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ÖRK prüft ökumenische Diakonie als Weg zur wachsenden Einheit

ÖRK prüft ökumenische Diakonie als Weg zur wachsenden Einheit

Plenum zum Thema ökumenische Diakonie. Foto: Sean Hawkey/ÖRK

16. Juni 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 16. Juni 2018

„Die Einladung zum Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens hat eine neue Chance eröffnet, unser Verständnis von Diakonie neu auszurichten und uns bei unserer diakonischen Arbeit ökumenisch zusammenzuschließen“, hat Pastor Dr. Kjell Nordstokke im Rahmen der Tagung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) am 16. Juni festgestellt.

Dem wichtigsten Leitungsgremium des ÖRK, das gegenwärtig in Genf tagt, stellte Nordstokke ein von ÖRK, Lutherischem Weltbund und ACT-Bündnis gemeinsam erarbeitetes Dokument unter dem Titel: „Zu transformativem Handeln aufgerufen. Ökumenische Diakonie“ vor.

Er betonte, die Diakonie spiele eine zentrale Rolle für das Selbstverständnis der Kirchen sowohl im Blick darauf, „wer wir sind, als auch, was wir tun“.

Bei dem Dokument gehe es insbesondere darum, die beiden Dimensionen der Diakonie, die einerseits auf biblischen, theologischen Grundlagen fuße und andererseits ein Bereich der praktischen Arbeit der Kirchen sei, gemeinsam in den Blick zu nehmen.

„In diesem Dokument betonen wir, wie ökumenische Diakonie Glaubensüberzeugungen und das Eintreten für die Menschenrechte verbinden kann, und stellen die These auf, dass es zwischen beiden keinen Widerspruch gibt. Vielmehr bestärken sie sich gegenseitig“, führte Nordstokke aus.

Aus der Perspektive einer diakonischen Organisation sprach Rudelmar Bueno de Faria, Generalsekretär des ACT-Bündnisses, von der heute in vielen Gesellschaften weltweit wahrzunehmenden Wertekrise.

„Der Blick in die Zukunft zeigt ein neues Moment der ökumenischen Diakonie, nicht nur, weil ÖRK und ACT unsere Maßnahmen im Zusammenhang mit weltweiten Prozessen wie den Zielen für nachhaltige Entwicklung [SDGs] koordinieren müssen, sondern auch, weil wir als ACT unsere christlichen Werte leben und aus unserer Identität Impulse für unser Tun schöpfen müssen“, erklärte de Faria.

Die Ansprache des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, nahm Nachhaltigkeitsziel 3, Gesundheit und Wohlergehen für alle Menschen, in den Blick.

„Gesundheit ist die zentrale, wichtigste Säule der SDGs. Wenn man gesund ist, kann man sich alles wünschen. Wenn man nicht gesund ist, wünscht man sich nichts als Gesundheit“, stellte Tedros fest.

„Gesundheit und Heilung waren, wie Sie wissen, von zentraler Bedeutung im Leben und Wirken Jesu“, führte er aus, „und ich glaube, dass es an der Zeit ist, mit einer neuen Vereinbarung die im Bereich der Religionen verorteten Organisationen [sog. faith-based organizations, FBOs] im Sinne einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung zu mobilisieren.“

Tedros betonte: „Wir wissen, dass die Kirchen und andere FBOs einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung leisten können und dass ihre Stimme bisweilen sogar mehr Gehör findet, als die von Staaten.“

Die ÖRK-Präsidentin für den Pazifik, Pastorin Dr. Mele’ana Puloka, stellte das Engagement des ÖRK zugunsten einer neuen globalen ökumenischen Gesundheitsstrategie heraus. Im Jahr 2018 jähre sich zudem zum 50. Mal die Einrichtung der ehemaligen Christlichen Gesundheitskommission.

„Auf dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens brauchen wir das volle Engagement aller Beteiligten, um dafür zu sorgen, dass alle Menschen angemessen medizinisch versorgt werden, um die Armen zu unterstützen und für sie einzutreten und um zu prüfen, wie wir als Kirchen das Heilungswerk Jesu Christi heute verkörpern können“, führte Puloka aus.

ÖRK-Zentralausschusstagung