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Kerngruppe - Planungsausschuss für die Vollversammlung

02. September 2009

Ökumenischer Rat der Kirchen
ZENTRALAUSSCHUSS
Genf, Schweiz
26. August - 2. September 2003

Kerngruppe - Planungsausschuss für die Vollversammlung

Hintergrund

1. Die Kerngruppe des Planungsausschusses für die Vollversammlung ist vom 24.-27. Februar 2003 zu ihrer ersten Sitzung in Bossey zusammengekommen. Anhang I enthält die Liste der Mitglieder der Kerngruppe. Die Gruppe begann ihre tägliche Arbeit mit einem Morgengebet zusammen mit den Bossey-Studenten/innen und Mitarbeitern/innen. Dabei wurde Material von der Iona-Gemeinschaft verwendet. Erste Berichte von ÖRK-Mitarbeitern/innen über Besuche in Brasilien und über den dortigen Kontext, der Austausch von Erfahrungen und Eindrücken bei früheren ÖRK-Vollversammlungen sowie Informationen von den Zuständigen für die Vorbereitung der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im Juli in Kanada und der Generalversammlung des Reformierten Weltbundes 2004 in Ghana waren eine große Hilfe für die Arbeit der Kerngruppe.

Vom Exekutivausschuss an die Kerngruppe verwiesene Angelegenheiten
2. Größe der Vollversammlung.

Die Kerngruppe befürwortete die Empfehlung des Exekutivausschusses, dass "die Zahl der Delegierten 700 nicht überschreiten sollte, dass 85% der Sitze gemäß einem festgelegten Verteilungsmuster zu verteilen sind (und die restlichen 15% vom Zentralausschuss bestimmt werden) und dass 25% der 85% für orthodoxe Kirchen reserviert werden sollten". Sie stellte fest, dass das Verteilungsmuster noch präzisiert werden muss, um so weit wie möglich sicherzustellen, dass eine ausgewogene Vertretung der Kirchenfamilien und eine angemessene Repräsentation von kleineren Kirchen, Frauen, jungen Menschen sowie Laien und Laiinnen erreicht werden. Die Kerngruppe wies auch darauf hin, dass die Anzahl von Stewards, Beratern/innen, Beobachtern/innen etc. (die zu einem späteren Zeitpunkt geprüft und festgelegt wird) den finanziellen Möglichkeiten unterworfen ist, hob aber hervor, dass zahlenmäßige Einschränkungen nicht auf Kosten einer starken Präsenz junger Menschen auf der Vollversammlung gehen sollten.


3. Zeitpunkt der Vollversammlung

Die Kerngruppe befürwortete die Empfehlung des Exekutivausschusses, 10 Tage für die Arbeit der Vollversammlung vorzusehen, und zwar vom 14.-23. Februar 2006 (in der Päpstlichen Katholischen Universität, wie auf der letzten Zentralausschusstagung beschlossen), vorbehaltlich weiterer Überlegungen zum genaueren Programm sowie Konsultationen mit den Universitätsbehörden in Porto Alegre und dem Ausschuss brasilianischer Kirchen.

Thema der Vollversammlung
4. Aus den Erörterungen der Kerngruppe ging klar hervor, dass das Vollversammlungsthema eine Reihe von wichtigen Kriterien erfüllen muss:
a. es muss für die heutige Situation in Kirche und Welt relevant sein;
b. es muss globale und lokale Bedeutung haben;
c. es muss herausfordernd und prophetisch sein, Hoffnung vermitteln und Initiative auslösen;
d. es muss unmittelbar verständlich sein, nicht rätselhaft, sondern vermittelbar;
e. es muss in die verschiedenen "Arbeitssprachen" übersetzbar sein, ohne dass Bedeutungsnuancen verloren gehen oder hinzukommen;
f. es muss sowohl biblische als auch theologische Bedeutung und Resonanz haben;
g. es sollte sich für die Verbindung mit Gebet und Gottesdienst eignen und darin zum Ausdruck gebracht werden können;
h. es muss integrativ sein und allgemein annehmbar, es darf in keiner Weise spaltend wirken zwischen Nord und Süd, Ost und West oder den verschiedenen kirchlichen Traditionen;
i. es muss eine ökumenische Vision reflektieren, die breit angelegt und offen ist, und sich auf ÖRK-Prioritäten, -Programme und –Projekte beziehen.

