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Religionsgruppen fordern Klimagerechtigkeit in Durban

Religionsgruppen fordern Klimagerechtigkeit in Durban

"Jugend für ökologische Gerechtigkeit" bei der interreligiösen Kundgebung in Durban. Foto: Willemien Calitz

30. November 2011

„Unsere Erde ist das einzige Zuhause, das wir haben.“ Mit diesen Worten unterstrich Erzbischof Desmond Tutu die zentrale Bedeutung unseres Planeten, der überleben muss, damit die Menschen überleben können. Bei seinem Auftritt auf einer interreligiösen Kundgebung in Durban appellierte Tutu an die UN-Klimakonferenz COP17, einen fairen, ehrgeizigen und rechtlich bindenden Vertrag auszuarbeiten, um effektive Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ermöglichen.

Die COP17 begann am 28. November im südafrikanischen Durban. Die interreligiöse Kundgebung, die am 27. November im Kings-Park-Stadion abgehalten wurde, war die erste Veranstaltung in Durban einer Koalition von Glaubensgemeinschaften, die bereits vor einem Jahr mit den Vorbereitungen für die COP17 angefangen hatten.

„Wir glauben!“ erklärte Bischof Geoff Davies, Direktor des Southern Africa Faith Communities Environmental Institute und einer der Hauptorganisatoren der Kundgebung. „Afrika ist ein Kontinent des Glaubens und wir sind aus unseren verschiedenen Glaubenstraditionen hierher zusammengekommen, um einen ethisch-moralischen und geistlichen Appell für einen Paradigmenwechsel an die Verantwortlichen zu richten. Wir fordern Klimagerechtigkeit jetzt“, sagte Davies.

Während der Kundgebung legte Tutu auch der Präsidentin der COP17 und südafrikanischen Ministerin für internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, Maite Nkoana-Mashabane, sowie der Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC Christiana Figueres die von 200 000 Menschen unterschriebene Petition mit dem Titel „Wir glauben“ vor.

Mashabane begrüßte das Dokument mit den Worten „Ihre Petition wird ernst genommen werden“, während Figueres die Glaubensbewegungen ermutigte, ungeachtet der Ergebnisse der COP17 „nicht den Glauben und die Hoffnung zu verlieren“.

Die Petition legt den Schwerpunkt auf Afrika und orientiert sich damit an der Kampagne „Zeit für Klimagerechtigkeit“, in der Kirchen sich bereits seit einigen Jahren gemeinsam engagieren.

Auf der interreligiösen Kundgebung brachten Brahma Kumaris, christliche, jüdische und muslimische Führungspersönlichkeiten die gemeinsame Sorge um die Bewahrung der Schöpfung aus religiöser Perspektive zum Ausdruck. Neben diesen Botschaften standen Auftritte bekannter afrikanischer Künstler und Künstlerinnen, wie Gcina Mhlope und Ladysmith Black Mambaso, in Hommage an die verstorbene Nobelfriedenspreisträgerin Wangari Maathai.

Mary Robinson, ehemalige Präsidentin Irlands und frühere UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, ergriff ebenfalls das Wort und forderte, Geschlechterfragen, Landwirtschaft, Menschenrechte und Klimagerechtigkeit in die Verhandlungen der COP17 einzubeziehen und ihre wichtige Rolle anzuerkennen.

Auch ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit übermittelte ein Grußwort an die Kundgebung und sandte eine klare Botschaft an die COP17 in Durban: „Es ist Zeit für Klimagerechtigkeit.“

Arbeit des ÖRK für die Bewahrung der Schöpfung und Klimagerechtigkeit

Video-Botschaft des ÖRK-Generalsekretärs (auf Englisch)

Botschaft des Ökumenischen Patriarchen (pdf, auf Englisch)

Diashow über die interreligiöse Kundgebung, von Teilnehmenden des ÖRK/LWB-Programms Jugend für ökologische Gerechtigkeit

Kampagne „Zeit für Klimagerechtigkeit“