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ÖRK-Generalsekretär begrüßt Bildung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit im Südsudan und äußert Sorge angesichts der Bedrohung durch COVID-19

ÖRK-Generalsekretär begrüßt Bildung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit im Südsudan und äußert Sorge angesichts der Bedrohung durch COVID-19

Foto: Albin Hillert/ÖRK

30. März 2020

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 02. April 2020

In einem Schreiben an den Südsudanesischen Kirchenrat und die ÖRK-Mitgliedskirchen im Südsudan hat der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, die große Erleichterung des ÖRK zum Ausdruck gebracht und Gott dafür gedankt, dass am 22. Februar im Südsudan mit großer Verzögerung endlich eine neue Übergangsregierung der nationalen Einheit gebildet werden konnte.

„Ich freue mich über die Kompromissbereitschaft in Bezug auf umstrittene Themen, die die Bildung dieser Einheitsregierung schließlich möglich gemacht hat und den Menschen im Südsudan wieder Hoffnung auf Frieden und Sicherheit macht, die ihnen so lange verwehrt wurden“, schrieb Tveit. „Jetzt aber steht der Südsudan wie der Rest der Welt vor einer neuen großen Herausforderung: der COVID-19-Pandemie.“

Die Zerstörung der Infrastruktur im Südsudan durch den jahrelangen Krieg, die Instabilität und die Korruption hätten die Menschen im Land höchst anfällig für diese neue und bisher beispiellose Bedrohung ihrer Gesundheit gemacht, schrieb Tveit weiter. „Ich bete, dass die Führungspersonen der neuen Regierung des Südsudan schnell die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Menschen zu schützen und sie in dieser Krise zu unterstützen“, schrieb er. „Die Grenzen sind geschlossen und es wurde eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Allerdings werden diese Maßnahmen, auch wenn sie zur Bekämpfung des Virus notwendig sind, die schon jetzt schlimme humanitäre Notlage im Südsudan – viele Menschen wurden vertrieben, leben in Armut und sind auf Hilfe von außen angewiesen – noch weiter verschärfen.“

Tveit mahnte die Regierung dringend, rasch Gouverneure zu ernennen und arbeitsfähige Lokalverwaltungen aufzubauen, um das bestehende Vakuum in den lokalen Führungsstrukturen zu füllen. „In diesem Vakuum halten Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen an, es herrscht weiter Unsicherheit, viele Menschen haben weiterhin keinen Zugang zu Nahrung, Obdach und grundlegenden Dienstleistungen und auch Korruption bleibt weiter ein Problem“, hieß es in dem Schreiben. „Und wenn es keine arbeitsfähige Lokalverwaltung gibt und die Antwort auf die Pandemie nicht koordiniert werden kann, wird sich das Virus schnell ausbreiten.“

Der ÖRK unterstütze das Engagement der Kirchen und des Südsudanesischen Kirchenrates für Frieden und Versöhnung schon seit Langem, so Tveit abschließend. „Wir werden Ihre Bemühungen zur Eindämmung der humanitären und gesellschaftlichen Folgen der Pandemie und Ihre Anstrengungen zur Erfüllung der Sehnsucht des südsudanesischen Volkes nach Frieden, Sicherheit und einer Zukunft, die besser ist als die erlebte Vergangenheit, auch weiterhin unterstützen“, versicherte Tveit. „Ich bete, dass Gott Sie mit dem für diese Aufgabe notwendigen Mut, der notwendigen Weisheit, Gesundheit und Kraft segnen wird, und ich bete für Ihren weiteren Dienst und Ihr weiteres Zeugnis für die Menschen im Südsudan.“

Schreiben des ÖRK-Generalsekretärs an die ÖRK-Mitgliedskirchen im Südsudan und den Südsudanesischen Kirchenrat (in englischer Sprache)