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Weltweite Kampagne für 70 Tage des Gebets beginnt, um 70 Jahre Koreakrieg zu beenden

Weltweite Kampagne für 70 Tage des Gebets beginnt, um 70 Jahre Koreakrieg zu beenden

Das Gebet für Frieden auf der koreanischen Halbinsel von Pastorin Dr. Sang Chang, ÖRK-Präsidentin für Asien, Übertragung aus Seoul. Foto: Ivars Kupcis/ÖRK

06. Februar 2020

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 07. Februar 2020

Vor 70 Jahren brach auf der koreanischen Halbinsel ein Krieg aus, der zur Teilung des Landes führte und offiziell bis heute nicht beendet wurde. Aus diesem Grund haben die Kirchen der Welt die Initiative „70 Tage des Gebets – eine globale Kampagne für den Frieden“ ins Leben gerufen.

Diese globale Gebetskampagne für Frieden auf der koreanischen Halbinsel wurde am 6. Februar per Live-Stream beim Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf bekannt gegeben, während es am gleichen Tag ähnliche Veranstaltungen in Washington und zu Beginn des Tages auch in Seoul gab.

„Dieses Jahr 2020 erinnern wir daran, dass vor 70 Jahren der Koreakrieg begann. Siebzig Jahre! Das koreanische Volk im Norden und im Süden hat lange Zeit in Schmerz und Hass gelebt“, sagte ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit in seiner Rede anlässlich des Beginns der Gebetskampagne in Genf.

„In dieser Zeit des Gebets werden Kirchen überall auf der Welt die bewegenden Geschichten der Menschen hören, die das durch die Teilung des Landes verursachte Leid durchleben mussten. Sie werden ebenfalls etwas über die Menschen in Erfahrung bringen, die diese Teilung für sich überwunden haben und ein Leben im Zeichen der Versöhnung und des Friedens führen.“

Tveit erklärte, dass der ÖRK nach seiner 10. Vollversammlung 2013 in Busan sein Engagement für eine umfassendere ökumenische Initiative erneuert und verstärkt habe, um dem geteilten koreanischen Volk Friede, Versöhnung und Vereinigung zu bringen.

Pastor Dr. Jin Yang Kim, ÖRK-Programmreferent und Assistenzkoordinator des Ökumenischen Forums für Korea, eröffnete die Veranstaltung mit einem Schlag auf einen koreanischen Gong, und der koreanische Sänger Baekeun Cho interpretierte das musikalische Werk Agnus Dei auf bewegende Weise.

Friedensvertrag anstelle des Waffenstillstands

„Wir streben ernsthaft nach einer offiziellen Beendigung des Koreakrieges und erklären einen Friedensvertrag anstelle des Waffenstillstandsabkommens zu unserem Ziel“, sagte Tveit.

ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit fordert die Kirchen weltweit auf, sich den Gebeten für Frieden auf der koreanischen Halbinsel anzuschließen. Foto: Ivars Kupcis/ÖRK

 

Die Kampagne dauert vom 1. März bis zum 15. August. In dieser Zeit werden Hunderttausende Menschen weltweit in ihren Gebeten fordern: „Frieden jetzt, beendet den Krieg!“

Der Koreakrieg, der das Land in zwei Hälften geteilt hat, dauerte von 1950 bis 1953 und wurde lediglich durch ein Waffenstillstandsabkommen beendet. Ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht unterzeichnet. Mindestens drei Millionen Menschen sind vermutlich bei den Kampfhandlungen ums Leben gekommen, und Familien wurden durch die Teilung des Landes auseinandergerissen.

Delegierte des Koreanischen Christenbundes in Nordkorea  und des Nationalen Kirchenrates in der Republik Korea wurden eingeladen, um sich über die Bedeutung dieser 70 Jahre und über ihre Hoffnungen für die Zukunft auszutauschen.

Die Kampagne war ebenfalls ein Fanal für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel als Teil einer atomwaffenfreien Welt.

„Die seit 1945 andauernde Teilung Koreas und der offiziell nie beendete Koreakrieg sind zu einer sozio-geopolitischen ‚Erbsünde‘ gegen das Leben und die Sicherheit des koreanischen Volkes geworden“, sagte Pastor Dr. Hong-Jung Lee, Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates in der Republik Korea.