5. Bei ihren Überlegungen zum Thema hat die Kerngruppe sowohl den thematischen als auch den weltpolitischen Kontext berücksichtigt: die Themen der größeren ökumenischen und anderen internationalen Veranstaltungen, die zwischen 2003 und 2006 stattfinden, sowie die aktuellen Anliegen und Probleme in der Welt und in Lateinamerika – Konflikt und Gewalt, die Bedrohung durch den Fundamentalismus, Armut und wirtschaftliche Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte usw. Eine große Hilfe waren dabei Berichte über die jüngsten Arbeiten der Lateinamerikanischen Theologischen Konsultation zum Thema Gnade. In diesem Zusammenhang war sich die Kerngruppe allerdings bewusst, dass der Begriff der Gnade in den verschiedenen kirchlichen Traditionen eine unterschiedliche Resonanz hat und in seiner Übersetzung, beispielsweise ins Deutsche, einen Teil seiner reichen Konnotationen verliert.

6. Dennoch war die Kerngruppe der Ansicht, dass das Konzept der Gnade (unabhängig davon, ob das Wort an sich im Vollversammlungsthema verwendet wird) im Blick auf seine reiche Bedeutung in allen kirchlichen Traditionen vielversprechende Möglichkeiten eröffnet. In diesem Sinne unterbreitet sie dem Zentralausschuss und den Kirchen in Brasilien, die ausdrücklich darum gebeten haben, zum Vollversammlungsthema konsultiert zu werden, einige Vorschläge zur Prüfung und Stellungnahme. In der Kerngruppe wurde auch nachdrücklich die Meinung geäußert, das Thema sollte
a. eine klare biblische Konnotation haben, gleichzeitig aber auch außerhalb der Kirchen zu verstehen sein;
b. nicht zu abstrakt sein;
c. Achtung vor der Würde des Menschen zum Ausdruck bringen;
d. aktionsorientiert sein;
e. zukunftsorientiert sein,
f. ein Verständnis vom Wesen und Heilsplan Gottes widerspiegeln und von der Herausforderung an die Antwort und Verantwortung des Menschen.

5. Die Kerngruppe ist nun darum bemüht, die Kirchen in Brasilien zu konsultieren und die Mitglieder des Zentralausschusses auf dem Korrespondenzweg um ihre Reaktionen auf die Themen zu ersuchen, die sich aus den ersten Reflexionen und Diskussionen herausgeschält haben. Die Gruppe wäre daher dankbar für Stellungnahmen zu den folgenden Themenvorschlägen, mit denen versucht wird, zumindest einigen, wenn nicht allen der oben genannten Kriterien oder Überlegungen zu entsprechen:
a. Gott (oder Gottes Gnade) suchen, um die Welt zu erneuern;
b. Gottes Gnade und des Menschen Würde;
c. Gott ruft uns zu Gerechtigkeit, Frieden und Liebe.

(Anm.: (i) Thema (a) in beiden Formulierungen und Thema (b) enthalten das Wort "Gnade": cf. Hinweis in § 5 auf die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Übersetzbarkeit sowie die Unterschiede im theologischen Verständnis;

(ii) Thema (a) erhält durch die Verwendung von ‚suchen‘ (das im englischen Gerundium ‚seeking‘ allerdings zweideutig ist – Gottes Suche nach uns und unsere Suche nach Gott) sowohl eine dynamische Qualität als auch einen Bezug zu dem weit verbreiteten Interesse an Spiritualität;

(iii) Thema (b) betont in geringerem Maße als (a) und (c) die Antwort und das Handeln des Menschen, ist aber eine knappe und direkte Formulierung;

(iv) Thema (c) ist klar und aktionsorientiert.)


