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Die Feier war ein Programmpunkt der Ökumenischen Woche, die an den 100. Jahrestag der Ökumenischen Konferenz in Stockholm im Jahre 1925 erinnert. Sie gilt als Meilenstein der modernen ökumenischen Bewegung. Die Menschen, die heute in Stockholm zusammengekommen sind, feiern die Ökumene, den Frieden und die Gemeinschaft.

Erzbischof Martin Modeus, Erzbischof der Kirche von Schweden und Vorsitzender des Christenrates von Schweden, erinnerte an die bis heute anhaltende Bedeutung dieser Konferenz und besonders an das Vermächtnis des Erzbischofs Nathan Söderblom von Uppsala. 

„Er sprach darüber, dass der Heilige Geist eine Flamme in den Herzen all derjenigen entzündet hatte, die gekommen waren unabhängig davon, aus welchem Land sie stammten“, sagte Modeus. „Liebe bedeutet nicht, sich gegenseitig anzuschauen, sondern in die gleiche Richtung zu schauen. Wir als Christen und Christinnen sind aufgerufen, an der Seite Christi zu stehen, damit wir sehen können, was er sieht, sagen können, was er sagt, und tun können, was er tut.

Pastorin Karin Wiborn, Kirchenführerin in der Unionskirche von Schweden, stellte das Präsidium des Christenrates von Schweden vor, in dem 27 unterschiedliche Kirchen vertreten sind. „Wir haben geträumt und geredet und sind einen gemeinsamen Weg gegangen, um Sie hier zu empfangen, sagte sie.

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Seine Allheiligkeit, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus, sprach in seiner Homilie über „Zeit für Gottes Frieden“ und über die Entwicklungen und Erwartungen der ökumenischen Bewegung angesichts einer zerbrochenen Welt, die auf die religiösen Führungspersönlichkeiten schaut und von ihnen Versöhnung und Frieden erwartet.

„Wir schulden es unserer globalen Gemeinschaft, vereint im Glauben und im Handeln zu sein“, sagte der Ökumenische Patriarch. „Wir können in unserem Zeugnis nur glaubwürdig sein, wenn wir im Gebet um den Frieden Gottes bitten, der unser Verständnis und unsere Errungenschaften übersteigt.“

Der Ökumenische Patriarch stellte ebenfalls fest, dass das Ökumenischen Patriarchat immer fest und unerschütterlich zur Vision und Mission des Ökumenischen Rates der Kirchen gestanden habe.

„Heute können wir sehen, wie vor unseren Augen eine immer stärker polarisierte Welt entsteht“, sagte er. „Nie zuvor war es für nur eine Gruppe von Menschen möglich, gleichzeitig so viele Menschen zu vernichten.“

Und nie zuvor habe die Menschheit die Möglichkeit gehabt, so fügte der ökumenische Patriarch hinzu, so viele Umweltressourcen unserer Erde zu zerstören. „Als Christen und Christinnen, vereint in unserem Glauben und unserer Überzeugung, dass jetzt die Zeit für Gottes Frieden ist, haben wir die ethische Verpflichtung, Widerstand gegen den Krieg als politische und nationale Notwendigkeit zu leisten und stattdessen den Frieden als existenzielle und spirituelle Forderung zu unterstützen“, sagte er. „Die Bedrohung des Gewebes des menschlichen Lebens und das Überleben unserer natürlichen Umwelt machen aus dieser Verpflichtung eine über allem anderen stehende Priorität.“

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Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay, erinnerte in seiner Rede an diejenigen, die sich vor 100 Jahren in Stockholm versammelt hatten, und sprach sich für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung sowie für eine neue gesellschaftliche Ordnung aus.

„Die Konferenz hat die Bewegung für Praktisches Christentum ins Leben gerufen, mit der Kirchen den Versuch unternommen haben, sozialen, politischen und internationalen Herausforderungen zu begegnen. Sie war eine der wichtigsten ökumenischen Strömungen, die zur Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen im Jahre 1948 geführt hat“, sagte Pillay.  „Der jüngste Delegierte auf der Stockholmer Konferenz war Willem Visser ’t Hooft, der 1948 der erste ÖRK-Generalsekretär wurde.

Die Beteiligung der Orthodoxen in Stockholm, so Pillay, sei vor 100 Jahren so bedeutend gewesen wie heute.

„100 Jahre nach der Stockholmer Konferenz ist das Zeugnis der ökumenischen Bewegung für Einheit inmitten der Spaltung erneut ein dringender Aufruf in einer Welt, die auf einem sich beschleunigenden Weg der Fragmentierung, der Konfrontation und des Konflikts ist und sich von den Zielen Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden abwendet“, sagte er. 

Homilie Seiner Allheiligkeit, des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus, während der ökumenischen Feier in der Filadelfiakyrka  (in englischer Sprache)

Rede des ÖRK-Generalsekretärs während der ökumenischen Feier in der Filadelfiakyrka (in englischer Sprache)

Fotogalerie: Die Ökumenische Woche in Stockholm 2025

„Zur Verwandlung aufgerufen“ – Gespräch über die prophetische Rolle von Diakonie (ÖRK-Pressemitteilung, 22 August 2025)

ÖRK-Veröffentlichung: Praktisches Christentum digital (ÖRK-Pressemitteilung, 21. August 2025) (in englischer Sprache)

Nach der Konsultation zum praktischen Christentum werden Forderungen nach moralischer Führung und tieferer Einheit laut (ÖRK-Interview, 21 August 2025) (in englischer Sprache)

„Geist des praktischen Christentums für eine ökumenische Erneuerung erwecken” (ÖRK-Pressemitteilung, 18. August 2025) (in englischer Sprache)

Zur Jubiläumsfeier der 1. Weltkirchenkonferenz versammeln sich Kirchen aus aller Welt in Stockholm (ÖRK-Pressemitteilung, 15. August 2025)