„Der ÖRK nimmt zur Kenntnis, dass die gegen afrikanische Migrantinnen und Migranten in Südafrika gerichtete Gewalt von einer Minderheit von Südafrikanerinnen und Südafrikanern ausgeht, die ihre Wut und Unzufriedenheit an der falschen Stelle auslassen oder die sich den berechtigten Unmut einer Mehrheit der einfachen südafrikanischen Bevölkerung bemächtigen und diese missbrauchen“, sagte Pillay. „Der ÖRK lehnt es kategorisch ab, durch die Auslöschung der guten Taten und der grenzenlosen Gastfreundschaft ihren Brüdern und Schwestern aus ganz Afrika gegenüber die menschliche Vielfalt Südafrikas zu verleugnen.“
Pillay räumte betroffen ein, dass Südafrika weltweit noch immer eines der Länder mit der größten sozialen Ungleichheit sei. „Doch die Auslöser dieses Leides sind allzu oft nicht klar erkennbar“, sagte er. „Durch zielgerichtete und gründliche Prozesse zur moralischen Urteilsbildung können wir beim ÖRK die Situation in Südafrika als anhaltenden Effekt von Apartheid und Kolonisation einordnen.“
Es gehe primär um Gerechtigkeit, nicht lediglich um Mitgefühl, so Pillay.
„Auf gesellschaftlicher und politischer Ebene ist Fremdenfeindlichkeit ein Ausdruck fehlgeleiteter Wut“, sagte er. „Fremdenfeindlichkeit dient dem ideologischen Ziel, berechtigten Unmut nicht gegen Machtstrukturen zu wenden, sondern stattdessen auf wehrlose, marginalisierte Gemeinschaften umzuleiten.“
Pillay forderte die Regierung, Mitgliedskirchen, ökumenische Partnerorganisationen und alle Menschen guten Willens auf, die Rechte und Menschenwürde aller Migrantinnen und Migranten im Lande zu schützen.
Er forderte außerdem mit Nachdruck, Fremdenfeindlichkeit und Afrophobie als Sünden gegen Gott und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bezeichnen und den Schritt von wohltätigen Aktionen hin zum aktiven Engagement für Gerechtigkeit zu gehen.
Pillay sagte zum Schluss: „Die Kirchen müssen dem Narrativ, das Migrantinnen und Migranten kriminell als kriminell darstellt, die Stirn bieten, die strukturellen Faktoren, die zu Migration und Fremdenfeindlichkeit führen, aufzeigen und sich öffentlich auf die Seite der angegriffenen Bevölkerungsgruppen stellen.“
Die Erklärung wurde von Pillay in Rücksprache mit der ÖRK-Referenzgruppe zur Überwindung von Rassismus, Diskriminierung aufgrund der Kaste und jeder Form von Diskriminierung abgegeben.
Vollständiger Text der Erklärung (in englischer Sprache)