8. Ausgehend von den Ergebnissen ihrer Konsultationen wird die Kerngruppe dem Zentralausschuss auf seiner Tagung im August einige mögliche Themen vorschlagen. Sobald sich der Zentralausschuss auf ein Thema geeinigt hat, werden der Planungsausschuss für die Vollversammlung und die ÖRK-Mitarbeitergruppe für die Vollversammlung Vorschläge für Informations- und Studienmaterial ausarbeiten. Diese Vorschläge sind allerdings an die finanziellen Möglichkeiten gebunden (siehe § 12 unten) und müssen berücksichtigen, dass der Umfang des vorab verbreiteten Materials so weit wie möglich eingeschränkt werden soll.

Stil der Vollversammlung

9. Die Kerngruppe war der Ansicht, dass die Planung von den folgenden Grundsätzen geleitet sein sollte:
a. die Vollversammlung sollte Feier, theologische Reflexion und Geschäftstätigkeit miteinander verbinden;
b. die Vollversammlung sollte zukunftsorientiert sein;
c. die Vollversammlung sollte Freude und Inspiration vermitteln;
d. die Vollversammlung sollte Raum und Ansporn für kreatives Denken und Handeln bieten;
e. die Vollversammlung sollte das Verständnis der gemeinsamen christlichen Identität vertiefen;
f. die Vollversammlung sollte ein Raum werden, der die umfassendere ökumenische Bewegung widerspiegelt;
g. die Vollversammlung sollte den brasilianischen Kontext widerspiegeln.

10. Da die Dauer der Vollversammlung begrenzt ist, muss die Frage gestellt werden: Was muss sie unbedingt beinhalten ?
a. gemeinsames Beten
b. Bibelarbeit in kleinen Gruppen
c. Begegnung mit den Kirchen vor Ort
d. Plenarveranstaltung zum brasilianischen Umfeld
e. Eröffnungs- und Schlussfeier
f. Ermöglichung gemeinsamer theologischer Reflexion über die Herausforderungen der heutigen Welt an Zeugnis und Präsenz der Kirchen
g. Überprüfung der geleisteten Arbeit
h. Formulierung von Leitlinien für die zukünftige Arbeit
i. Wahl der Präsidenten und Präsidentinnen sowie des Zentralausschusses
j. Revision der Verfassung
k. Entgegennahme des Berichts des Vorsitzenden
l. Entgegennahme des Berichts des Generalsekretärs

