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ÖRK-Generalsekretär spricht über Zusammenhang zwischen Armut und Klimawandel

ÖRK-Generalsekretär spricht über Zusammenhang zwischen Armut und Klimawandel

Foto: Die Gemeinschaft Sant'Egidio

16. Oktober 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 17. Oktober 2018

Vor der Gemeinschaft Sant'Egidio in Bologna (Italien) sprach der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, diese Woche zum Thema „Armut und Ungleichheit in Zeiten des Klimawandels“.

Tveit wies darauf hin, dass einige Menschen zwar einen Wohlstand bisher unbekannten Ausmaßes erlebten, gleichzeitig aber etwa einer Milliarde Menschen die essentiellen Lebensgrundlagen fehlten.

„Der krasse Kontrast zwischen diesen beiden Extremen zeigt sich auf verschiedene Art in sozioökonomischer Ungleichheit“, sagte Tveit. „Armut und Ungleichheit sind zwei wichtige Themen, mit denen sich die christliche Theologie seit vielen Jahrhunderten befasst.“

Wir könnten nicht über Armut und Ungleichheit reden, ohne auch den Klimawandel zu erwähnen, so Tveit. „Erst vor einer Woche hat der Weltklimarat seinen neuesten Forschungsbericht herausgegeben: hoffentlich ein Weckruf für unsere Verantwortungsträger und die gesamte Gesellschaft“, meinte er. „Der Bericht legt dar, dass die weltweiten Temperaturen bereits ein Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen, und die Auswirkungen zeigen sich bereits in schrecklichen Hurrikans in der Karibik, in Waldbränden in Europa und Nordamerika und in Wasserknappheit in Afrika und vielen anderen Teilen der Welt.“

In den theologischen Debatten des letzten Jahrhunderts zeige sich eine höhere Bereitschaft anzuerkennen, dass Armut kein gottgegebenes Schicksal aufgrund von Faulheit oder mangelnden Glaubens sei, fuhr Tveit fort. „Weitergehende Überlegungen führen zu der Erkenntnis, dass sich Armut auf strukturelle Ungerechtigkeit oder dysfunktionale Wirtschaftssysteme gründet, die einige wenige Menschen privilegieren und viele andere an den Rand drängen“, erklärte er.

Tveit betonte in seiner Rede: „Wenn wir die Armut in unserer Welt bekämpfen wollen, wenn wir auf nachhaltige Weise leben wollen, lädt Gott uns ein, auf eine andere Art zu wirtschaften: in einer Ökonomie des Lebens, in der wir Menschen das heilige Geschenk des Lebens feiern; wo wir die Erde, die uns erhält, mit Liebe und Respekt für die gesamte Schöpfung behandeln, und wo wir alle, Brüder und Schwestern, gemeinsam ein System des Teilens aufbauen und unsere Lebensgrundlagen genießen.“

Die Tagung in Sant‘Egidio fand unter dem Motto „Brücken des Friedens“ vom 14. bis 16. Oktober statt.

 

Vollständiger Wortlaut der Rede des ÖRK-Generalsekretärs Pastor Dr. Olav Fykse Tveit (in englischer Sprache)

Livestream aus Bologna

Fotos von der Podiumsdiskussion „Christen und die Armen“