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Aufruf zu Gebetstag für Südsudan bekräftigt Friedensbotschaft

Aufruf zu Gebetstag für Südsudan bekräftigt Friedensbotschaft

Priester James Oyet Latansio, SSCC-Generalsekretär. Foto: Claus Grue/ÖRK

20. Februar 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 22. Februar 2018

Papst Franziskus hat für den 23. Februar zu einem weltweiten Gebets- und Fastentag für den Südsudan und die Demokratische Republik Kongo aufgerufen. Die beiden Länder leiden unter Konflikten, Unruhen und Hungersnöten.

Der Aufruf wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) unterstützt und alle sind aufgefordert, sich an den Gebeten zu beteiligen.

Für den Kirchenrat im Südsudan (South Sudan Council of Churches – SSCC) ist der Aufruf des Papstes eine gute Nachricht: „Dies ist sogar schon das zweite Mal, dass er zu Gebeten für den Südsudan aufruft. Es bedeutet uns sehr viel, zu wissen, dass wir in unserem Leiden und unserem Schmerz nicht allein sind. Die weltweite Ökumene ist auf unserem Weg hin zu Frieden und Versöhnung an unserer Seite“, sagt Priester James Oyet Latansio, SSCC-Generalsekretär.

Anfang dieses Monats hatte der SSCC einen Hirtenbrief an die Regierung des Südsudan und die Opposition gesandt mit einem dringenden Aufruf zu Kompromissen. „Sie haben darüber gesprochen, den Frieden von 2016 wiederzubeleben und wir, die Kirchen als ihre Pastoren und spirituellen Führer, rufen sie nun auf, das Leid und den Schmerz der Menschen im Südsudan bedenken. Wir rufen sie auf, Zurückhaltung zu üben, zu vergeben, Toleranz und Liebe zu zeigen und zu vergeben“, erklärt Latansio.

Seit das Land 2011 Unabhängigkeit erlangte, leiden die Menschen im Südsudan unter Hungersnöten, Bürgerkrieg und Gräueltaten, die Millionen Menschen zu Binnenvertriebenen gemacht und eine riesige Flüchtlingswelle in die Nachbarländer Uganda und Kenia verursacht haben.

„Es sind turbulente Zeiten, geprägt von menschengemachtem Hunger und Hungernöten, unter denen insbesondere Frauen und Kinder leiden. Die Situation ist nach wie vor sehr schlimm und die Menschen leben in Angst“, erzählt Latansio, der in seiner Heimatstadt Juba selbst auch schon mit vorgehaltener Schusswaffe ausgeraubt worden ist.

Latansio begrüßt den Aufruf des Papstes, der der Friedensbotschaft der Kirchen im Südsudan noch mehr Nachdruck verleiht. Der Gebetsaufruf fällt in die Fasten- und Passionszeit, die für katholische Gläubige eine Zeit des Fastens, der Gespräche, der Gebete und der Erneuerung ist. Die Fasten- und Passionszeit hat am 14. Februar begonnen und dauert 40 Tage.

Der Aufruf des Papstes erfolgte während Latansio an einer Tagung von religiösen Führungspersonen bei den Vereinten Nationen in Wien teilnahm, die eine Anstachelung zu Gewalt verhindern soll, die zu Gräueltaten und Verbrechen führen könnte.

„Bei diesem sehr wichtigen Treffen wurden von kirchlichen Führungspersonen und anderen Akteuren aus der ganzen Welt konkrete Verpflichtungen eingegangen, um erarbeitete Strategien gegen Hassreden und Volksverhetzung und gegen die Anstachelung zu Gewalt in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Zusammen mit dem Aufruf von Papst Franziskus ermutigt mich das, meine Fürsprachearbeit für Gerechtigkeit und Frieden fortzusetzen – und in meinem Land die Werbetrommel dafür zu rühren“, sagt Latansio abschließend.

WCC encourages participation in day of prayer for South Sudan, DRC (ÖRK-Pressemitteilung in englischer Sprache vom 16. Februar 2018)

Veranstaltung: Tag des Gebets und des Fasten für Frieden im Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo, 23. Februar 2018 (in englischer Sprache)

Turning plans into action to prevent incitement to violence (ÖRK-Pressmitteilung vom 14. February 2018)

As South Sudan talks unfold, church leaders prioritise peace (ÖRK-Pressemitteilung in englischer Sprache vom 14. Februar 2018)