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Geschenkaustausch soll an Minderheiten und Randgruppen gemahnen

Geschenkaustausch soll an Minderheiten und Randgruppen gemahnen

Papst Franziskus nimmt die Ikone mit der Darstellung des universellen Christus entgegen, der die gesamte Welt eint Foto: Peter Williams/ÖRK

22. Juni 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 27. Juni 2018

Papst Franziskus und die führenden Persönlichkeiten des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) haben in einer einfachen Veranstaltung unter freiem Himmel im Garten des Ökumenischen Instituts in Bossey in der Nähe von Genf während des eintägigen Besuchs des Pontifex in der Schweiz zur Feier des 70-jährigen Bestehens des ÖRK Geschenke ausgetauscht.

Begleitet von einer kleinen Gruppe von Delegierten des ÖRK und des Vatikans haben ÖRK-Generalsekretär Dr. Olav Fykse Tveit und Papst Franziskus Gastgeschenke überreicht, die jeweils die Aufgabe symbolisieren, Menschen zu inkludieren, die oft am Rand der Gesellschaft leben.

Das Ökumenische Institut befindet sich im Chateau de Bossey, nur 20 km von Genf entfernt. Es wurde 1946 als Zentrum für ökumenische Bildung und Ausbildung im Vorfeld der zwei Jahre später erfolgten Gründung des ÖRK ins Leben gerufen.

Tveit überreichte Papst Franziskus ein aus Holz gefertigtes Kreuz, das extra für den Papstbesuch von dem gehörlosen 33 Jahre alten Karim Okiki aus Kenia angefertigt worden war. Drei Symbole für Behinderungen, die Okiki in das Kreuz geschnitzt hat, symbolisieren Menschen, die blind oder sehbehindert, körperlich behindert und gehörlos sind.

Das Kreuz trägt auch das Symbol für die Gebärdensprache, damit Menschen mit Behinderungen in alle Aspekte des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens inkludiert werden. Dieses Symbol findet sich nicht „am Rande, sondern im Zentrum“, sagte Tveit, als er Papst Franziskus das Holzkreuz überreichte.

Als Gegengeschenk hatte der Papst für den ÖRK eine Bronzestatue im Gepäck, die für die Kapelle des Ökumenischen Zentrums gedacht ist und den Namen „Kreuzigung“ trägt. Sie wurde 1990 von dem international anerkannten Bildhauer Alberto Ghinzani aus Pavia in Italien geschaffen. Gefertigt aus einem einzigen Stück Bronze, stellt die Skulptur auf den ersten Blick den gekreuzigten Jesus dar, bei näherem Hinsehen aber einen schmerzgepeinigten Mann ohne Bart und ohne Dornenkrone.

Nach Aussage des Vatikans ist die Skulptur eine Reminiszenz an Sklaverei sowie physische und moralische Ausbeutung und ist Sinnbild der Hoffnung des Papstes, „dass alle sich dafür einsetzen sollen, die Menschen am Rande der Gesellschaft vor dem endgültigen Elend zu bewahren und ihnen ihre wahre Würde  wiederzugeben.“

Der Besuch in Bossey, wo Papst Franziskus mit der ÖRK-Führung vor dem Austausch der Geschenke das Mittagsmahl einnahm, war der einzige Zwischenstopp des Papstes außerhalb von Genf.

Das Ökumenische Institut ist seit langem eine Stätte der Zusammenarbeit zwischen dem ÖRK und der römisch-katholischen Kirche. Sie ist nicht Mitglied im ÖRK, arbeitet aber mit dem Rat im Rahmen diverser Projekte zusammen. Der derzeitige Studiendekan des Instituts ist Pastor Dr. Lawrence Iwuamadi, ein römisch-katholischer Priester aus Nigeria.

Der Direktor des Instituts, Pater Ioan Sauca, ein orthodoxer Priester aus Rumänien und stellvertretender Generalsekretär des ÖRK, hat Papst Franziskus die Replika einer Ikone überreicht, die in der Eingangshalle des Instituts in Bossey hängt.

Diese Ikone gilt als Symbol von Bossey und zeigt den universellen Christus, der der gesamten Welt und Schöpfung über unterschiedliche Kulturen, Nationen und Zeitalter die Einheit bringt.

Papst Franziskus übergab dem Institut eine eingefasste Medaille seiner apostolischen Reise nach Genf mit dem päpstlichen Wappen und einer Darstellung des Chateau de Bossey.

Während der Feierlichkeiten händigte Tveit dem Papst zwei Wasserflaschen aus und symbolisierte damit die Entscheidung des ÖRK, sich dem Blue Communities Project anzuschließen, das sich für Wasser als Menschenrecht einsetzt und sich gegen Flaschenwasser ausspricht, wenn das Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung als sicher gelten kann.

„Wir nehmen keine Plastikflaschen, und wir benutzen das Wasser aus der Leitung“, erklärte Tveit, als er dem Papst die Flaschen übergab. Franziskus hat den Schutz der Umwelt zu einer Priorität seiner Pontifikats gemacht.

Erfahren Sie mehr über die einzigartige Skulptur, die Papst Franziskus dem ÖRK geschenkt hat

Berichterstattung des Vatikans über den Besuch des Papstes in Bossey

Papst Franziskus besucht ÖRK

Hochauflösende Fotos des Besuchs