11. Die Kerngruppe unterbreitet die folgenden Empfehlungen:
a. Die Sitzungen sollten am Morgen mit gemeinsamem Beten und Kleingruppen/ Bibelarbeit beginnen. Für den Rest des Tages sollten drei Sitzungen, Mittag- und Abendessen sowie Abendgebet vorgesehen werden. In der Regel sollte es keine Abendsitzungen geben, abgesehen von einer kulturellen Abendveranstaltung. An zwei Abenden könnten regionale Sitzungen und Zusammenkünfte weltweiter Konfessionsfamilien geplant werden. Der Tagesablauf sollte sorgfältig mit den lokalen Partnern abgesprochen werden (Sommerzeit, lange warme Tage).
b) Geschäftssitzungen sollten so weit wie möglich eingeschränkt werden, damit maximal Zeit für Beratungen bleibt.
c) Eine Einführung in die Arbeit zum Thema sollte in einer der ersten Plenarsitzungen erfolgen. Danach sollte die Vollversammlung in (vermutlich 6-10) "Sektionen" an Unterthemen arbeiten, die Bezug zum Hauptthema haben. Jede Sektion wird einen kurzen Bericht verfassen, der auf die programmatischen Implikationen der Diskussionen eingeht. Die Sektionsberichte werden sodann an den Ausschuss für Programmrichtlinien weitergeleitet und die Sektionen sollten daher ihre Arbeit vor dem Wochenende abgeschlossen haben, damit der Ausschuss für Programmrichtlinien genügend Zeit hat, seinen Bericht auszuarbeiten.
d)
Programmrelevante Themen, die besonders hervorgehoben werden müssen (wie die Dekade zur Überwindung von Gewalt, die Erklärung von Glauben und Kirchenverfassung zur Einheit oder der Bericht über die CWME-Konferenz), können entweder in einer Plenarsitzung oder in einer "Anhörung" (hierfür sollte eine andere Bezeichnung gefunden werden!) behandelt werden.
e)
Anhörungen oder beratende/untersuchende Sitzungen außerhalb der Plenarsitzungen können vorgesehen werden (möglicherweise in Parallelveranstaltungen), um auf Themen im Zusammenhang mit der laufenden Arbeit des ÖRK einzugehen (z.B. die Beziehungen zu den Pfingstgemeinschaften und Evangelikalen; die Diskussion mit den Bretton-Woods-Institutionen) oder andere Anliegen anzusprechen.
f)Folgende Ausschüsse sollten eingesetzt werden:
1. Nominierungsausschuss – gemäß Satzungsartikel III, § 4
2. Geschäftsausschuss - gemäß Satzungsartikel III, § 5
3. Weisungsausschuss für Grundsatzfragen I – der sich mit den Beziehungen des ÖRK befasst
4. Weisungsausschuss für Grundsatzfragen II ( in Harare III) – der mögliche Änderungen in Verfassung und Satzung vorbereitet
5. Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten
6. Ausschuss für Programmrichtlinien – der sich zunächst mit der Überprüfung der seit Harare geleisteten Arbeit befasst, um anschließend auf der Grundlage der Sektionsberichte einen Vorschlag für die "Festlegung der allgemeinen Arbeitsschwerpunkte des Ökumenischen Rates…" auszuarbeiten (Verfassungsartikel V, 1.c) 3)). (Hiermit erübrigt sich ein Weisungsausschuss für Grundsatzfragen II, wie er in Harare bestanden hat.)
7. Ausschuss für die Botschaft – der seine Arbeit gegen Ende der Vollversammlung aufnehmen wird. Diese Arbeit sollte neben der Arbeit in den Sektionen/Workshops stattfinden und nicht während der für die Mahlzeiten vorgesehen Pausen.
g) Es sollten auch einige Workshops angeboten werden (im Großen und Ganzen den Padares in Harare ähnlich; "oficinas" im Portugiesischen, die genaue Bezeichnung ist nach den Konsultationen vor Ort festzulegen). Die Workshops sind als Raum für den Ideenaustausch gedacht, für Berichte über Aktivitäten und Initiativen, die andere inspirieren können, etc. Ihre Zahl sollte begrenzt bleiben, aber nicht auf die beschränkt werden, die die eigenen Kosten übernehmen können; zu einem späteren Zeitpunkt sollten Verfahren und Kriterien für die Organisation von Workshops festgelegt werden.
h) Parallel zur Vollversammlung sollte eine "Begleitveranstaltung" (genaue Bezeichnung ist noch festzulegen) organisiert werden. Sie könnte so konzipiert sein, dass sie besonders junge Leute anzieht. Die Veranstaltung könnte z.T. ihr eigenes Programm haben und z.T. am Vollversammlungsgeschehen teilhaben.

Haushalt
12. Der zuständige Mitarbeiterstab arbeitet an einem Vollversammlungshaushalt, der CHF 9 Millionen nicht übersteigt (die tatsächlichen Ausgaben für die Achte Vollversammlung betrugen CHF 13, 4 Millionen). Ein Teil der Ausgaben wird aufgrund der Entscheidung für Porto Alegre sowie der Empfehlungen des Planungsausschusses niedriger sein als in Harare: kürzere Tagungsdauer, 700 Delegierte statt 1000, strengere Zuschuss-Politik, preisgünstigerer Tagungsort, Einsparung an ÖRK-Stab aufgrund der von der gastgebenden Universität angebotenen umfangreichen Dienstleistungen, keine Finanzierung von Regionalveranstaltungen aus dem Vollversammlungshaushalt und möglicherweise weniger Verantwortung für das Besucherprogramm.

Im Rahmen der Diskussionen des Planungsausschusses für die Vollversammlung wird ein ausführlicher Haushalt ausgearbeitet und dem Zentralausschuss vorgelegt werden. Dieser kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geschehen, weil noch kein schriftliches Angebot der Universität vorliegt und weil noch Zahlenmaterial zu den Beiträgen der Mitgliedskirchen fehlt. Die Mitgliedskirchen sind angeschrieben worden, und wir werden noch vor der Zentralausschusstagung eine Aufstellung der geschätzten Einnahmen vornehmen, auf die sich der Vollversammlungshaushalt stützen kann.

