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Konferenz in Arusha befasst sich mit „Die Kirche – Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision“

Konferenz in Arusha befasst sich mit „Die Kirche – Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision“

Dr. Susan Durber, Vorsitzende der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung. Foto: Albin Hillert/ÖRK

12. März 2018

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 13. März 2018

Die Swahili-Übersetzung des Textes „Die Kirche – Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision“ wurde am 12. März auf der Konferenz für Weltmission und Evangelisation (CWME) in Arusha (Tansania) vorgestellt. Inzwischen liegt das Dokument in 15 Sprachen vor.

Dr. Susan Durber, Vorsitzende der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, erklärte, das Originaldokument sei das Ergebnis von drei Jahrzehnten internationalen ökumenischen Gesprächs über die Frage, was es bedeutet, Kirche zu sein.

„Dieser Text enthält einiges, was uns vielleicht überrascht – wie viel wir alle aus unseren verschiedenen Traditionen gemeinsam über die Kirche sagen können, und was uns andere Traditionen über die Kirche sagen können, was wir selbst schon längst vergessen hatten.“

Durber, die der Vereinigten Reformierten Kirche in Großbritannien angehört, sagte, „Die Kirche – Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision“ erinnere daran, dass die Mission der Kirche „sich nicht nur auf Handlungen bezieht; sie umfasst auch unser Verständnis davon, wie Gott ist und wozu Gott uns geschaffen hat".

Die Vorsitzende der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung sprach in Arusha im Rahmen eines Plenums zu Mission, Einheit und Vielfalt; dazu fand während der Konferenz ein von der Studiengruppe zu Ekklesiologie geleiteter Workshop zu den Amtsstrukturen von in Afrika entstandenen Kirchen statt.

Afrikanischen Stimmen zuhören

Während der Konferenz zu Weltmission und Evangelisation veranstaltete die Studiengruppe der Kommission zu Ekklesiologie einen Workshop, in dem afrikanische Perspektiven zu Ekklesiologie gegenüber einer traditionellen ökumenischen Ekklesiologie in Bezug auf das ordinierte Amt und die Nachfolge diskutiert wurden. Unter den Teilnehmenden waren der afrikanische Theologe Nicta Lubaale Makiika, Seine Heiligkeit Dr. Rufus Ositelu, Dr. Jerry Pillay, Pastor Christian Tsekpoe, die Vorsitzende der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, Dr. Susan Durber, und Kommissionsmitglieder Dr. Stephanie Dietrich, Dr. Liz Vuadi Vibila, Dr. Krzysztof Mielcarek und Pastor Sotiris Boukis.

Auf der CWME-Vorkonferenz zum Thema „Frauen in der Mission vom Geist bewegt: Mentoring für Verwandlung“ in Arusha sprachen Kommissionsmitglied Prof. Dr. Stephanie Dietrich und die Referentin Dr. Ani Ghazaryan Drissi im Rahmen der Diskussion zu „Frauen in der Mission und ihre Vision der Kirche und ihres Dienstes“.

Der Text wurde von Theolog/innen aus einer sehr großen Bandbreite unterschiedlicher christlicher Traditionen und Kulturen erarbeitet und befasst sich mit der Mission und Einheit der Kirche und ihrem Bezug zum dreieinigen Gott. Für die Swahili-Übersetzung des Dokuments „Die Kirche – Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision“ wird es auf der Konferenz in Arusha noch eine Buchvorstellung geben.

Durber erklärte: „Die Kirche ist zugleich eine menschliche und eine göttliche Realität. Sie wurde von Gott geschaffen und ist in seiner Hand. Sie ist Gottes Geschenk an die Welt, das nicht von uns abhängig ist.

Die Einheit, die Gott uns geschenkt hat, ist wie das Abendmahl – eine organische Beziehung zwischen allen Lebenden, wie die Einheit im Kern der Dreieinigkeit. Diese Einheit können wir der zerbrochenen Welt anbieten.“

„Offen für einen Wandel“

Wir müssten für einen Wandel offen sein, fuhr Durber fort, und gleichzeitig der Lehre der Apostel radikal treu bleiben; es gehe darum, uns gemäß unserer Überzeugung zu verhalten, ohne die Einheit zu verletzen.

Durber lud die Delegierten in Arusha ein, sich mit dem Konvergenzdokument zu befassen, um herauszufinden, wie unterschiedliche Traditionen dieselbe Einheit in andere Worte fassen, und um von anderen zu lernen, die Aspekte betonen, die wir selbst schon vergessen haben.

Außerdem rief sie die Teilnehmenden auf, über die ökumenische Bedeutung des mystischen, körperlichen Wesens der Kirche des dreieinigen Gottes nachzudenken, da weltweit permanent neue Arten des Kircheseins entstünden. Christ/innen müssten sich mit säkularen und religiösen Ideologien auseinandersetzen, die einen materiellen und individualistischen Wohlstand proklamieren.

Fortwährende Analyse

Die Ekklesiologie-Studiengruppe der Kommission hatte im Januar auf einer Tagung im Ökumenischen Institut Bossey nahe Genf die individuelle Analyse und Diskussion von fast 70 gesammelten Reaktionen auf den Text Die Kirche – Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision abgeschlossen.

„Wir haben jede Reaktion gelesen und darüber diskutiert, um zu einer gemeinsamen Wahrnehmung der Themenbereiche zu kommen, bei denen es noch wichtige offene Fragen gibt“, erklärte Dr. Angela Berlis, die Co-Vorsitzende der Studiengruppe, die die Altkatholische Kirche vertritt.

Laut Berlis bereiteten Mitglieder der Gruppe Texte zu diesen Themenbereichen vor. Diese Texte dienen dann als Grundlage für einen weiteren Bericht in der letzten Phase der Studie zu Ekklesiologie, die 2020 veröffentlicht werden soll.

Die Kirche: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision

Die Kirche: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision in Swahili (pdf)

Kommission des ÖRK für Glauben und Kirchenverfassung

Konferenz für Weltmission und Evangelisation

Fotos von der Konferenz und den Begleitveranstaltungen zum Gratis-Download (Passwort: WCC)

Fotos vom Workshop der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung