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Kirchenleitende: Waldbrände im Amazonasgebiet müssen als internationale Krise behandelt werden

Kirchenleitende: Waldbrände im Amazonasgebiet müssen als internationale Krise behandelt werden

Foto: Paul Jeffrey/ÖRK

27. August 2019

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 28. August 2019

Die Waldbrände im Amazonasgebiet müssen nach Meinung des Generalsekretärs des Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Olaf Fykse Tveit, als nationale und internationale Krise begriffen werden.

„Es handelt sich um eine ökologische, politische und moralische Katastrophe, wenn die Menschheit nicht in der Lage ist, dieses für unser gemeinsames Leben auf unserem Planeten so immens wichtige Gut zu schützen“, sagte Tveit am 27. August.

„Es geht um unsere Rechenschaftspflicht gegenüber Gott, unserem Schöpfer, und deshalb geht es hier auch um eine spirituelle Frage“, sagte er. Tveit wies darauf hin, dass die Situation im Amazonas-Regenwald vielen Kirchen Sorgen bereite und deshalb auch das Thema einer Synode des Vatikans im Oktober sein werde.

Im brasilianischen Amazonas-Regenwald gibt es dieses Jahr eine extreme Anzahl von Waldbränden. Das Nationale Institut für Weltraumforschung erklärte, seine Satellitendaten zeigten einen Anstieg um 84% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018.

Der größte Regenwald der Welt, der Amazonas, ist eine wichtige Kohlenstoffsenke und in der Lage, die Geschwindigkeit der weiteren globalen Erwärmung zu verlangsamen. Er ist ebenfalls die Heimat von ca. drei Millionen Pflanzenarten und Tieren sowie von einer Million Menschen, die indigenen Völkern angehören.

Bischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, äußerte seine Sorgen und seine Betroffenheit, nachdem er die letzten Berichte über die Situation des Regenwaldes in Brasilien zur Kenntnis genommen hatte.

Bedford-Strohm beschrieb die Brände als „symptomatisch für einen politischen Paradigmenwechsel, der den Schutz der Wälder den ökonomischen Zielen einiger weniger Interessengruppen unterordnet.“ Bedford-Strohm wies darauf hin, dass den Kirchen bekannt sei, dass die zunehmenden Entwaldungen in einer Reihe von Ländern nicht nur eine nationale Angelegenheit ist, sondern globale Auswirkungen hat.

„Ich appelliere nachdrücklich an diejenigen, die in Brasilien und weltweit politische Verantwortung tragen, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um die Brände zu löschen und neue Brände in Zukunft zu verhindern“, sagte er. „Die Umverteilung von Wohlstand und der Schutz der Integrität unserer Erde sind keine konkurrierenden Ziele, sondern die Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Die Christenheit sollte in diexsem Kampf in erster Reihe stehen, damit wir beide Ziele erreichen“, fügte Bedford-Strohm hinzu.

Am 22. August haben sich auch die ökumenischen Mitglieder des ACT-Bündnisses in Brasilien besorgt über die Entwicklung im Amazonasgebiet geäußert und erklärt, dass zur ökumenischen Verpflichtung auch der „Schutz der Sozio-Diversität und die Verteidigung der Organisationen der Zivilgesellschaft und sozialer Bewegungen gehört, die sich gegen ein todbringendes politisches Projekt in Stellung wehren“, heißt es in ihrer Botschaft.

 

Kirchenleitende in Brasilien im Austausch über Entwicklungen im Land (ÖRK-Pressemitteilung vom 27. August 2019)

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