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Webinar über die Zeit der Schöpfung: „Neue Rhythmen, neue Hoffnung“

Webinar über die Zeit der Schöpfung: „Neue Rhythmen, neue Hoffnung“

Photo: Marcelo Schneider/WCC, 2020.

09. Juni 2020

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 11. Juni 2020

Die Veröffentlichung der neuen Handreichung zum Feiern für die Zeit der Schöpfung wurde ergänzt durch ein am 8. Juni veranstaltetes Webinar zum Thema „Jubeljahr für die Erde: Neue Rhythmen, neue Hoffnung“, das Möglichkeiten für die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen christlichen Traditionen und deren Wege zur zukünftigen Bewahrung unseres Planeten eröffnete.

Das Webinar wurde veranstaltet vom Ökumenischen Rat der Kirchen, dem Umweltnetzwerk der Anglikanischen Kirche, Christian Aid, dem Christlichen Umweltnetzwerk, dem Global Catholic Climate Movement, dem Lausanne/WEA Creation Care Network, dem Lutherischen Weltbund, der Weltgemeinschaft reformierter Kirchen und der Weltweiten Evangelischen Allianz.

Fünf Podiumsgäste und mehr als 800 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sorgten für eine lebhafte Onlinediskussion, die Menschen überall auf der Welt anhaltend neue Erkenntnisse bringt.

„Der COVID-19-Kontext hat uns dazu gebracht, uns zu entschleunigen und darüber nachzudenken, wie wir unser neues Leben in Einklang mit dem Rest der Schöpfung bringen“, sagte Rei Lemuel Crizaldo, ein Podiumsgast von den Philippinen, der für Micah Global tätig ist. Er berichtete darüber, wie die Kirchen auf den Philippinen eine lebensspendende Landwirtschaft in ihren Hinterhöfen praktizieren und damit nicht nur eine tiefe Spiritualität vorleben, sondern auch ihre Gemeinschaften ernähren. Besonders sollten die Kirchen sich seiner Meinung nach um diejenigen kümmern, die Mutter Erde schon seit Hunderten von Jahren hegen und bewahren – die indigenen Völker.

Ruth Padilla de Borst gab mit ihrem Bericht aus Costa Rica über die Casa Adobe ein inspirierendes Beispiel für eine alternative Gemeinschaft, die im Einklang mit sich selbst und der Natur leben will. „Wir müssen den Status quo aufgeben und den Verlockungen des Konsumdenkens entsagen, denn das hat dazu geführt, dass  unser Netz des Lebens im Begriff steht, zu zerreißen“, sagte sie. „Ein gerechtes Zusammenleben als Teil der großen planetaren Gemeinschaft erfordert eine gegenkulturelle Reaktion ... Wir müssen über lebenswichtige Fragen nachdenken, zum Beispiel: Warum leben wir? Was ist ein gutes Leben?“

Als Repräsentant des vatikanischen Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen dankte Pater Joshtrom Kureethadam Gott für das biblische Konzept und die Praxis des Jubeljahres als Strategie, mit der Natur wieder ins Lot zu kommen. „Es geht um den kairos, um den richtigen Zeitpunkt für eine ökologische Umkehr“, gab er zu bedenken. „Die Feier des Jubeljahres sollte mit dem Bekenntnis unserer Sünden gegen das Land, das Wasser, die Luft .. gegen die gesamte Schöpfung beginnen.“ Er schlug vor, dass sich die Aktionen der Kirche für das Jubeljahr durch „kreatives Handeln unter Anleitung des Heiligen Geistes auszeichnen sollten ... konkret, praxisbezogen und visionär ... [und auch] partizipativ.“

Martin Kopp und der Protestantische Bund von Frankreich steuerten „neuneinhalb Thesen“ zum Thema des Jubeljahrs bei. Kopp wies nachdrücklich auf die primäre Verantwortung reicher Nationen und wohlhabender Personen hin, bei den notwendigen Änderungen unseres Lebensstils und unseres Konsumverhaltens Zeichen zu setzen, und forderte radikale Veränderungen unserer vorherrschenden ökonomischen Systeme, an deren Stelle eine Ökonomie der Wachstumsrücknahme gesetzt werden müsse. „Zwar hat die COVID-19-Pandemie viele Leben auf den Kopf gestellt, aber die beispiellosen Maßnahmen der Regierungen zur Bekämpfung dieser Krise haben gezeigt, dass ein Jubeljahr trotzdem möglich ist“, sagte er.

Der fünfte Podiumsgast, Ruth Valerio, leitet die Global Advocacy-Abteilung bei der Charity Tearfund im Vereinigten Königreich und war mit einem vorher aufgezeichneten Beitrag zugeschaltet. „Das Leben soll in einer Gemeinschaft gelebt werden“, in der „alle Menschen gleich sind“. Wenn wir ein Jubeljahr für Mutter Erde wollen, dann „können wir nicht wieder zu business as usual und schwarzen Wolken am Himmel zurückkehren ... wir brauchen einen Neustart der Wirtschaft.“

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Handreichung zum Feiern des Jubeljahrs für die Erde 2020 jetzt verfügbar – ÖRK-Pressemitteilung vom 28. Mai 2020 (auf EN)

Handreichung zum Feiern des Jubeljahrs für die Erde 2020 zum Download

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Arbeit des ÖRK für die Bewahrung der Schöpfung und Klimagerechtigkeit