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Tveit: „Kampf gegen Rassismus ist Aufgabe der weltweiten Ökumene“

Tveit: „Kampf gegen Rassismus ist Aufgabe der weltweiten Ökumene“

In Hampton, Virginia (USA) haben sich viele Menschen versammelt. Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Steven D. Martin/NCCCUSA

17. Oktober 2019

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 21. Oktober 2019

In einer Botschaft an die Menschen, die sich in Hampton, Virginia (USA) versammelt hatten, sprach der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, über „Rassismus, Buße und Wiedergutmachung – eine Chance für die ökumenische Gemeinschaft“.

Tveit hat an einer Gedenkveranstaltung teilgenommen, die an die Ankunft der ersten Sklaven aus Afrika in Jameston, Virgina (USA) vor 400 Jahren erinnert hat.

„Rassismus in all seinen Formen ist das genau Gegenteil der Werte, die wir als Christinnen und Christen, als Kirchen und als ökumenische Bewegung vertreten“, sagte Tveit. Hampton-1„Und er steht allen Aspekten unserer Arbeit als Ökumenischer Rat der Kirchen diametral entgegen.“

Beim Anblick der vielen verschiedenen christlichen Traditionen, die bei der Gedenkveranstaltung vertreten waren, erklärte Tveit: „Überdies läuft Rassismus all unseren Bemühungen um die Einheit von Christinnen und Christen zuwider.“

Rassismus sei eine Sünde, mit der sich nicht nur ein Programm befassen könnte, sondern die im Gegenteil in allem, was wir tun, bekämpft werden müsse, führte er weiter aus. Das sei „anhaltendes Bestreben der weltweiten Gemeinschaft von Kirchen, ja der ganzen ökumenischen Bewegung“.

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Kirchenleitende verschiedener christlicher Konfessionen nahmen an der Veranstaltung in Hampton teil.

„Heute, 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des Apartheidregimes, erleben wir mit den jüngst wieder erstarkten rassistischen Bewegungen und politischen Trends und Ideologien wie der ‚White Supremacy‘ [etwa: Überlegenheit der Weißen] in den USA und Europa eine neue Ära und neue Formen des Rassismus, aber gleichzeitig in allen Teilen der Welt auch neue Ausdrucksformen dieses Giftes“, erläuterte Tveit. Und auch die Kirchen seien nicht gänzlich ohne Schuld, betonte er. „Wenn wir uns zurückerinnern war die Apartheid im Grunde eine Häresie“, führte er aus. „Und auch heute erweisen sich christliche Politik und Praxis oftmals als nicht sehr hilfreich im Kampf gegen moderne Formen von Rassismus.“

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Dr. Agnes Abuom, Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses (Mitte), nahm ebenfalls an der Veranstaltung in Hampton teil.

Die Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, Dr. Agnes Abuom, sprach im Rahmen der Veranstaltung zum Gedenken an die Ankunft der ersten Sklaven vor 400 Jahren. „Was für eine Vorstellung von Gott muss man haben, um damit so ein Handeln legitimieren zu können?“, fragte sie, nur um direkt im Anschluss zu bekräftigen, dass nur der Glaube an den einen wahren Gott der Gerechtigkeit und der Gnade den afrikanischen Sklavinnen und Sklaven geholfen haben könne, diese dunkle Zeit der Geschichte zu überstehen.

Lesen Sie die Ansprache vom ÖRK-Generalsekretär, Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, im vollständigen Wortlaut (in englischer Sprache)

Versammlung für die Einheit der Christen (Christian Unity Gatherin) – Nationalrat der Kirchen Christi in den USA (in englischer Sprache)

Four Leaders to be Honored at Christian Unity Gathering (Pressemitteilung des Nationalrat der Kirchen Christi in den USA vom 2. Oktober 2019, in englischer Sprache)