Zuschüsse
13. Die Kerngruppe empfiehlt, der Zentralausschuss möge einen Vorschlag unterstützen (der im Rahmen der laufenden Arbeit zur Mitgliedschaft im ÖRK ausgearbeitet wurde), dass Zuschüsse zu den Reise- und Unterbringungskosten nur Delegierten aus Mitgliedskirchen gewährt werden, die in den drei Jahren vor der Vollversammlung (d.h. 2003, 2004, 2005) ihren Mitgliedsbeitrag gezahlt haben. Wenn dieser Vorschlag angenommen wird, wird sich der Planungsausschuss für die Vollversammlung mit den Einzelheiten der Zuschusspolitik befassen und dem Finanz- und Exekutivausschuss, je nach Erfordernis, über die vermutlichen Auswirkungen auf den Haushalt der Vollversammlung berichten.

Sprachenpolitik
14. Die Kerngruppe empfiehlt, Übersetzungs- und Dolmetschdienste in den vier "Arbeitssprachen" des ÖRK (Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch) bereitzustellen und zusätzlich in Portugiesisch, um einen maximalen Impakt in Brasilien selbst sicherzustellen. Es wird alles getan werden, um die Kosten einzuschränken (z.B. durch die Reduzierung von schriftlichem Material, die Verwendung von Freiwilligen, wo immer dies möglich ist, etc.). Insbesondere die Bereitstellung Portugiesisch sprachiger Übersetzer/innen und Dolmetscher/innen wird mit dem Ausschuss brasilianischer Kirchen erörtert werden. Der Bedarf an Übersetzung und Verdolmetschung ins Russische muss in Konsultation mit den betroffenen Kirchen noch weiter untersucht werden.

Vorbereitungstagungen und Veranstaltungen
15. Die Kerngruppe empfiehlt, wie im Auswertungsbericht zur Vollversammlung in Harare erwähnt, einen Orientierungstag in situ für Frauen und Jugenddelegierte vorzusehen. Angesichts früherer Erfahrungen und der gegenwärtigen Finanzlage ist die Kerngruppe nicht der Ansicht, dass vorbereitende Regionalveranstaltungen nützlich genug sind, um eine Finanzierung durch den ÖRK zu rechtfertigen. Es gibt andere effiziente Vorbereitungsweisen, die von regionalen und nationalen Gremien durchgeführt werden können. Die lateinamerikanischen Kirchen (CLAI) planen offenbar, unmittelbar vor der Vollversammlung eine erweiterte Tagung abzuhalten, an der die Delegierten teilnehmen sollen, wodurch dem ÖRK keine zusätzlichen Kosten entstehen würden. Es steht nationalen Gremien selbstverständlich frei, Delegiertentreffen vorzusehen und zu finanzieren, wenn sie dies für notwendig oder sinnvoll erachten.

16. Nach einer ausführlichen Diskussion über die Frage, ob der Rat - so, wie vor den Vollversammlungen in Vancouver, Canberra und Harare – eine Tagung organisieren sollte, die Vertretern und Vertreterinnen der orthodoxen Kirchen die Möglichkeit zur Reflexion über das Vollversammlungsthema gibt, empfiehlt die Kerngruppe, vorbehaltlich Haushaltszwänge,
a. die (ÖRK-interne) Fachgruppe für orthodoxe Fragen sollte untersuchen, welche Verfahren für die Vorbereitung der Delegierten aus den orthodoxen Kirchen geeignet sind, deren Beteiligung an der Vollversammlung zu erleichtern und zu fördern;
b. über die Möglichkeit einer gemeinsamen theologischen Reflexion (ob im Rahmen einer Veranstaltung, einer Veröffentlichung oder durch den Einsatz des Internet) nachzudenken, zu der eine Reihe von kirchlichen Traditionen beitragen könnte. Eine solche Reflexion käme nicht nur den Vollversammlungsdelegierten, sondern auch der größeren kirchlichen Gemeinschaft zugut.

