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Kirchenleitende fordern genaue Informationen und Gebete, um das Coronavirus zu besiegen

Kirchenleitende fordern genaue Informationen und Gebete, um das Coronavirus zu besiegen

Foto: Albin Hillert/ÖRK, 2018

07. Februar 2020

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 11. Februar 2020

Vor dem Hintergrund der Massenquarantäne in Wuhan und seinen Nachbarprovinzen in China fordern Kirchenleitende weltweit genaue Informationen und Aufklärung sowie Solidarität mit den Menschen, die vom Ausbruch des Coronavirus betroffen sind.

Mehr als 600 Erkrankte sind inzwischen in China an dem Virus gestorben, und die Zahl der bestätigten Fälle hat inzwischen mehr als 31.000 erreicht. Außerhalb Chinas gibt es ebenfalls mehr als 200 Infektionsfälle.

„Als Teil der einen Menschheit leiden wir gemeinsam mit denen, die vom Ausbruch dieser Krankheit betroffen sind. Unsere Gebete und Gedanken sind bei den Millionen Menschen, die mit dem Coronavirus konfrontiert werden. Wir erinnern uns an die Menschen, die gestorben sind und an die Angehörigen, die ihrer Lieben beraubt wurden; an die Menschen, die an der Infektion leiden, und an ihre Familienmitglieder; und wir denken an das Personal in der Gesundheitsversorgung, das selbstlos den Gemeinschaften dient“, sagte Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). „Wir sind  zutiefst inspiriert von den Menschen christlichen Glaubens in China, denen an vorderster Front eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Krankheit zukommt.“

Pastorin Dr. Manhong Melissa Lin, beigeordnete Generalsekretärin des Chinesischen Christenrates und Mitglied des ÖRK-Exekutivausschusses, sagte: „Wir wissen die Gebete und die Solidarität zu schätzen, die wir in dieser schwierigen Zeit erfahren. Christen und Christinnen in China haben sich aktiv an dem Kampf gegen das Virus beteiligt, indem sie beten, Geldmittel, Schutzmasken und medizinische Versorgungsgüter bereitstellen und sich strikt an die medizinischen Präventionsmaßnahmen halten. Wir sind zuversichtlich, dass wir dank der gemeinsamen Initiativen aller gesellschaftlichen Sektoren in China und mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und durch Gottes Gnade diese Krise überwinden werden.“

Kirchenleitende weltweit haben ihre Absicht bekräftigt, ihre Amtsbrüder und -schwestern und die Kirchenräte in Nordostasien zu unterstützen, deren betroffene Gemeinden um Gebete und entschlossenes Handeln ersucht haben. „In diesem Geiste ist es wichtig, dass Glaubensgemeinschaften und Kirchenleitende über zuverlässige und aktuelle Informationen verfügen und diese weitergeben, damit Fehlinformationen und Panik keine Chance haben.  Dies ist eine neue Krankheit, über die wir noch viel in Erfahrung bringen müssen. Es liegt in unserer Verantwortung, wachsam zu sein, auf dem neusten Wissensstand zu bleiben und uns zu engagieren“, sagte Dr. Manoj Kurian, Koordinator des Globalen Aktionsbündnisses des ÖRK.

Die stellvertretende ÖRK-Generalsekretärin, Professor Dr. Isabel Apawo Phiri, stellte fest: „Natürlich sorgen wir dafür, dass alle zweckmäßigen Maßnahmen ergriffen werden, um die weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass Angst und Bigotterie sich schneller verbreiten als das Virus.“ Glaubensgemeinschaften müssen sich gegenüber einzelnen Menschen und der Gesellschaft insgesamt dafür einsetzen, Stigmatisierungen, Fremdenangst,  Verfolgung und Diskriminierung von Menschen zu überwinden, die unter Ansteckungsverdacht stehen.“

Dr. Mwai Makoka, ÖRK-Programmreferent für Gesundheit und Heilung, sagte: „Wir als Kirchen und Gemeinschaften sind aufgefordert, zu beten und geeignete Präventionsmaßnahmen in den Gemeinschaften durchzuführen, mit dem Personal in den Krankenhäusern und Praxen und mit den Gesundheitsbehörden zu kooperieren und die schnelle Entwicklung der erforderlichen Behandlungen und Impfstoffe zu unterstützen und uns dafür einzusetzen. Diese Epidemie ist im Kontext zahlreicher anderer existierender Gesundheitsprobleme und Epidemien zu sehen. Wir müssen dafür sorgen, dass Länder mit weniger gut funktionierenden Gesundheitssystemen unterstützt werden, damit sie über die Mittel verfügen und darauf vorbereitet sind, bei einem Ausbruch die Epidemie im Schach zu halten.“

Weitere Informationen über das Coronavirus

https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019

https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/situation-reports/

 

Brief des Christenrates Hongkong über das Coronavirus (auf EN)

https://www.hkcc.org.hk/acms/content.asp?site=hkccnew&op=showbyid&id=80429