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ÖRK-Exekutivausschuss: Globale Biodiversitätskrise erreicht kritisches Ausmaß

ÖRK-Exekutivausschuss: Globale Biodiversitätskrise erreicht kritisches Ausmaß

Photo: Albin Hillert/ÖRK

27. Mai 2019

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 28. Mai 2019

In einer Erklärung weist der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen darauf hin, dass die weltweite Biodiversitätskrise ein kritisches Ausmaß erreicht hat, und fordert einen strukturellen Politikwandel und Gegenmaßnahmen.

„Gott liebt alle seine Geschöpfe, Flora und Fauna, die mit der ihnen innewohnenden Schönheit und Güte gesegnet sind“, heißt es in der Erklärung. „Die Menschen, nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, sind aufgefordert, die ihnen von Gott in seiner Liebe gegebenen Ressourcen und Lebensräume mit großer Fürsorge zu nutzen und gerecht zu teilen, damit alle Lebewesen, Menschen und nichtmenschliche Lebewesen das Leben in all seiner Fülle genießen können.“

Die Erklärung weist darauf hin, dass das den vorherrschenden Wirtschaftssystemen innewohnende rücksichtslose Wachstumsparadigma das Überleben zahlreicher Geschöpfe Gottes gefährdet. „Letztlich werden unsere signifikanten und schädlichen Auswirkungen auf unsere Ökosysteme Folgen für  unsere eigene Zukunft als Menschheit haben“, heißt es in der Erklärung. „Bereits heute zerstört dieses Verhalten die Lebensgrundlage unserer einkommensarmen und besonders gefährdeten indigenen Schwestern und Brüder, die am wenigstens zu den ökologischen Schäden beitragen, für die die Menschheit in ihrer Gesamtheit verantwortlich ist.“

Die Erklärung weist ebenfalls auf den vor kurzem veröffentlichten Globalen Zustandsbericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) hin. Der Bericht zeigt, dass 75% der Landfläche inzwischen in signifikanter Weise verändert wurden, 66% der Ozeane sind in einem kritischen Zustand, und mehr als 85% der Feuchtgebiete sind bereits zerstört. „Zwar hat sich die Entwaldungsrate seit dem Jahre 2000 geringfügig verringert, aber zwischen 2010 und 2015 sind immer noch 32 Millionen Hektar Primärwald abgeholzt worden, und die Entwaldung geht ungehindert und in einem nicht nachhaltigen Ausmaß  weiter“, so der Bericht. „Aus diesem Grund sind ca. eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.“

Erklärung des ÖRK-Exekutivausschusses vom Montag, 27. Mai 2019

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