17. Die Möglichkeit und Durchführbarkeit (im Blick auf finanzielle und personelle Ressourcen) von Besuchen von Vollversammlungsdelegierten in den Ortsgemeinden vor der Vollversammlung sollte mit dem Ausschuss brasilianischer Kirchen erörtert werden, sobald dieser eingerichtet ist.

Stewards
18. Die Vorkehrungen für ein Steward-Programm vor der Vollversammlung werden zu einem späteren Zeitpunkt getrennt behandelt.

"Begleitveranstaltungen"
19. Die Kerngruppe empfiehlt, dass – wie es bei mehreren Vollversammlungen vor Harare der Fall war –das Programm für Vollversammlungsbesucher in den Zuständigkeitsbereich des Ausschusses brasilianischer Kirchen fallen sollte, mit dem so bald wie möglich Diskussionen aufgenommen werden sollten. Wie in § 11 (h) oben erwähnt, wird vorgeschlagen, auch die Möglichkeit einer teilweisen Integration dieses Programms in die Vollversammlungsveranstaltungen zu erwägen und zu untersuchen, wie mit dem Programm speziell das Interesse junger Menschen geweckt werden kann.

Planungsausschuss und Gottesdienstausschuss für die Vollversammlung
20. Die Kerngruppe geht davon aus, dass der Zentralausschuss auf seiner Tagung 2003 einen Planungsausschuss für die Vollversammlung einsetzen wird, der sich aus der Kerngruppe und weiteren Mitgliedern des Zentralausschusses zusammensetzt, sowie einen Gottesdienstausschuss. Die beiden Ausschüsse werden komplementär zusammenarbeiten und ihre Mitgliedschaft sollte sich daher zum Teil überschneiden. Die Kerngruppe hat einen vorläufigen Zeitplan für die künftigen Tagungen aufgestellt, der mindestens drei Treffen vorsieht: vom 2.-6. Februar 2004 (voraussichtlich in Porto Alegre) vor der Tagung des Exekutivausschusses im Februar 2004, vor der Tagung des Zentralausschusses im Februar 2005 und eine weitere Tagung gegen Ende in 2005 vor der eigentlichen Vollversammlung. Dieser Zeitplan bedeutet, dass der Planungsausschuss für die Vollversammlung einen Großteil seiner Arbeit ohne direkte Verbindung zum Zentralausschuss ausführt, dem er rechenschaftspflichtig ist. Daher könnte es sich als notwendig erweisen, eine größere Interaktion als bisher zwischen dem Planungsausschuss für die Vollversammlung und dem Exekutivausschuss vorzusehen, damit die allgemeine Leitung des Vorbereitungsprozesses in den Händen der Leitungsgremien bleibt.

21. Die Kerngruppe hat den vom Exekutivausschuss gutgeheißenen Kommentar zur Kenntnis genommen, dass "Kirchen und ökumenische Einrichtungen den Wunsch haben, bei der Planung größerer Versammlungen enger zusammenzuarbeiten", und beabsichtigt daher, Vertreter und Vertreterinnen des Reformierten Weltbundes und des Lutherischen Weltbundes zu den zukünftigen Planungstagungen einzuladen. Sie empfahl darüber hinaus, der Zentralausschuss möge einen Prozess einleiten, durch den die bereits bestehenden Verbindungen fortgesetzt und ausgebaut werden mit dem Ziel, die X. Vollversammlung mit Vollversammlungen/Weltkonferenzen der großen Konfessionsfamilien zu koordinieren.

Ausschuss der brasilianischen Kirchen

22. Im Bericht wird verschiedentlich auf die Abhängigkeit vom und die Beratung mit dem Ausschuss brasilianischer Kirchen hingewiesen. Die Kerngruppe erfuhr auf ihrer Tagung, der Ausschuss hoffe seine Arbeit möglichst bald nach der Bossey-Tagung aufzunehmen. Die Kerngruppe unterstrich, wie wichtig es sei, die Beteiligung vor Ort und im Land durch die Mitarbeit von Vertretern und Vertreterinnen indigener Völker sowie von evangelikalen und Pfingstkirchen im Ausschuss brasilianischer Kirchen sicherzustellen. Die Gruppe würdigte die Bedeutung der Kontakte, die bereits von ÖRK-Mitarbeitern/innen hergestellt worden sind, wie auch der kontinuierlichen Interaktion, die sich entwickeln und die die Verbindungen stärken und die notwendige Zusammenarbeit erleichtern wird. Im Vertrauen auf diese Arbeit sieht die Kerngruppe der Begegnung mit dem Ausschuss brasilianischer Kirchen anlässlich ihres Besuchs in Porto Alegre, voraussichtlich im Februar 2004, erwartungsvoll entgegen.


