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Kgosi Nkagiseng Rammekwa is youth director for the Evangelical Lutheran Church in Southern Africa Central Diocese

Kgosi Nkagiseng Rammekwa ist Jugendleiter bei der Zentraldiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im südlichen Afrika

Wann wurde Ihr Interesse geweckt, tatkräftig Unterstützung für die Kampagne „Donnerstags in Schwarz“ zu fördern? Was war der Auslöser für Ihr Engagement?

Rammekwa: Meine Arbeit mit jungen Menschen und mein wachsendes Bewusstsein dafür, dass wir alle – besonders in einem religiösen Umfeld – innerlich zu ringen haben, brachte mich dazu, mich für „Donnerstags in Schwarz“ zu engagieren und die Kampagne zu fördern. Ich erkannte allmählich, dass geschlechtsspezifische Gewalt zwar oft als „gesellschaftliches Problem“ angesehen wird, als Problem, das sich außerhalb der Kirche abspielt, doch viele junge Menschen erfahren Schweigen, Scham, spirituelle Manipulation und Übergriffe innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft. Genau in diesem Umfeld wird missbräuchliches Verhalten im Namen der Einheit, des Respekts gegenüber leitenden Personen oder der Angst vor einem Skandal oft ignoriert, spirituell umgedeutet oder gedeckt.

Der Auslöser für mein Engagement war die Erkenntnis, dass die Kirche zwar Gerechtigkeit und Liebe predigt, doch manchmal unabsichtlich zu jenem Ort wird, wo Überlebende übergangen und Täter abgeschirmt werden. „Donnerstags in Schwarz“ gab mir die Möglichkeit, dieser Verleugnung der Realität mit Feingefühl, aber gleichzeitig mit Entschiedenheit entgegenzuwirken und zu verdeutlichen, dass sich auch religiöse Sphären der Verantwortung nicht entziehen können. Für mich als Führungsperson schlägt diese Kampagne eine Brücke zwischen Glauben und der Aufdeckung der Wahrheit, indem sie Kirchen und junge Menschen auffordert, normalisiertem Verhalten die Stirn zu bieten und aktiv für mehr Sicherheit und Ehrlichkeit in den Gemeinschaften zu sorgen.

Was spricht junge Menschen bei „Donnerstags in Schwarz“ an?

Rammekwa: Ich persönlich glaube, dass die Kampagne junge Menschen anspricht, weil sie einfach, sichtbar und bedeutend ist. Schwarz zu tragen ist ein kleiner, aber bedeutender Akt des Widerstands, ein Akt, der verdeutlicht, dass „ich sehe, ich glaube und ich mich für Gerechtigkeit einsetze“. Außerdem finden junge Menschen, die oft das Gefühl haben, bei Entscheidungen nicht erhört oder berücksichtigt zu werden, in solchen Kampagnen die Möglichkeit, sich für Veränderung einzubringen, ohne auf Erlaubnis oder auf eine Plattform angewiesen zu sein.

Die Kampagne findet außerdem Zuspruch, weil sie lebensnahe Probleme mit Glauben verbindet. Junge Menschen wünschen sich einen Glauben, der sich durch Aufrichtigkeit, Mut und Relevanz für die Welt, in der sie leben, auszeichnet. „Donnerstags in Schwarz“ ist eine Bestätigung dafür, dass Gerechtigkeit, Würde und Sicherheit keine Nebensache, sondern geistliche Kernfragen sind.

Welche weiteren Maßnahmen zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt sollten die Kirchen Ihrer Meinung nach ergreifen?

Rammekwa: Ich wünschte mir, dass die Kirchen sich nicht nur für die Sensibilisierung einsetzten, sondern auch für bewusste Prävention und Verantwortlichkeit. Dazu gehört die offene Thematisierung dessen, was Macht, Einwilligung und Würde bedeuten, die Schaffung sicherer und vertrauensbildende Räume zur Meldung von Fällen und die Gewährleistung, dass Führungspersonen ungeachtet ihrer Position oder ihres Status zur Rechenschaft gezogen werden. Das heißt in gewissen Fällen, dass das Stillschweigen und der Schutz des Ansehens niemals über den Schutz von Menschen gestellt werden dürfen.

Ich erhoffe mir, dass die Kirchen erkennen, dass Demut und Zusammenarbeit eine Voraussetzung für Prävention sind und dass sie mit Fachleuten, lokalen Organisationen und den Überlebenden selbst zusammenarbeiten. Allem voran müssen die Kirchen insbesondere jungen Menschen und Überlebenden zuhören und zulassen, dass sie mit ihrem Beitrag Maßnahmen, Theologie und geistliche Praxis mitgestalten. Denn genau so wird ein wahrer Wandel herbeigeführt.

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Youth from Evangelical Lutheran Church in Southern Africa Central Diocese

Junge Erwachsene der der Zentraldiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im südlichen Afrika