Der Metropolit spricht über die Bedeutung Nizäas für den theologischen Dialog und über andere Aspekte des Kirchenlebens.
„Das Konzil von Nizäa hat das Prinzip der Synodalität kanonisiert“, sagt Metropolit Hiob. „Weiterhin war die Einheit natürlich nicht nur ein politischer Kompromiss.“
Sie sei auch kein theologischer Kompromiss gewesen, fügt der Metropolit hinzu.
„Diese Diskussion hat ein Glaubenssymbol gesetzt. Das bedeutet, dass wir auf unserer Suche nach Einheit theologische Diskussionen führen müssen, um das Problem zu verstehen und um einen theologischen Konsens über den theologischen Ausdruck unseres Glaubens zu finden“, sagt er. „Die orthodoxe Kirche wertschätzt den theologischen Dialog als einen sehr wichtigen Aspekt, ja sogar als fundamentalen Aspekt der ökumenischen Bewegung.“
Der Dialog der Wahrheit setze immer einen Dialog der Liebe voraus, so Metropolit Hiob.
„Das Kreuz und die Auferstehung sind unlösbar miteinander verbunden, und man kann das eine Geheimnis nicht ohne das andere erfassen“, sagt er. „In der Tat gibt es zwei Seiten des einzigen gleichen Mysteriums.“
Natürlich erlebten wir heute Leid und Kriege, bestätigt Metropolit Hiob.
„Das Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung hat uns den Weg zum Reich Gottes geöffnet“, sagt er. „Nizäa ist der Moment, uns daran zu erinnern, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der Mensch wurde, damit die Menschen Kinder Gottes werden können.“
ÖRK-Webinar befasst sich mit den ökumenischen Perspektiven Nizäas und seines Vermächtnisses (in englischer Sprache)
Die Metropolis von Pisidien (in englischer Sprache)
Athen, Griechenland. Hier veranstaltete die Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA) des Ökumenischen Rates der Kirchen vom 18.–22. Mai 2025 die 60. Tagung der Kommission und die Konferenz anlässlich des 100. Jahrestages der Stockholmer Konferenz. Foto: Ivars Kupcis/ÖRK
*Das Interview mit Metropolit Hiob ist Teil einer Reihe von Gesprächen, die in Athen, Griechenland während der Konsultation (Mai 2025) anlässlich des 100. Jahrestages der Stockholmer Konferenz aufgezeichnet wurden und die sich mit Fragen der moralischen Führung, der Gerechtigkeit und der ökumenischen Einheit befassten. In den Gesprächen mit Kirchenleitenden und Intellektuellen geht es um globale Krisen aus ökumenischer Perspektive. Diese Interviews sind eine Brücke zwischen historischen Meilensteinen (Stockholm 1925, Nizäa) und den Herausforderungen unserer heutigen Zeit und dem geistlichen Leben. Eine Zusammenarbeit des ÖRK mit Andreas Loudaros/Orthodoxia.Info