Zusatzbemerkungen des Vorsitzenden der Kerngruppe des Planungsausschusses für die Vollversammlung

1. Mit diesen Bemerkungen möchte ich die Zentralausschussmitglieder über die Entwicklungen seit der Tagung der Kerngruppe im Februar informieren, ausgehend von den Stellungnahmen von Zentralausschussmitgliedern zum Thema (im Anschluss an die in Paragraph 7 des Berichts erwähnten Konsultationen), dem Besuch des Generalsekretärs in Brasilien im Mai und der Weiterarbeit der ÖRK-Mitarbeitergruppe für die Planung der Vollversammlung.

2. Verteilung der Sitze (Paragraph 2). Dem Zentralausschuss wird ein separates Dokument (s. Dok. GEN 9.1 ) vorgelegt werden, in dem ein Muster für die Sitzverteilung auf der Vollversammlung vorgestellt wird. Das Muster stützt sich auf die Richtlinien, die der Exekutivausschuss festgelegt hat, sowie die anschließenden Diskussionen in der Kerngruppe des Planungsausschusses für die Vollversammlung und die Beratung mit den leitenden Amtsträgern.

3. Thema (Paragraphen 4-8). Zehn Zentralausschussmitglieder sind der Einladung gefolgt und haben sich zu den drei Themenvorschlägen der Kerngruppe in Paragraph 7 geäußert. Wie vielleicht vorauszusehen, wurde in diesen Stellungnahmen kein Konsens erreicht. Jeder der Vorschläge der Kerngruppe erhielt Unterstützung; es wurden einige Übersetzungsprobleme hervorgehoben (Wiedergabe des Gerundiums im Deutschen; das Konzept der Gnade) und einige Anpassungen und weitere Möglichkeiten vorgeschlagen:

  • Gott ruft uns zu Gerechtigkeit, Güte und Demut
  • Gottes Gnade – des Menschen Würde
  • Wasch uns rein mit deiner Gnade, damit wir deinen Willen erkennen und tun
  • Gottes Gnade ruft (uns) zu Versöhnung und Heilung
  • Hunger nach Brot, Durst nach Wasser und Sehnsucht nach Frieden
  • "Gebt ihr ihnen zu essen!" (Mk 6, 37)

    Auch die Kirchen in Brasilien sind um Stellungnahme gebeten worden, und wir hoffen, dass wir zum Zeitpunkt des Zentralausschusses darüber berichten können.
    4. Haushalt. Zusätzlich zu den im Bericht enthaltenen Informationen (Paragraph 12) wird dem Zentralausschuss ein detaillierterer Haushaltsentwurf vorgelegt werden.

    5. Ausschuss brasilianischer Kirchen. Fragen im Zusammenhang mit den jeweiligen Aufgaben der Kirchen vor Ort, des Planungsausschusses und der ÖRK-Mitarbeitergruppe werden weiter diskutiert. So z.B., wer für die Organisation der Besuche von Vollversammlungsdelegierten in brasilianischen Kirchen zuständig ist (Paragraph 17), wer für die "Begleitveranstaltungen" (Paragraph 19) und wer für die Festlegung des Termins für den Besuch des Planungsausschusses in Porto Alegre (Paragraph 22 – möglicherweise später als im Februar 2004, abhängig davon, wann der/die Koordinator/in auf brasilianischer Seite ernannt ist).

