Image
Michael Buttrey in the chancel of St. Clement, Eglinton.

Michael Buttrey in the chancel of St. Clement, Eglinton.

Foto:

Woran haben Sie als Projektbeauftragter für Glaube und Wissenschaft in letzter Zeit gearbeitet?

Buttrey: Mit meiner Arbeit unterstütze ich die Arbeitsgruppe für Glaube und Wissenschaft der ÖRK-Kommission der Kirchen für Heilen und Heilung. Einer unserer aktuellen Arbeitsschwerpunkte ist das Thema KI und auch die nächsten Veranstaltungen, die wir organisieren, sind Webinare zum Thema KI. Das nächste Webinar, das wir in diesem Jahr veranstalten werden, wird unter der Überschrift „KI-Wettrüsten“ stehen. Wir werden von verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Kontexten hören, ob wir KI vielleicht mehr als Waffe betrachten müssen, und ob wir einen internationalen Rüstungsvertrag für den Einsatz von KI brauchen. Wir werden über die Risiken und die potenziellen Risiken sprechen.

Was hat Sie angespornt, in dieser Funktion beim ÖRK arbeiten zu wollen?

Buttrey: Das frage ich mich auch manchmal! Ich glaube, es hat alles mit meinem naturwissenschaftlichen Bachelor-Abschluss begonnen. Ich habe zunächst einen Abschluss in Genetik gemacht und in einem Labor gearbeitet, bin dann auf Theologie umgeschwenkt und habe an einem Theologie-Seminar studiert. Meine Leidenschaft aber galt der Bioethik. In diesem Fach habe ich auch promoviert, aber dann habe ich angefangen, für den Kanadischen Kirchenrat zu arbeiten. Vor ein paar Jahren hatte der Generalsekretär des Kanadischen Kirchenrats Kontakt mit meinem jetzigen Chef, Dr. Manoj Kurian, dem Direktor der ÖRK-Kommission der Kirchen für Heilen und Heilung, und Dr. Kurian wollte gerne, dass der ÖRK mehr zu diesem Thema macht. Daher hat mich der Kanadische Kirchenrat zum ÖRK entsandt. Ich glaube, dass wir global alle im Grunde über die gleichen Dinge reden. Ich hatte nicht gedacht, dass ich hier landen würde. Aber es scheint gut zu passen!

Welche Hoffnung oder Hoffnungen und Visionen haben Sie für die ökumenische Bewegung in Sachen Glaube und Wissenschaft?

Buttrey: Zwei Dinge: Zum einen, stelle ich fest, dass viele Kirchen unterschiedliche ethische Auffassungen zu diesem oder jenem Thema vertreten, sobald wir solche Gespräche beginnen – aber bei neuen Technologien scheint mehr Einigkeit zu herrschen. Ich denke, man kann sagen, dass sich alle Kirchen Gedanken über KI machen. Alle wollen mehr darüber erfahren. Alle wollen sich darüber austauschen. Alle sind überzeugt, dass wir auch in einem religiösen Kontext über KI reden sollten. Am Ende sind wir vielleicht unterschiedlicher Meinung, aber alle wollen den Austausch. Zum zweiten gibt es nur wenige Kirchen, die ausreichend Menschen mit Fachkenntnisse auf diesem Gebiet haben. Nicht alle Kirchen können Menschen für solche Nischenthemen beschäftigen. Man muss sich schon glücklich schätzen, wenn man überhaupt eine Person hat, die sich mit Glaube und Wissenschaft beschäftigt, oder zwei Personen, die sich für KI interessieren. Das reicht für einen solchen Austausch nicht aus. Mit der Arbeit, die wir hier beim ÖRK machen, können wir aber eine Veranstaltung mit vielen verschiedenen Menschen haben, die unterschiedliche Auffassungen vertreten.

Können Sie uns ein konkretes Beispiel für eine solche Veranstaltung nennen?

Buttrey: Gerne! Im Herbst 2025 haben wir einen Kurs zu Glaube und Genetik konzipiert. Rund 20 Studierende aus aller Welt haben daran teilgenommen – aus Kanada, Uganda, Sri Lanka, Indien und Pakistan. Der Kurs lief zehn Wochen. Wir hatten acht verschiedene Gastdozierende. Ich habe alles koordiniert – was mitunter etwas kompliziert war – und es fühlte sich wirklich international an. Es war eine bunte Truppe Studierende und Lehrende, und es ist richtig gut gelaufen. Die Teilnehmenden haben gute Kontakte geknüpft. Wir hoffen, so etwas nochmal machen zu können. Es war ein Musterbeispiel für niedrigschwellige Ökumene.