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Kein Platz für Hunger in einer Welt des Überflusses

Kein Platz für Hunger in einer Welt des Überflusses

Reisproduktion in Indonesien © Paul Jeffrey/ÖRK-EAA

02. Oktober 2015

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 08. Oktober 2015

In einer Welt des Überflusses gegen die Tragödie des Hungers ankämpfen – die kirchliche Aktionswoche für Nahrung (11.-18. Oktober) ist eine Gelegenheit für Christen, Gemeinschaften und alle Menschen rund um die Welt, sich gemeinsam für Nahrungsmittelgerechtigkeit einzusetzen.

Weltweit sind etwa 800 Millionen Menschen chronisch unterernährt, also etwas mehr als jede neunte Person. In Afrika südlich der Sahara steigt diese Zahl auf eine von vier Personen. Während in gewissen Regionen geringe Fortschritte erzielt wurden, ist es unannehmbar, dass immer noch so viele Menschen unter chronischem Hunger leiden, während heute auf dieser Welt mehr als genug Nahrung für alle vorhanden ist. Verknüpfen wir diese Tatsachen über den Hunger mit den ungesunden Folgen, mit denen über 1,4 Milliarden übergewichtige Erwachsene konfrontiert sind, wird ersichtlich, dass auf persönlicher, gemeinschaftlicher, nationaler und internationaler Ebene etwas getan werden muss.

Die kirchliche Aktionswoche für Nahrung ist eine alljährliche Initiative der Kampagne Nahrung für das Leben des Ökumenischen Rates der Kirchen und des Globalen Ökumenischen Aktionsbündnisses (ÖRK-EAA), die zum Ziel hat, landwirtschaftliche Ansätze und nachhaltige landwirtschaftliche Verfahren ins Bewusstsein zu rufen, die Personen und Gemeinschaften helfen, Widerstandsfähigkeit zu entwickeln und Armut zu bekämpfen.

ÖRK-EAA-Koordinator Dr. Manoj Kurian betont, dass das Beenden des Hungers an zweiter Stelle der kürzlich verfassten Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen steht. „Glaubensgemeinschaften müssen im Zentrum dieses gemeinsamen globalen Bestrebens sein. Unser Glaube und unsere grundlegenden Werte bestimmen, dass jedem Menschen das Grundrecht zusteht, weder an Hunger noch an Unterernährung zu leiden. Wir alle können unsere Wahl an Nahrungsmitteln unter die Lupe nehmen und zu politischen Veränderungen aufrufen, die das Recht auf Nahrung für alle garantieren.“

Die Woche umfasst den Welternährungstag (16. Oktober) sowie den Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge (13. Oktober), den Internationalen Tag der Frauen in ländlichen Gebieten (15. Oktober) und den Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut (17. Oktober). 2015 ist außerdem das Internationale Jahr des Bodens, und der Welternährungstag 2015 befasst sich mit sozialem Schutz und Landwirtschaft.

Die geplanten Aktionen der Organisationen, die an der Kampagne Nahrung für das Leben teilnehmen, umfassen:

  • Marsch zum Welternährungstag in El Salvador, kombiniert mit Gesprächen mit lokalen Kirchenleitenden und Aktivitäten zur Nahrungsmittelgerechtigkeit und zum Umweltschutz; Fürsprachearbeit für lokale Landwirte für Gesetze und Systeme, die das Land und die Menschen an die erste Stelle setzen, organisiert vom Presbyterian Hunger Program.
  • Konsultation und Fürsprachearbeit im Zusammenhang mit den Herausforderungen des neuen Gesetzes über Nahrungsmittelsicherheit in Indien, organisiert von der Vereinigung der Franziskaner in Indien und der Congregation of Sisters of the Little Flower of Bethany.
  • Inspiration für das Volk Gottes anhand von „Bete. Gib. Engagiere dich.“ aus den Ressourcen von „Von der Hoffnung zur Ernte“ der Canadian Foodgranis Bank.
  • Kampagnenaktionen in Westafrika durch die Fellowship of Christian Councils und Kirchen.
  • Bewusstseinsförderung für den Bedarf einer Welt, die frei von Hunger ist, durch die Spende der Kosten einer Lieblingsspeise, um jungen Menschen in Kenia und im Südsudan zu helfen; organisiert von World Vision.

Vor der Aktionswoche wird am 9. Oktober am Hauptsitz der FAO in Rom im Rahmen der diesjährigen Beobachtung des Rechtes auf Nahrung und der Ernährung“ (Right to Food and Nutrition Watch) gefragt: „Wird aus der Ernährung anstatt ein Menschenrecht ein Business werden?“ Diese Beobachtung ist eine jährliche Publikation, die wichtige Bereiche der Politik, Prozesse und Themen im Zusammenhang mit dem Recht auf ausreichende Nahrung und Ernährung auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene überprüft. Verfasst wird die Beobachtung von einem Zusammenschluss von 22 Organisationen der Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen, dabei die Verbindung ÖRK-EAA.

Weitere Informationen und Ressourcen für die kirchliche Aktionswoche für Nahrung, dabei ein Aktivitäten-Handbuch und liturgische Vorschläge (in englischer Sprache), können heruntergeladen werden auf: www.oikoumene.org/de/press-centre/events/churches-week-of-action-on-food

Statistik aus: State of Food Insecurity in the World, FAO 2015, Welternährungsprogramm und Weltgesundheitsorganisation.

Die Kampagne Nahrung für das Leben des ökumenischen Aktionsbündnisses hat zum Ziel, den Hunger auszurotten, ausreichende Ernährung zu fördern und nach gerechten und nachhaltigen Nahrungssystemen zu streben. Mit der Kampagne wird ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit von landwirtschaftlichen Verfahren gelegt und auf die Situation von kleinbäuerlichen Produzenten und ihrem Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Land, Wasser und Saatgut sowie die Kontrolle darüber.

Das Globale Ökumenische Aktionsbündnis (Ecumenical Advocacy Alliance EAA), eine Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen, ist ein globales Netzwerk von Kirchen und kirchennahen Organisationen, die sich gemeinsam für Gerechtigkeit und menschliche Würde engagieren. Gegenwärtige Kampagnen-Themen sind: HIV und AIDS, Lebensmittelsicherheit und nachhaltige Landwirtschaft