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Kirche herausgefordert: in Klima der Angst „Fremde“ willkommen heißen

Kirche herausgefordert: in Klima der Angst „Fremde“ willkommen heißen

Katalina Tahaafe-Willams. © Kristine Greenaway

18. November 2015

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 02. Dezember 2015

Von Kristine Greenway

Mitten im wachsenden Klima der Angst vor Flüchtlingen und Immigrierenden appelliert der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) an Christen, der biblischen Aufforderung getreu „Fremde willkommen zu heißen“.

Einige Stunden vor den Attentaten am Freitag in Paris ging ein einwöchiger Workshop in Genf zu Ende. Im Mittelpunkt standen Multikulturalismus, geistliches Amt und Mission.

Fünfundzwanzig Teilnehmende aus 13 Ländern waren 5 Tage lang zusammengekommen (9. - 13. November), um Wege zu erkunden, die den multikulturellen Dialog und ebensolche Aktivitäten in Kirche und Gemeinde fördern.

Ziel war es, ordinierte Führungskräfte und Laien auszurüsten, um in immer intensiver kulturell gemischten Gemeinden zu arbeiten. Theologische Bildung, Liturgie und die Dynamik zwischen den Generationen in den Migrationskirchen wurden im Programm erläutert. Absicht war, sowohl die etablierten wie auch die Migrationskirchen zu ermutigen, die Angst und das Misstrauen vor Menschen, die anders sind als sie selbst, zu überwinden und inklusive Gemeinschaften aufzubauen, die andere willkommen heißen.

Katalina Tahaafe-Williams, verantwortlich für das Migrations- und kulturübergreifende Missionsprogramm des ÖRK, organisierte den Workshop. Dieser war von der Presbyterianischen Kirche (USA) und der Vereinigten Kirche von Kanada mitgetragen worden.

Teilnehmende am „Gemeinsamen Zeugnis“, einem Netzwerk von 90 Migrationskirchen in der Genfer Region, wiesen auf eine Reihe von Partnerschaften mit historisch gewachsenen Kirchen hin, die zu gemeinsamen Aktivitäten wie Sonntagsgottesdiensten und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche geführt haben.

„Ein integraler Bestandteil von multikulturellem Dienst und Mission ist die Bildung von kooperativen Partnerschaften, die enge und langandauernde Beziehungen des Vertrauens und der Sorge für einander fördern“, meint Tahaafe-Williams. „Diese werden zu Verbindungen zwischen den Gemeinden und den einzelnen Menschen. Unschätzbar in ihrem bedeutungsvollen kulturellen Austausch und ihrer aktiven gegenseitigen Unterstützung können sie den Menschen helfen, ihre Angst vor Neuankömmlingen in ihren Gemeinden unter diesen Gegebenheiten zu überwinden.“

Der ÖRK plant weitere Arbeit auf dem Gebiet des kulturübergreifenden Dienstes, um Kirchen vor Ort in etablierten und in Migrationsgemeinden gut auszustatten, damit sie angesichts der Massenflüchtlingswellen und der Gewalttaten der wachsenden Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gemeinsam entgegensteuern.

Erklärung des ÖRK-Exekutivausschusses zu Migrationskrisen