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23. Mai 2022, Taganrog, Russland: Kinder im Sport- und Freizeitzentrum Romaschka in Solotaja Kosa im Südwesten Russlands nahe der Grenze zur Ukraine. In dem Sport- und Freizeitzentrum sind mehrere hundert Flüchtlinge aus dem Donbas in der Ukraine untergekommen. Die meisten von ihnen sind Kinder aus Waisenhäusern, die nach dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hierhin verbracht wurden. 

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„Solch ein Vorgehen nimmt diesen Kindern ihre Familien, ihre Muttersprache, ihre Kultur und ihre Heimat und verursacht große psychologische und spirituelle Schäden“, sagte Pillay. „Es ist eine fürchterliche Verletzung der gottgegebenen Würde eines jeden Kindes und der Heiligkeit der Familienbande.“

Pillay betonte zudem, dass die mutwillige Verbringung und Umsiedlung von Kindern aus politischen oder ideologischen Gründen grundsätzlich völkerrechtswidrig und mit Moral und christlichen Werten grundsätzlich unvereinbar sei. „Schon in der Vergangenheit hat der ÖRK immer wieder betont, dass bewaffnete Angriffe und das Leid, das sie – insbesondere für Kinder – verursachen, dem Willen Gottes für die Menschen grundsätzlich entgegenstehen“, unterstrich er. „Der ÖRK bringt seine große Solidarität mit allen betroffenen Kindern und ihren Familien um Ausdruck. Wir fordern die Behörden der Russischen Föderation auf, die Transparenz und Verantwortung walten zu lassen, die ein Bericht von solcher Tragweite verlangt, und das Wohl eines jeden Kindes an erste Stelle zu stellen.“

Dem Bericht des Unabhängigen Internationalen Untersuchungsausschusses zur Ukraine an den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zufolge sind tausende Kinder unter der russischen Besatzung aus ihrer ukrainischen Heimat nach Russland verbracht worden. Viele von ihnen wurden ohne die nach humanitärem Völkerrecht notwendige Zustimmung der Erziehungsberechtigten aus staatlichen Institutionen oder ihren Familien geholt und sind auch Jahre später noch nicht dorthin zurückgebracht worden.

Statt eine Wiedervereinigung der Familien zu ermöglichen, sollen die russischen Behörden sich Berichten zufolge vielmehr für eine langfristige Unterbringung der Kinder in der Russischen Föderation entschieden haben, unter anderem durch eine Änderung ihrer Staatsbürgerschaft und durch Adoption oder die Unterbringung in Pflegefamilien.

Erklärung des ÖRK zu Untersuchungsergebnissen des Unabhängigen Internationalen Untersuchungsausschusses zur Ukraine über die Zwangsverschickung und Verbringung von ukrainischen Kindern (in englischer Sprache)

Bericht des Unabhängigen Internationalen Untersuchungsausschusses zur Ukraine an den UN-Menschenrechtsrat