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Tveit: Kardinal Lehmann arbeitete unermüdlich für die Einheit

Tveit: Kardinal Lehmann arbeitete unermüdlich für die Einheit

Kardinal Karl Lehmann. Foto: Raimond Spekking, 2014.

12. März 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 13. März 2018

Kardinal Karl Lehmann, der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, ist am 11. März im Alter von 81 Jahren gestorben.

Als Bischof von Mainz von 1983 bis 2016 war Kardinal Lehmann einer der einflussreichsten Ökumeniker in einer Führungsposition der römisch-katholischen Kirche in Deutschland.

Gemeinsam mit dem evangelischen Theologen Wolfhart Pannenberg leitete er eine Studienkommission des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) in Deutschland, die im Anschluss an einen Besuch von Papst Johannes Paul II in Deutschland im Jahr 1980 untersuchte, ob die gegenseitigen Verurteilungen des 16. Jahrhunderts heute noch die Kirchen trennen müssten. Diese Arbeit war eine der wichtigen Grundlagen für die 1999 unterzeichnete Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von Lutheranern und römischen Katholiken.

Schon sehr früh mahnte Lehmann, das Reformationsjubiläum 2017 solle für Protestanten und römische Katholiken gleichermaßen als ökumenische Chance verstanden werden.

In einer Ansprache an die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) 1974 warnte Lehmann alle Kirchen – einschließlich der eigenen – davor, die verschiedenen Glaubenstraditionen weiterhin nebeneinanderher existieren zu lassen und die jeweils eigene Identität so zu bewahren, wie sie sei.

„Kardinal Lehmann rief uns alle auf, uns gegenseitig mehr zu hinterfragen. Er rief uns auf, uns nicht nur durch das Evangelium verändern zu lassen, sondern auch durch die Glaubenserfahrungen der anderen, und bei entscheidenden Themen bereit zur Berichtigung und Korrektur zu sein“, sagte ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit. „Kardinal Lehmann lehrte uns alle, dass die Einheit kein Selbstzweck sei, sondern der Versöhnung und Vereinigung der Menschheit dienen müsse. Er war ein wahrer ökumenischer Pionier und Pilger auf der Suche nach neuen Wegen in die Zukunft.“

Weitere Informationen über die ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung

Der ÖRK und die römisch-katholische Kirche