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Protokollpunkt zu Klimagerechtigkeit

Angenommen von der 10. ÖRK-Vollversammlung als Teil des Berichts des Ausschusses für öffentliche Angelegenheiten.

08. November 2013

Angenommen von der 10. ÖRK-Vollversammlung als Teil des Berichts des Ausschusses für öffentliche Angelegenheiten.
Übersetzt aus dem Englischen vom Sprachendienst des ÖRK.

 

„Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet.“ (Psalm 24)

„... lasst ab vom Bösen! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache.“ (Jes 1,16b-17)

Der Klimawandel ist heute zu einer der größten globalen Bedrohungen geworden, von der insbesondere die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen betroffen sind. Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) war einer der ersten, die vor den Gefahren des Klimawandels gewarnt haben. Nach 20 Jahren Fürsprachearbeit haben die Kirchen jetzt dazu beigetragen, die ökologische Gerechtigkeit zu einem Thema der internationalen Klimadebatte zu machen.

Die Leitungsgremien des ÖRK haben Grundsätze zum Thema Klimawandel formuliert. Darüberhinaus hat der ÖRK Erklärungen auf der Konferenz der Vertragsparteien (COP) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen abgegeben. In den vergangenen Jahren haben die Kirchen und die kirchlichen Dienste und Werke ihre Fürsprachearbeit verstärkt. Gemeinsam mit christlichen Kirchen haben interreligiöse Initiativen ebenfalls gezeigt, wie Glaubensgemeinschaften im Konsens Wege zur Bewältigung der durch den Klimawandel verursachten Krise finden können.

Obwohl der Klimawandel zu den dringendsten Problemen unserer Zeit gehört, hat dieses Thema in der Politik und in der Öffentlichkeit an Bedeutung verloren. Trotz einiger ermutigender Zeichen haben die internationalen Klimaverhandlungen die erklärten Ziele bisher nicht erreicht.

Im September 2013 wurde der erste Teil des Fünften Sachstandsberichts der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe über Klimaänderungen (IPCC) vorgelegt, der das gravierende Ausmaß des Klimawandels und seine bereits jetzt spürbaren Folgen bestätigt. Zu diesen Folgen gehören der Anstieg der Meeresspiegel, das Abschmelzen der Gletscher und des Polareises sowie die Zunahme der Häufigkeit und Schwere von Überschwemmungen, tropischen Stürmen und Dürren. Der Bericht belegt zudem den zunehmenden Konsens in der Wissenschaft über die menschlichen Ursachen des Klimawandels.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind schon jetzt konkret spürbar. Die Kirchen in Ländern wie Tuvalu, Kiribati, Bangladesch und den Philippinen, aber auch die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen beschäftigen sich bereits mit den Tragödien von Menschen, die durch den Klimawandel heimatlos wurden.

Die Opfer des Klimawandels sind das neue Gesicht der Armen, Witwen und Fremden, die der Herr besonders liebt und versorgt (5.Mose 10,17-18). Wenn die Schöpfung auf eine solche Art bedroht ist, sind die Kirchen aufgerufen, sich zu Wort melden und ihr Engagement für Leben, Gerechtigkeit und Frieden zum Ausdruck zu bringen.

Die 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die vom 30. Oktober bis zum 8. November 2013 im Busan in der Republik Korea tagt,

  1. weist erneut auf die große Sorge der Kirchen hinsichtlich des Klimawandels und seiner negativen Auswirkung auf die gesamte Schöpfung und besonders auf die verwundbarsten Gemeinschaften in vielen Teilen der Welt hin;
  2. ermutigt die Mitgliedskirchen, die Rolle des ÖRK bei der Organisation einer ökumenischen Pilgerreise der Gerechtigkeit und des Friedens zu unterstützen, um die Verbundenheit der Kirchen mit den Gemeinschaften in zahlreichen Teilen der Welt zu stärken und gemeinsam für den Erhalt der Schöpfung und für ökologische Gerechtigkeit zu arbeiten; und
  3. ruft Kirchen und ökumenische Organisationen auf, darauf zu bestehen, dass die einzelnen Regierungen über nationale Interessen hinweg Verantwortung für Gottes Schöpfung und unsere gemeinsame Zukunft übernehmen. Wir fordern die Regierungen auf, die grundlegenden Menschenrechte derjenigen zu schützen und zu fördern, die von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht sind. Insbesondere fordern wir die Kirchenvertreterinnen und -vertreter, die an der COP 19 in Warschau, Polen, teilnehmen, auf, sich bei dem polnischen COP-Vorsitz für ambitioniertere Ergebnisse des Warschauer Klimagipfels einzusetzen.

D.  begrüßt den Plan des Weißen Hauses zur Bekämpfung des Klimawandels und ruft den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika auf, den Bau der Keystone-Pipeline in den USA abzulehnen.

ANGENOMMEN

Download : PIC 02_12 Protokollpunkt zu Klimagerechtigkeit.pdf