    Norman Shanks

    Anhang 1
    Kerngruppe des Planungsausschusses für die Vollversammlung
    Bossey, 24.-27. Februar 2003

    Teilnehmerliste

    <table border="1" width="100%"> <tbody><tr valign="top"><td width="50%">Pfr. Kanonikus Dr. Trond Bakkevig
    (Kirche von Norwegen)
    Niels Henrik Abels vei 11
    N-0851 Oslo
    Norwegen
    Tel: +47.2259.1730/34
    Fax: +47.2256.4710
    E-Mail: prost.vestre-aker-prosti@kirken.oslo.no

    Lois Dauway
    (Evangelisch-Methodistische Kirche)
    Behörde für weltweiten Dienst der Evangelisch-Methodistischen Kirche
    Frauenreferat
    475 Riverside Drive, Room 1502
    New York, NY 10115
    USA
    Tel: +1.212.870.37.34
    Fax: +1.212.870.37.96
    E-Mail: ldauway@gbgm-umc.org

    Alice-Jean Finlay
    (Anglikanische Kirche von Kanada)
    50 Castle Frank Road
    Toronto, Ont M4W 2Z6
    Kanada
    Tel: +1.416.975.13.16
    Fax: +1.416.975.08.11
    E-Mail: bishopfinlay@tap.net

    Pfrin.Ying Gao
    (Chinesischer Christenrat)
    2nd Area Bulg.1 Unit 3, Rm 301
    An-hua-xi-li Chao-yang District
    Beijing 100011, P.R.C
    China
    Tel: +86.10.6522.9984, +86.10.6513.3549, +86.10.6524.2193
    Fax: +86.10.6522.9984, +86.10.6513.3549, +86.10.6524.2193
    E-Mail: Bible@163bj.com

    Metropolit Prof. Dr. Gennadios von Sassima
    (Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel)
    Rum Patrikhanesi
    Fener-Halic
    TR- 34220 Istanbul
    Türkei
    Tel: +90.212.531.96.70.76
    Fax: +90.212.531.96.79
    E-Mail: gennad@attglobal.net

    Welly Esau Mandowen
    (Evangelisch-Christliche Kirche in Tanah Papua)
    Perum Uncen
    Jl. Lap. Trikora III No 1
    Abepura
    Jayapura, Irian Jaya
    Indonesien
    Tel: +62.21.967.582.779
    Fax: +62.21.967.582.779
    E-Mail: wmandowen@yahoo.com

    Pfr. Dr. Héctor Méndez
    (Presbyterianisch-Reformierte Kirche in Kuba)
    Salud 222
    Havana 10200
    Kuba
    Tel: +53.7.862.12.19 or +53.7.862.12.39
    Fax: +53.7.33.88.19
    E-Mail: presbit@enet.cu

    </td><td width="50%">
    Bischof Mdimi Godfrey Mhogolo
    (Anglikanische Kirche von Tansania)
    P.O. Box 15
    Dodoma
    Tansania
    Tel: +255.61.32.40.50
    Fax: +255.26.232.00.04, +255.61.32.00.94
    E-Mail: mhogolo@twiga.com

    Idah Njobvu (entschuldigt)
    (Reformierte Kirche in Sambia)
    Kamwala Reformed Church in Zambia
    Box 32301
    Lusaka
    Sambia
    Tel: +260.1.22.66.54, +260.1.22.19.05
    Fax: +260.1.22.08.24, +260.1.22.19.05
    E-Mail: idahmind@hotmail.com

    Bischof Serapion
    (Koptische Orthodoxe Kirche)
    Diözese von Los Angeles, Süd-Kalifornien & Hawaii
    4909, Cleland Avenue
    Los Angeles, CA 90042
    USA
    Tel: +1.323.254.33.33
    Fax: +1.323.254.23.40
    E-Mail: BishopSerapion@LaCopts.org

    Pfr. Norman Shanks (Vorsitzender)
    (Kirche von Schottland)
    1 Marchmont Terrace
    Glasgow G12 9LT, Schottland
    Vereinigtes Königreich
    Tel: +44.141.339.4421
    E-Mail: RNShnks@aol.com
    Beraterin

    Pfrin. Cibele Kuss
    (Evangelische Kirche L. B. in Brasilien)
    Av. Visconde de Inhaúma, 1557
    Beirro Pedreira
    Belém - Pará
    66087-640 Brasilien
    Tel. +55. 91 276 2254
    Fax: +55. 91 276 3196
    E-Mail: cibele@nautilus.com.br

    </td></tr></tbody></table>