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ÖRK veranstaltet Online-Konsultation mit Gesundheitsversorgern aus aller Welt

ÖRK veranstaltet Online-Konsultation mit Gesundheitsversorgern aus aller Welt

Foto: Albin Hillert/LWB, 2019

19. Mai 2020

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 20. Mai 2020

Dr. Mwai Makoka ist Programmreferent für Gesundheit und Heilen beim Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK). Im Kontext der COVID-19-Krise hat er Mitte Mai eine Online-Konsultation mit ökumenischen Gesundheitsversorgern und -netzwerken aus aller Welt organisiert und moderiert.

Makoka betonte dabei insbesondere eine seiner ersten Erkenntnisse aus der aktuellen Pandemie: „Es wird jetzt sehr deutlich, dass Gesundheit kein Thema ist, das wir allein den Gesundheitsfachleuten überlassen dürfen, sondern dass wir alle darauf achten und uns damit beschäftigen müssen. Wir brauchen einen sektorübergreifenden Ansatz.“

Makoka hob auch hervor, wie wichtig es sei, dass Kirchen Gesundheitsthemen eine höhere Priorität einräumten.

„Als christliche Gesundheitsfachleute müssen wir ein Gespräch und einen Gedankenaustausch darüber beginnen, wie wir die Kirchen begleiten und dabei unterstützen können, sich mehr mit dem Thema Gesundheit zu beschäftigen und immer achtsamer damit umzugehen; wie wir uns selbst auf regionaler und nationaler Ebene positionieren, um genau analysieren zu können, wo Advocacyarbeit und Unterstützung vonnöten sind“, so Makoka.

Um ein solches Gespräch und einen solchen Gedankenaustausch anzustoßen, haben 49 Menschen, die christliche Gesundheitsverbände und -netzwerke, christliche Gesundheitsorganisationen und kirchliche Gesundheitsprogramme aus 25 Ländern weltweit repräsentieren, an einer Online-Konsultation teilgenommen. Die Teilnehmenden kamen zum Beispiel aus Peru, Bangladesch, Tonga, Sri Lanka und Burkina Faso.

„Die Konsultation hat sich nicht nur mit der gegenwärtigen Situation beschäftigt, sondern auch auf die Welt nach COVID-19 geschaut, auf den Moment, wenn das Coronavirus unter Kontrolle sein wird“, berichtet Makoka.

Es gab viel Raum für Diskussionen und Austausch: „Wir haben über unsere jeweiligen Erfahrungen berichtet, uns über unsere Stärken und Schwächen ausgetauscht, geschildert, was wir jeweils schon sehr gut machen, wo und wie es uns gelingt, mit den Kirchen und unseren Netzwerken zu interagieren, und wie wir untereinander zusammenarbeiten“, erklärte er.

Weiterhin hob Makoka eine Initiative unter Federführung des Ökumenisch-Pharmazeutischen Netzwerks (EPN) hervor, das die Qualität von Medikamenten und persönlicher Schutzausrüstung überwacht: „Aufgrund der großen Nachfrage nach bestimmten Medikamenten wie zum Beispiel Chloroquin, werden auch gefälschte Medikamente auf dem Markt verbreitet. Wir haben ein Netzwerk von Personen, die diese Medikamente prüfen; Verdachtsfälle werden dann in akkreditierten Laboren untersucht und bei einer Bestätigung an die Weltgesundheitsorganisation gemeldet. Diese gibt dann eine internationale Warnung heraus.“

Im zweiten Teil der Konsultation haben sich die Teilnehmenden dann darüber ausgetauscht, was in der Advocacyarbeit gemacht werden könnte, haben sich auf einige neue Projekte geeinigt und beschlossen, ab jetzt monatliche Tagungen zu veranstalten, um die Beratungen und Diskussionen fortzuführen.

„Eine der großen Herausforderungen dieser Krise ist die Isolation. Es finden keine Konferenzen statt, nicht einmal auf nationaler Ebene. Online-Meetings wie dieses helfen dabei, den Menschen zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Wir haben einen größeren Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und -gemeinschaften gelegt. Einige der Teilnehmenden waren Kirchenleitende, Pastorinnen und Pastoren und Seelsorgerinnen und Seelsorger, die sich nebenbei auch im Heilungsdienst der Kirche engagieren; andere arbeiten in den Zentralen der Kirchen und nicht in Krankenhäusern. Es gab einen sehr guten Austausch“, berichtete Makoka.

Die Online-Konsultation hat dabei geholfen, eine globale ökumenische Gesundheitsstrategie umzusetzen, wie Makoka erläutert: „Eine der wichtigen Säulen dieser Strategie ist das Netzwerken. Viele Kirchen haben Gesundheitsprogramme, aber wir sind nicht gut genug vernetzt. Jedoch nimmt die aktive Vernetzung und das aktive Vernetztsein inzwischen zu. Das Netzwerk wird lebendiger. Als ÖRK bringen wir die Menschen für Beratungen und einen Gedankenaustausch zusammen; die meiste Arbeit aber wird vor Ort geleistet. Unsere Aufgabe ist es, einen Raum für Austausch und Beratungen zur Verfügung zu stellen. Das hilft dabei, die Verbindungen zwischen Gesundheitsfachleuten, Theologiefachleuten und den kirchlichen Amtstragenden zu stärken, damit sie nicht alleine vor sich hin arbeiten.“

 

ÖRK-Themenseite: Kampf dem Coronavirus