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Aufruf von Kirchenleitenden aus Nord- und Südkorea zu Frieden und Aufhebung der Sanktionen gegen Demokratische Volksrepublik Korea

Aufruf von Kirchenleitenden aus Nord- und Südkorea zu Frieden und Aufhebung der Sanktionen gegen Demokratische Volksrepublik Korea

Foto: Peter Kenny/ÖRK

23. Juni 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 28. Juni 2018

Ein zweitägiges historisches Treffen in Genf, an dem Kirchenleitende sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden der koreanischen Halbinsel teilnahmen, fand seinen Abschluss in einem Aufruf des Ökumenischen Forums für Frieden, Wiedervereinigung und Entwicklungszusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel (EFK), „Frieden zu suchen und nach Frieden zu streben“.

„Um die politische Umgebung zu verbessern, damit die auf dem Panmunjom-Gipfel sowie auf dem darauffolgenden Gipfeltreffen zwischen der DVRK (Demokratische Volksrepublik Korea) und den USA in Singapur gemachten Versprechen verwirklicht werden können, rufen wir alle Länder auf, von Konfrontation und Militarisierung in der Region abzusehen“, lautete die Erklärung des EFK zum Ende des Treffens am 23. Juni.

„Um Hindernisse der Entwicklungszusammenarbeit zu beseitigen und im Geiste der Erklärung von Panmunjom rufen wir zudem dazu auf, unverzüglich die wirtschaftlichen Sanktionen gegen die DVRK aufzuheben“, sagte das EFK.

Mitglieder des Koreanischen Christenbundes aus der DVRK und des Nationalen Christenrates von Korea aus der Republik Korea saßen während des Treffens am gleichen Tisch.

Das EFK traf sich vom 22. bis 23. Juni in der Schweizer Stadt, im 70. Jubiläumsjahr des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Nur einen Tag zuvor hatte Papst Franziskus den ÖRK besucht und im Ökumenischen Zentrum Menschen aus Nord- und Südkorea getroffen.

Die Delegationen des Koreanischen Christenbundes aus Nordkorea und des Nationalen Christenrates aus Südkorea wurden von Teilnehmenden begleitet, die Kirchen und ökumenische Organisationen aus verschiedenen Ländern vertraten. Laut Erklärung geschah dies „zur Feier und aus Dankbarkeit für die jüngsten Fortschritte für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel, die eine kostbare Gabe Gottes und eine Antwort auf Gebete darstellen.“

„Insbesondere feiern und bekräftigen wir die Erklärung von Panmunjom als verändernder Ausdruck interkoreanischer Führung für Frieden, Wohlstand und Wiedervereinigung der getrennten koreanischen Bevölkerung“, lautete die Erklärung.

Die Panmunjom-Erklärung zu Frieden, Wohlstand und Vereinigung der koreanischen Halbinsel, wurde am 27. April auf dem interkoreanischen Gipfel 2018 zwischen Nordkorea und Südkorea verabschiedet.

„Wir verpflichten uns zum ,Panmunjom-Prozess‘ als eine neue Phase in der Geschichte des ökumenischen Engagements für den Frieden und die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel. Wir bauen auf dem Erbe des ,Tozanso-Prozesses‘ auf im Rahmen der Erklärung von Panmunjom“, sagte das EFK weiter.

Die Erklärung rief alle Kirchen und alle Menschen guten Willens auf der ganzen Welt auf, sich dem EFK in seinen Bestrebungen für die Verwirklichung der Ziele der Panmunjom-Erklärung anzuschließen.

„Wir weiten die Einladung auf alle Kirchen und ökumenischen Organisationen aus, zu erwägen, sich zukünftigen Diskussionen, Initiativen und Treffen des EFK anzuschließen, um die gestärkte ökumenische Solidarität und Unterstützung der Menschen in Korea zu fördern, bei der Verwirklichung ihrer Hoffnungen auf ein friedliches Zusammenleben, auf Wiedervereinigung, Entwicklung und einen auf alle verteilten Wohlstand“, sagten sie.

Nach Erwägungen schlug das EFK vor, das nächste Treffen solle in Form einer Friedenskonvokation auf der koreanischen Halbinsel stattfinden.

Botschaft des Ökumenischen Forums für Frieden, Wiedervereinigung und Entwicklungszusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel, 23. Juni 2018 (in englischer Sprache)

Weitere Informationen zu neuesten ökumenischen Initiativen in Korea (in englischer Sprache)

ÖRK-Erklärung zur koreanischen Halbinsel, 20. Juni 2018