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Pilger für Klimagerechtigkeit wollen bei COP 21 in Paris etwas erreichen

23. Januar 2015

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 29. Januar 2015

Tausende von Menschen aus allen Ecken der Welt wollen sich auf einen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit begeben – entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Die gläubigen Pilgerinnen und Pilger, die in ihrem Glauben fest verwurzelt sind, wollen ihre Solidarität mit jenen Menschen zum Ausdruck bringen, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind – und sie wollen die politischen Führungspersonen der Welt eindringlich ermahnen, sich während der kommenden Konferenz der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (COP 21) in Paris auf eine rechtlich bindende und allgemein gültige Vereinbarung zum Thema Klima zu einigen.

Die Pilgerinnen und Pilger werde von verschiedenen christlichen Organisationen vorwiegend in Europa und Afrika mobilisiert, die Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vertreten. Einigen wollen bis nach Paris reisen und dort pünktlich zur COP 21, die vom 30. November bis 11. Dezember 2015 stattfinden wird, ihre Stimmen mit anderen Akteuren aus Glaubensorganisationen vereinen.

„Paris ist ein Meilenstein auf unserem Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“, erklärte Dr. Guillermo Kerber, Leiter des ÖRK-Programms „Bewahrung der Schöpfung und Klimagerechtigkeit“. „Aber Paris ist nicht das endgültige Ziel. Von uns Menschen des Glaubens wird erwartet, dass wir eine Art moralischen Kompass für den Dialog zum Thema Klimawandel aufzeigen; wir müssen eine Strategie für 2016 und darüber hinaus erarbeiten.“

Kerber nahm am 22. Januar in Genf, Schweiz, an einer Vorbereitungstagung der ökumenischen Organisationen auf die COP 21 teil. Das Konzept des „Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens“ wurde von der 10. ÖRK-Vollversammlung als Vision formuliert und Klimagerechtigkeit ist ein wichtiger Aspekt dieser Vision.

Nachdem schon religiöse Führungspersonen wie der Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel und Papst Franziskus von der Römisch-katholischen Kirchen Klimagerechtigkeit gefordert haben, plane der ÖRK, kräftige Stimmen aus den Religionsgemeinschaften nach Paris zu bringen, um ein faires, ehrgeiziges und rechtlich bindendes Abkommen zu fordern, so Kerber weiter.

In Afrika planen die „Pilger für Klimagerechtigkeit“, zu Fuß oder mit dem Fahrrad Grenzen zu überqueren, um so das Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels zu stärken. Patriciah Akullo vom ACT-Bündnis, einer Partnerorganisation des ÖRK, berichtete auf der Vorbereitungstagung über die Kampagne für Klimagerechtigkeit, die ihre Organisation für die Zeit um die COP 21 in Paris plant und die sich schwerpunktmäßig mit Afrika beschäftigen wird. Nachdem diese „Pilger für Klimagerechtigkeit“ unter anderem die Grenzen von Südafrika, Uganda und Burundi überquert haben, werden sie sich an ihrem endgültigen Ziel Nairobi treffen.

Bekannte Persönlichkeiten, die die Kampagne unterstützen sollen, sind neben verschiedenen Stars aus Sport, Kultur und Musik Erzbischof Desmond Tutu und der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta.

„Der Pilgerweg zur COP 21 ist ein Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens, für die Menschen und die Erde“, sagte Isaiah Toroitich, der für die Kampagne „Act Now for Climate Justice“ (Jetzt handeln für Klimagerechtigkeit) tätig ist. „Als gläubige Menschen hoffen wir, in Paris mit einer Stimme sprechen zu können, und so unsere Solidarität mit jenen zum Ausdruck zu bringen, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind“, führt er aus.

Thomas Hirsch von Brot für die Welt erklärte, dass wir als gläubige Menschen „durch unsere Anstrengungen und unseren Appell für Klimagerechtigkeit in unserer Vielfalt vereint sein müssen, wenn wir auf der COP 21 gehört werden wollen“. Die geplanten Initiativen der Kirchen, ökumenischen Organisationen und deren Partner nannte Hirsch „ermutigend“. Aber: „Der Impuls, der von diesen Anstrengungen ausgeht, kann verschwinden, wenn auf der COP 21 keine Ergebnisse erzielt werden.“

Folgende Organisationen nahmen an der Vorbereitungstagung in Genf teil: das ACT-Bündnis, die Konferenz Europäischer Kirchen, Norwegian Church Aif, MISEREOR, das Green Pilgrimage Network, Brot für die Welt, der Lutherische Weltbund, Christian Aid, Secours Catholique, CIDSE und CCFD-Terre Solidaire.

ÖRK-Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens

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