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„Wir haben die Aufgabe, Gottes Schöpfung zu bewahren“, sagt brasilianischer Kirchenleitender auf der COP25

„Wir haben die Aufgabe, Gottes Schöpfung zu bewahren“, sagt brasilianischer Kirchenleitender auf der COP25

Pastor Dr. Nestor Friedrich. Foto: LWB/Albin Hillert

10. Dezember 2019

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 11. Dezember 2019

„Gott ist der Klimawandel ganz bestimmt nicht egal, denn er schwächt überall auf unserer Welt Menschen, die bereits schwach, verarmt und auf sich selbst gestellt sind“, sagte Pastor Dr. Nestor Friedrich aus Brasilien in seiner Predigt während einer ökumenischen Andacht am 8. Dezember in der Spanischen Evangelischen Kirche in Madrid anlässlich des UN-Klimagipfels COP25.

„Indem wir bekennen, dass unsere Welt nicht einem blinden Schicksal ausgeliefert ist und dass es einen Gott gibt, der uns leitet, stark macht und auffordert, Zeugnis für das Leben abzulegen, müssen wir erkennen, dass es unsere Aufgabe ist, Gottes Schöpfung zu bewahren“, sagte Friedrich, der der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien angehört und ebenfalls Vizepräsident der Region Lateinamerika des Lutherischen Weltbundes ist.

An dem vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und der Spanischen Evangelischen Kirche veranstalteten Ökumenischen Gebetsgottesdienst für Klimagerechtigkeit haben zahlreiche Mitglieder mehrerer Kirchen und kirchennaher Organisationen teilgenommen, die zur COP25 gereist sind. Zum Programm gehörte die Premiere des Liedes „As Ice was Melting“, ein musikalischer Tribut an die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, geschrieben von Pastor Per Harling, einem bekannten schwedischen Schriftsteller und Komponisten liturgischer Lieder und Hymnen.

Nach dem Gebetsgottesdienst fand eine Podiumsdiskussion über das Thema Klimagerechtigkeit und christlicher Glaube statt. Die von Pastor Henrik Grape als Vorsitzender der ÖRK-Arbeitsgruppe zum Klimawandel moderierte Gesprächsrunde befasste sich eingehend mit den Veränderungen, die zur Anpassung an den Klimawandel und zur Minderung seiner Auswirkungen erforderlich sind.

Bis zum Ende der COP25 am 13. Dezember wird sich die Ökumene weiterhin für Klimagerechtigkeit einsetzen und sich besorgt über die fehlende Bereitschaft äußern, die Emissionen so schnell zu senken, dass die Temperaturen nicht über den im Pariser Abkommen festgelegten Grenzwert von 1,5°/2°C steigen.

Am 25. November hat der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen eine „Erklärung zum Klimanotstand“ veröffentlicht und die COP25 aufgefordert, „den Grundstein zu legen für ehrgeizigere Zusagen in Bezug auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen als Teil der nationalen Klimabeiträge („Nationally Determined Contributions“ – NDCs) mit dem Ziel, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen und die globale Erwärmung auf maximal 1,5° C zu begrenzen“, und „zu erreichen, dass reiche Länder umfangreichere Zusagen machen, dass sie einkommensschwachen Ländern ausreichend, kalkulierbare und transparente Finanzmittel zur Verfügung stellen werden, damit diese sich an ein verändertes Klima anpassen und Resilienz schaffen können.“

 

Lesen Sie hier die „Erklärung zum Klimanotstand“ des ÖRK-Exekutivausschusses (25. November 2019)

„Bei der Bewältigung des Klimanotstandes müssen Menschen als Teil der Schöpfung gesehen werden" - ÖRK-Pressemitteilung vom 6. Dezember 2019 (nur auf EN)

Ganzheitlicher Ansatz für Umgang mit Klimawandel " - ÖRK-Pressemitteilung vom 3. Dezember 2019

Interkonfessioneller Dialog vor der COP25 fordert Einheit und Maßnahmen gegen die Klimakrise" - ÖRK-Pressemitteilung vom 3. Dezember 2019 (nur auf EN)

Arbeit des ÖRK für die Bewahrung der Schöpfung und Klimagerechtigkeit