesang, um das Staunen der Menschen über die Majestät Gottes zum Ausdruck zu bringen. Als Jesus geboren war, priesen die Engel: "Ehre sei Gott in der Höhe" (Lukas 2, 14), und wir haben im Zeugnis von Christi Leben auf Erden "seine Herrlichkeit" gesehen, "voller Gnade und Wahrheit" (Johannes 1, 14).

Wenn wir Weihnachten feiern, sehen wir in der Ankunft Jesu das Zusammentreffen von Himmel und Erde, den Weg, unsere zerbrochenen Beziehungen zu Gott zu heilen, unsere Feindschaft untereinander zu begraben und fester den Entschluss zu fassen, Frieden in der Welt zu stiften. "Denn Gott war in Christus", erklärt der Apostel Paulus, "und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünde nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung" (2. Korinther 5, 19).

Versöhnung ist eine herrliche Botschaft. Sie enthält die Verheißung, dass Fehler aus der Vergangenheit wiedergutgemacht werden, dass in allen Fällen die Wahrheit aufgedeckt wird, dass Vergebung angestrebt wird und dass selbst alte Feinde wieder in gegenseitigem Respekt zusammenleben können. Es ist eine Botschaft der Gnade und Hoffnung, in der sich die große Gabe der Liebe Gottes in Christus widerspiegelt.

Die Vereinten Nationen haben 2009 zum Internationalen Jahr der Versöhnung erklärt und sie haben Gesellschaften, die von Konflikten gespalten sind, aufgerufen, Versöhnungsprozesse in Gang zu setzen, um für tragfähigen und dauerhaften Frieden zu sorgen. Christliche Kirchen auf der ganzen Welt und der Ökumenische Rat der Kirchen unterstützen solche Bemühungen durch Projekte und Dienste im Einklang mit der ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt: Kirchen für Frieden und Versöhnung (2001-2010).

Als Christinnen und Christen verpflichten wir uns dieser großen Sache in der Kraft des Heiligen Geistes. Und wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus dafür, dass wir überall auf der Welt mit Männern und Frauen guten Willens für Versöhnung zusammenarbeiten dürfen, im Geist der Segensworte der Engel: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."

Pfarrer Dr. Samuel Kobia
Generalsekretär
Ökumenischer Rat der Kirchen

Diese Botschaft, gelesen von Pfarrer Dr. Samuel Kobia, ist auch als englischsprachige Audio-Datei verfügbar (1.6 MB)