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Wie wird der Aufruf von Arusha die Welt verändern?

Wie wird der Aufruf von Arusha die Welt verändern?

Foto: Albin Hillert/ÖRK

20. Mai 2019

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 23. Mai 2019

Der Aufruf von Arusha zur Nachfolge ist gleichzeitig belebend, verwandelnd und herausfordernd und bereitet einigen Menschen sogar Unbehagen – das sagten Vertreter/innen der Kommission für Weltmission und Evangelisation (CWME) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) auf einer Pressekonferenz anlässlich einer Buchveröffentlichung in Helsinki (Finnland) am 20. Mai.

Der Aufruf von Arusha ist das Ergebnis der Konferenz für Weltmission und Evangelisation, die im März in Tansania stattfand und die größte ihrer Art seit 1910 war.

Die ökumenische Bewegung habe ihre Wurzeln in der Missionsbewegung, sagte ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, und fügte hinzu, dass die Arusha-Konferenz es den Menschen ermöglicht habe, ganz unterschiedliche Dimensionen der Spiritualität miteinander zu teilen. „Ich würde sogar sagen, dass wir alle die verschiedenen Dimensionen des Kircheseins teilen: Was bedeutet es, heute Jesus Christus in den zahlreichen Kontexten der Welt zu folgen?“

Die CWME-Tagung wird von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands veranstaltet. Erzbischof Dr. Tapio Luoma sagte in seiner Begrüßung: „Es ist uns eine Ehre, Gastgeber dieser wichtigen Tagung zu sein und über den Aufruf zur verwandelnden Nachfolge nachzudenken.“

Metropolit Dr. Geevarghese Mor Coorilos, der Vorsitzende der Kommission, erklärte, dass die Kommission beauftragt sei, etwa alle zehn Jahre eine Missionskonferenz zu organisieren. „Einer der Hauptschwerpunkte dieser Tagung in Helsinki ist es, einen Blick zurückzuwerfen und die Konferenz zu bewerten“, meinte er. „Außerdem befassen wir uns mit einigen Erkenntnissen, die daraus hervorgingen. Darüber hinaus schauen wir auch in die Zukunft, nämlich auf die nächste ÖRK-Vollversammlung, die 2021 in Deutschland stattfinden wird.“

Das Thema für diese Vollversammlung lautet „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“.

Pastorin Dr. Janet Corlett, die stellvertretende Vorsitzende der Kommission, wies darauf hin, dass sich die meisten der in Helsinki versammelten Personen seit der Arusha-Konferenz nicht mehr getroffen hätten. „Was bedeutet verwandelnde Nachfolge für uns persönlich, für unsere Kirchen, für unsere Länder?“, fragte sie. „War das nur eine schöne Erfahrung, oder hat sie uns auch verändert? Wird sie überhaupt etwas ändern? Der Aufruf von Arusha war das Ergebnis, der Konsens der Konferenz, und ich glaube, er war ein sehr prophetischer Aufruf.“

Bischof Dr. Simo Peura von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands vertrat den Gastgeber bei der Buchvorstellung und sagte, dies sei das bedeutendste ökumenische Treffen in Finnland seit vielen Jahren. „Es ist auch eine Plattform für unsere Kirche und alle Kirchen in Finnland, um aus den Erfahrungen der Mission in verschiedenen Teilen der Welt zu lernen“, sagte er.

Kommissionsmitglied Pater Richard Nnyombi meinte, der Ort der Konferenz im März sei kein Zufall gewesen. „Der Kontext der Konferenz in Arusha bedeutet, dass Gott uns an die zentrale Bedeutung von Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung als Kirchen und Nachfolgende Christi erinnern wollte. Jeden Tag frage ich mich: Was werde ich tun, um die Botschaft von Arusha an meine Brüder und Schwestern und an meine Kirche weiterzugeben?“

Pastor Dr. Risto Jukko, der Direktor der Kommission, ging auf die Frage ein: „Warum findet dieses Treffen in Helsinki statt?“ – „Ich sehe dieses Treffen als ein Glied in der langen Kette der ökumenischen Bewegung, die 1910 ihren Anfang nahm“, erklärte er. „Die nordischen Länder haben eine wirklich lange Missionstradition.“

Ausländische Journalist/innen stellten während der Pressekonferenz Fragen via E-Mail und Twitter, darunter auch: „Was ist das wichtigste Ergebnis, das Sie von dieser Tagung in Helsinki erwarten?“

Corletts Antwort: „Einer der wichtigsten Aspekte für mich ist, dass wir wirklich darüber nachdenken, wie wir die Erfahrung von Arusha – die spirituelle Erfahrung – leben und im ÖRK und der Welt umsetzen können. Wie bleiben wir das warme Herz, das schlagende Herz, das leidenschaftliche Herz, das den Rest der Organisation daran erinnert, dass wir zuallererst demütig Christus nachfolgen, und alles weitere ergibt sich daraus?“

Arusha-Bericht und weitere Materialien (auf Englisch)

Aufruf von Arusha zur Nachfolge

Video von der Veranstaltung

Video von der Pressekonferenz

Church leaders in Arusha reflect on mission: “The church is actually a change agent” (ÖRK-Pressemitteilung vom 20. Mai 2019, auf Englisch)

WCC reflects on way forward for mission, evangelism (ÖRK-Pressemitteilung vom 17. Mai 2019, auf Englisch)

ÖRK-Kommission für Weltmission und Evangelisation