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Die Wuppertaler Erklärung: „ökologische Transformation“ dringend erforderlich

Die Wuppertaler Erklärung: „ökologische Transformation“ dringend erforderlich

Teilnehmer der Konferenz „Öko-Theologie und Ethik der Nachhaltigkeit“. Foto: EMW

25. Juni 2019

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 26. Juni 2019

Nachdem sich 52 Delegierte aus 22 Ländern unterschiedlicher Konfessionen und Glaubenstraditionen vom 16. – 19. Juni in Wuppertal, Deutschland versammelt hatten, veröffentlichten sie die Erklärung „Kairos für die Schöpfung – Hoffnung für die Erde bezeugen.“

Die „Wuppertaler Erklärung“ beschreibt, wie die Teilnehmenden der Konferenz „Öko-Theologie und Ethik der Nachhaltigkeit“ ihre Erfahrungen aus Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika, Nordamerika und Ozeanien austauschten. „Wir haben den Aufschrei der Erde und den Aufschrei der Menschen gehört, die vom Klimawandel in besonderer Weise betroffen sind, und das gilt besonders für die Kinder und die Älteren. Wir haben den Aufschrei der jungen Erwachsenen, die Generationengerechtigkeit fordern, und die Sorgen der Sachverständigen aufgrund der aktuellen Trends gehört“, heißt es im Text.

„Wir sind uns des dringenden Handlungsbedarfs in den vor uns liegenden Jahren bewusst und haben doch den Mut zu hoffen. Wir sehen uns gezwungen, die globale ökumenische Bewegung zu einer umfassenden ökologischen Transformation der Gesellschaft aufzurufen.“

Die Erklärung bekräftigt einmal mehr, dass sich die ökumenische Bewegung schon seit langem zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet hat. „Diese Ziele erfordern dringende Maßnahmen auf dem vor uns liegenden Weg“, heißt es in dem Aufruf. „Wir haben die Belastungsgrenze der Erde überschritten.“

Die Wuppertaler Konferenz war gemeinsam vom  Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Brot für die Welt und dem Ökumenischen Rat der Kirchen veranstaltet worden.

„Die Erde hat anscheinend die Fähigkeit verloren, sich selbst zu heilen“, ist in dem Wuppertaler Aufruf zu lesen. „Wir konnten den Sorgen der Ökumene um Gerechtigkeit inmitten von Armut, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit, um eine partizipatorische Gesellschaft inmitten unterschiedlicher Formen gewalttätiger Konflikte und um Nachhaltigkeit inmitten ökologischer Zerstörung keine einheitliche Stimme geben.“

Die Erklärung gesteht ein, dass die Authentizität des ökumenischen Zeugnisses durch eine Reihe von Fehlinterpretationen des Evangeliums, durch toxische Narrative und Theologien unterwandert wird, die eine totalitäre Logik des Todes und der Zerstörung legitimieren. „Gott hat die Erde nicht aufgegeben“, heißt es in dem Aufruf. „Hoffnung ist nicht das Gleiche wie blinder Optimismus, der auf die simple Fortschreibung aktueller Trends setzt.“

Eine solche Hoffnung ist nicht billig zu haben, so der Aufruf. „Es ist diese Hoffnung, die uns ermutigt und uns zu einer umfassenden ökologischen Transformation der Gesellschaft zwingt“, ist in dem Aufruf zu lesen. „Im Mittelpunkt dieser zwingend erforderlichen Transformation steht der ökologische Umbau (metanoia), eine innere Umkehr, eine Änderung von Gewohnheiten, Gepflogenheiten, Überzeugungen und Praktiken.“

Die Erklärung schlägt spezifische Aktionen vor, die die Kirchen durchführen können, und stellt fest, dass die vor uns liegenden Aufgaben immens sind und jahrelangen Einsatz erfordern werden. „Die Dringlichkeit der Situation erlaubt keinen weiteren Aufschub umfassender Maßnahmen“, so der Aufruf.

Lesen Sie den vollständigen Text: „Wuppertaler Erklärung“

Arbeit des ÖRK für die Bewahrung der Schöpfung und Klimagerechtigkeit