 

Gebete sind der Schlüssel zum Frieden

„Wir glauben, dass die Gebetskampagne der Schlüssel zum Frieden ist und das Tor zu Gottes Gnade öffnet und uns den Atem des Friedens spüren lässt, der Vergebung und Versöhnung ermöglicht. Gebete sind eine Quelle des Friedens, werden die weltweite ökumenische Solidarität neu inspirieren und ein Meilenstein des Friedens auf dem Weg zu einer koreanischen Ökumene sein, die Gott wiederfindet.“

Tveit erklärte, dass sich die Aufgabe der Mission an dem Brief des Paulus an die Epheser (2,14) orientiert. „Denn [Christus] ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft.“ (Eph 2,14)

Am 18. November 2019 hat der Nationale Kirchenrat von Korea auf seiner Generalversammlung in Jeongdong beschlossen, 2020 zum „Jubiläumsjahr“ anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns des  Koreakrieges zu erklären.

Das Gebet der koreanischen Kirchen und das des ÖRK wurde von Seoul aus von Pastorin Dr. Sang Chang verlesen, der ÖRK-Präsidentin für Asien.

„O Gott, Herr der Geschichte, erhöre unsere Gebete. Seit siebzig Jahren ist die koreanische Halbinsel geteilt, und wir suchen nach Friede und Versöhnung.“ Ihrer Meinung nach habe die Teilung „zu Leid und Elend und einem kalten Krieg geführt, der die Schmerzen unseres Volkes weiter vertieft hat.“

Pastor Frank Chikane, Vorsitzender der Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA), sprach über eine Konferenzschaltung aus Südafrika und erklärte, er habe Menschen aus Nord- und Südkorea getroffen, die gleichermaßen Frieden wollten. „Wir beten, dass der Herr ihnen hilft.“

„Ich sehe den Frieden in Korea als eine Art Lackmustest für die gesamte Menschheit an. Wenn wir keinen Weg finden, den Wahnsinn eines 70 Jahre währenden Krieges auf der koreanischen Halbinsel zu beenden, wie können wir dann erwarten, die dringendsten Probleme zu lösen, die das Überleben unseres gesamten Planeten bedrohen?“, meldete sich Erich Weingarten, der frühere Geschäftsführer der CCIS aus Hamilton, Kanada.

Mimi Han, Vizepräsidentin des  Christlichen Vereins junger Frauen, sprach von einem „bitterkalten Seoul“ aus und sagte, dass die internationale Unterstützung der Kirchen der Welt erforderlich sei, damit die südkoreanische Regierung ihren Wunsch erfüllen könne, wieder Kontakt mit dem Norden aufzunehmen.

„Jeder von uns kann sich daran beteiligen unabhängig davon, in welchem Teil der Welt er sich befindet. Sie alle können sich dieser Initiative anschließen“, sagte zu Beginn Marianne Ejdersten, Kommunikationsdirektorin beim ÖRK. Sie wies ebenfalls auf ein Social Media-Kit sowie auf eine besondere Website mit Ressourcen hin, die Menschen auf der ganzen Welt dabei helfen sollen, sinnvoll zu beten und zu reflektieren.

Die Kampagne endet am 15. August, der sowohl in Nord- als auch Südkorea als Tag der Befreiung gefeiert wird. An diesem Tag hat Korea 1945 das Joch der japanischen kolonialen Unterdrückung abgeschüttelt und wurde unabhängig. Die Ironie des Schicksals will es, dass an diesem Tag auch die Halbinsel in zwei Staaten aufgeteilt wurde.

„Wir beten um Frieden jetzt, beendet den Krieg!“ - 70 Tage des weltweiten Gebets für die koreanische Halbinsel, ÖRK-Pressemitteilung vom 05. Februar 2020

Licht des Friedens – Ressourcen für die Kampagne, Gebete und Social Media-Kit (auf EN)

Fotos der Auftaktveranstaltung für die globale Kampagne für Frieden in Korea

Videoaufnahme der Auftaktveranstaltung für die globale Gebetskampagne