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ÖRK äußert Besorgnis über Menschenrechtsverletzungen in Tanah Papua

28. Februar 2012

Der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat eine Erklärung herausgegeben, in der er sich besorgt über die Eskalation der Gewalt in Tanah Papua (Indonesien) äußert. Er appelliert eindringlich an die indonesischen Behörden, die von den Streitkräften begangenen Morde an Zivilisten zu stoppen und die Rechte des Volkes der Papua zu schützen.

Die Erklärung wurde auf der Tagung des ÖRK-Exekutivausschusses, die vom 15.-17. Februar in Bossey (Schweiz) stattfand, vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Konflikts in Tanah Papua angenommen. Die Spannungen zwischen der Urbevölkerung und der indonesischen Polizei haben sich in den letzten Monaten verschärft und im Oktober letzten Jahres zur Ermordung mehrerer Zivilisten geführt.

Während der Unruhen im Oktober ging das indonesische Militär gewaltsam gegen eine friedliche Versammlung von Ureinwohnern vor. Es kam zu brutalen Übergriffen und Morden an Zivilisten.

Der Exekutivausschuss betont in seiner Erklärung, dass „die tragische Eskalation der Spannungen ein weiteres Alarmsignal an Indonesien und an die internationale Gemeinschaft darstellt“. Er fordert, „dass die vom Volk der Papua vorgebrachten Vorwürfe ohne weitere Verzögerung aufgegriffen werden müssen“.

Die prekäre wirtschaftliche Lage der indigenen Bevölkerung in Tanah Papua geht auf das autoritäre Suharto-Regime (1965-98) zurück, das mit seinen Transmigrasi-Programmen eine Entwicklung förderte, die die Papua zu einer Minderheit in ihrem eigenen Land gemacht hat.

„In den letzten Jahren hat das Volk der Papua Meinungsfreiheit und das Recht auf Selbstbestimmung gefordert, aber diese Forderungen nach einer Anerkennung seiner legitimen Rechte sind von der indonesischen Regierung stets unterdrückt worden“, heißt es in der Erklärung.

Der Exekutivausschuss ruft die Kirchen in seiner Erklärung auf, die Entwicklung in Tanah Papua „langfristig zu begleiten und für Frieden und Sicherheit des Volkes der Papua einzutreten, das für sein Recht auf Leben und Würde kämpft“.

Die Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten verfolgt die Lage in der Region und hat Solidaritätsbesuche in Tanah Papua organisiert.

Lesen Sie den vollständigen Text der Erklärung des ÖRK-Exekutivausschusses (in englischer Sprache)

Trotz Armut keimen Samen der Hoffnung in Indonesien (ÖRK-Pressemitteilung vom 7. August 2008)