Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) wurde im Gottesdienst durch Bischöfin Ingeborg Midttømme vertreten, ein Mitglied des ÖRK-Zentral- und Exekutivausschusses.
Die Leitung des Gottesdienstes übernahmen Erzbischof Dr. Martin Modéus und Dekanin Matilda Helg.
Seine Allheiligkeit, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus, leitete während des Gottesdienstes das Glaubensbekenntnis von Nizäa in griechischer Sprache – so wie bereits 1925 der Patriarch von Alexandria während des Gottesdienstes in der Kathedrale.
Bischöfin Ingeborg Midttømme, von der Kirche von Norwegen, zusammen mit anderen Kirchenverantwortlichen verschiedener Konfessionen präsentieren einen ökumenischen Appell zum Thema „Zeit für Gottes Frieden“ während eines ökumenischen Gottesdienstes im Dom von Uppsala.
In dem vorgetragenen ökumenischen Appell, wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass die Kirchenverantwortlichen sich in einer Zeit versammeln, in der Gottes Frieden dringend nötig ist. „Ein Frieden, der nicht einfach durch die Abwesenheit von Krieg entsteht, sondern durch Gerechtigkeit und Versöhnung ausgemacht wird“, heißt es im Appell. „Heute ruft uns Gott auf, als Kirchen, als Geschwister im Glauben, als Mitmenschen Gottes Frieden in die Welt zu tragen.“
Dieser Appell ermahnte die Anwesenden, dass die Mission der Kirche nicht für unser Wohl, sondern für das Wohl der Welt sei.
„Wir, die wir verschiedene Konfessionen und Sprachen, unterschiedliches Umfeld und Ausdruck mit uns bringen, sind hier gleichwohl geeint in Christus“, heißt es im Appell. „Unsere Einheit bedeutet nicht Einförmigkeit, sondern eine versöhnte Vielfältigkeit, die Gottes schöpferische Liebe widerspiegelt.“
Seine Allheiligkeit, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus, vom Ökumenischen Patriarchat (links), Pastor Stephen Cottrell, Erzbischof von York (rechts) und Erzbischof Dr. Martin Modéus, von der Kirche von Schweden, (dahinter) verlassen das Gotteshaus in einer Prozession zum Abschluss des ökumenischen Gottesdienstes im Dom von Uppsala.
Im Appell wurde auch die gemeinsame Verantwortung für die Friedensstiftung hervorgehoben.
„Das Streben nach Frieden und die Chance auf Versöhnung sind ein Grundstein des gemeinsamen Zeugnisses der Kirchen“, heißt es im Appell. „Wir ermutigen uns, gegen Gewalt einzustehen, den Dialog zwischen Religionen und Kulturen zu fördern und jenen, die nicht erhört werden, Gehör zu verschaffen."
Im Appell wurde betont, dass Gottes Frieden nicht passiv ist. „Er ist aktiv. Er strebt nach Gerechtigkeit. Er baut Brücken. Er heilt Wunden und schafft Raum für Versöhnung“, heißt es im Appell. „Daher müssen wir unsere Stimme erheben, wenn Menschen vertrieben werden, wenn Hass aufkommt, wenn der von Menschen verursachte Klimawandel die Zukunft des Lebens bedroht.“
Viele der Kirchen, deren Delegierte 1925 als Gast zugegen waren, haben mittlerweile in Schweden Fuß gefasst.
1925 war das Motto der Stockholmer Konferenz und des Gottesdienstes in Uppsala die Einheit der Kirche für das Wohl der Welt. Das Treffen war Teil der Bestrebung, nach dem Ersten Weltkrieg – einer Zeit, in der die Kirchen ihre Mission mit der Moderne, der Industrialisierung und neuer gesellschaftlicher Normen zu vereinbaren suchten – Frieden und Verständigung zu fördern.
Fotogalerie: Ökumenische Woche in Stockholm 2025
Video: Ökumenischer Gottesdienst im Dom von Uppsala (in mehreren Sprachen)
Predigt von Erzbischof Dr. Martin Modéus von der Kirche von Schweden (in schwedischer Sprache)
Friedensfest: Höhepunkt der Ökumenischen Woche in Stockholm (ÖRK-Featureartikel, 24. August 2025, in englischer Sprache)
Würdigung von Erzbischof Söderblom zum 100-jährigen Jubiläum der Stockholmer Konferenz 1925(ÖRK-Pressemitteilung, 24. August 2025)
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„Zur Verwandlung aufgerufen“: Dialog beschäftigt sich mit der prophetischen Rolle der Diakonie(ÖRK-Pressemitteilung, 22. August 2025)
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