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Vereinigte Kirche Christi ruft zum Boykott der von der israelischen Besetzung profitierenden Unternehmen auf

02. Juli 2015

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 07. Juli 2015

Die 30. Generalsynode der Vereinigten Kirche Christi (UCC), einer der Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), ruft in einer Entschließung zu Boykott und Investitionsabzug von Unternehmen auf, die von der israelischen Besetzung palästinensischer Gebiete profitieren.

Der Entschließungsantrag wurde am 30. Juni anlässlich der Tagung des Vorstands der UCC in Cleveland (Ohio, USA) mit einer Mehrheit von 508 zu 124 Stimmen und 38 Stimmenthaltungen angenommen.

Mit ihrer Entschließung protestiert die Generalsynode der UCC gegen die seit bald einem halben Jahrhundert anhaltende Besetzung palästinensischer Gebiete und andere Menschenrechtsverletzungen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung. Sie reagiert damit ebenfalls auf den von der christlichen Gemeinschaft in Palästina formulierten Aufruf zu Boykott, Investitionsabzug und Sanktionen. Dieser im Kairos Palästina-Dokument verankerte Aufruf sucht in Anlehnung an die historische Bürgerrechtsbewegung in den USA und die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika die Freiheit und die Rechte Palästinas auf friedlichem Wege zu erwirken.

Mit der Entschließung hofft die UCC, die israelische Regierung zur Beendigung der Besetzung zu bewegen. Die Synode verpflichtet sich außerdem, in Bundesbeziehungen mit dem UCC-Stiftungsrat und dem Fonds der Vereinigten Kirche für die Umsetzung der Entschließung zu sorgen.

Die Entschließung fand breite Unterstützung beim United Church of Christ Palästina-Israel Network (UCC PIN), einem Netzwerk von Kirchen, das sich für einen gerechten Frieden und das Ende der Konflikte in Palästina und Israel einsetzt.

Mit der Annahme dieser Entschließung tritt die UCC in die Fußstapfen ihrer großen Schwesterkirchen in den USA. So hat sich die Presbyterianische Kirche (USA) nach einer entsprechenden Resolution letztes Jahr aus drei angeblich von der israelischen Besetzung profitierenden multinationalen Konzernen zurückgezogen. Auch die Evangelisch-Methodistische Kirche (UMC) hat zum Boykott sämtlicher Unternehmen aufgerufen, die in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten tätig sind, und ihr Stiftungsrat zog sich u.a. aufgrund seiner Geschäfte mit der israelischen Armee aus dem Dienstleistungsunternehmen für Haftanstalten Group 4 Securicor zurück.

Diese Maßnahmen der amerikanischen Mitgliedskirchen stehen im Einklang mit den Grundsätzen des ÖRK.

Bereits 1995 hatte der ÖRK-Zentralausschuss Kriterien für wirtschaftliche Maßnahmen im Dienste der Gerechtigkeit aufgestellt; 2001 empfahl der ÖRK-Exekutivausschuss den internationalen Boykott von Waren, die in illegalen israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten hergestellt werden. Im Februar 2005 empfahl der ÖRK-Zentralausschuss den Mitgliedskirchen, ernsthaft wirtschaftliche Maßnahmen als neue Wege der Friedensarbeit zu erwägen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie sie die wirtschaftliche Beteiligung an illegalen Aktivitäten verweigern können, die mit der israelischen Besetzung in Verbindung stehen.

In einer Erklärung von 2014 bekräftigte der ÖRK-Zentralausschuss die „Solidarität der Kirchen mit jenen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit in Israel und Palästina einsetzen“. In der Erklärung wurden die Kirchen dazu ermutigt, verantwortungsbewusste Entscheidungen hinsichtlich ihrer Investition zu treffen, die Auswirkungen auf die Region haben könnten.

UCC PIN-Pressemitteilung: Vereinigte Kirche Christi ruft zum Boykott der von der israelischen Besetzung profitierenden Unternehmen auf (in englischer Sprache)

Ökumenisches Forum für Palästina/Israel (in englischer Sprache)

ÖRK-Mitgliedskirchen in Israel/Palästina