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© Peter Williams/ÖRK

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Eine internationale Konferenz über Frieden und Sicherheit in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) fordert Kirchen und Partner auf, in der DRK „eine Struktur oder einen Prozess zu schaffen, um die bestehenden Initiativen von Kirchen und kirchennahen Organisationen oder Netzwerken zu teilen und zu konsolidieren und neue ökumenische Initiativen ins Auge zu fassen“.

Die von der Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA) im Namen des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) organisierte Konferenz ist am 29. Mai in Genf zu Ende gegangen.

Während der Konferenz bemühten sich verschiedene Arbeitsgruppen darum, in den Bereichen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, HIV/AIDS, Nutzung natürlicher Ressourcen, Menschenrechte und humanitäre Lage spezifische Probleme und Lösungsansätze zu identifizieren. Besondere Aufmerksamkeit widmete die Konferenz den Wahlen, die der DRK eine sich für diese und andere im Land wichtigen Anliegen einsetzende politische Führung sichern sollen, und bekräftigte die Notwendigkeit einer ökumenischen Vorbereitung und Überwachung der diesjährigen Kommunal- und Regionalwahlen und der 2016 stattfindenden Präsidentschaftswahlen.

Die neue ökumenische Struktur, die versuchsweise auch als ökumenisches Forum oder Rundtisch bezeichnet worden war, soll bestehende und zukünftige Aktivitäten der Kirchen und ihrer Partner sowohl im Vorfeld zu den landesweiten Wahlen als auch zur Bewältigung anderer in der DRK anhaltenden Probleme koordinieren.

Wie CCIA-Direktor Peter Prove erläuterte, soll diese neue Zusammenarbeitsstruktur „vorbehaltlich einer Einigung auf ein geeignetes Mandat“ umgesetzt werden und als Instrument zur Bewältigung der Schwierigkeiten dienen, denen die Bevölkerung Kongos gegenübersteht. Dieses ökumenische Instrument „wird bestrebt sein, alle Kirchenfamilien in der DRK einzubinden, so dass sich die Kirchen mit einer Stimme und gemeinsamen Taten diesen Herausforderungen stellen können“, ergänzte Prove.

Semegnish Asfaw Grosjean, Programmreferentin der ÖRK-Kommission für internationale Angelegenheiten betrachtete die von der Konferenz ausgesprochene Einladung als Ausgangspunkt für eine Vielzahl neuer Aktivitäten in der DRK. Wie sie ergänzte sei dieser Beschluss „der Anfang einer intensiveren und wirksameren Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in der DRK und die Bekräftigung des internationalen ökumenischen Engagements, die Kirchen in ihren Friedensbemühungen zu unterstützen und zu begleiten“.

An der vom 27. bis 29. Mai 2015 im Ökumenischen Zentrum in Genf durchgeführten Konferenz nahmen 75 Delegierte teil, 19 davon aus dem Kongo. Laut einem am Ende der Tagung veröffentlichten Kommuniqué „konnten 20 weitere angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Kongo jedoch nicht anreisen, da ihnen das Visum verweigert oder nicht rechtzeitig erteilt wurde. Besonders bedauern wir, dass ausgerechnet junge Menschen aus dem Kongo nicht teilnehmen konnten, weil ihnen kein Visum erteilt wurde.“

Von den verhinderten Personen versammelten sich viele in den Räumlichkeiten der Vereinigten Methodistischen Kirche in Kinshasa, um die Konferenz per Live-Stream im Internet zu verfolgen.

Das Schlusskommuniqué konzentrierte sich besonders auf junge Menschen, Kinder, Frauen und andere hilfsbedürftige Personen mit der Verpflichtung, „sich auf die Anliegen der jungen Menschen in der DRK zu konzentrieren, namentlich Bildung und Beschäftigung, Schulung in Gewaltlosigkeit und Friedensförderung sowie Prävention gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Belästigung.“

Zu den Referenten während der Konferenz gehörten Bischof David Yemba der Methodistischen Kirche und Vizepräsident der Kommission für Integrität und Wahlmediation in der DRK, Monique Sokhan des Hochkommissariats der Verneinten Nationen für Flüchtlinge, André Karamaga, Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz, Gillian Davidson, Verantwortliche für Bodenschätze und Metalle beim Weltwirtschaftsforum sowie Eulalie Kitenga der Frauengruppe der Presbyterianischen Gemeinschaft von Kinshasa.

Lesen Sie das Kommuniqué der Internationalen Konferenz über Frieden und Sicherheit in der Demokratischen Republik Kongo (in englischer Sprache)

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