Die Tagung des Zentralausschusses war mehr als eine bloße Geschäftskonferenz – sie war von Gebeten erfüllt. Es gab täglich eine Morgenandacht sowie Gebete in den Ausschüssen, während schwierigen Momenten und beim Vernehmen von traurigen oder schlimmen Nachrichten aus aller Welt, vor Mahlzeiten und während Vesperandachten.
Stimmen aus lokalen Kirchen, Traditionen und Konfessionen bereicherten das spirituelle Leben der Versammlung.
Am 22. Juni nahmen Mitglieder des Zentralausschusses, Stewards sowie ökumenische Partner und Freunde an vielen verschiedenen Gottesdiensten in lokalen Kirchen teil. Zahlreiche Mitglieder des Zentralausschusses wurden eingeladen, zu sprechen oder eine Predigt zu halten.
Einige Stewards sprachen über ihre Erlebnisse. In ihren Beschreibungen macht sich die Quintessenz des spirituellen Lebens bemerkbar.
24. Juni 2025, Johannesburg, Südafrika: Bupe Kibiki, von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania und Steward bei der Tagung des Zentralausschusses, liest ein Gebet während der Schlussandacht an der Tagung des ÖRK-Zentralausschusses, die vom 18. bis 24. Juni 2025 in Johannesburg (Südafrika) unter dem Motto „Pilgerweg der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Einheit“ stattfand.
Bupe Henry Kibiki, von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania und Steward, nahm zum ersten Mal an einem Sonntagsgottesdienst in einer presbyterianischen Kirche teil. „Die Kirche wurde 1965 von Missionaren gebaut und 2005 erweitert. Ihre Mission ist es, im Geist zu wachsen und frei von Diskriminierung zu dienen“, sagte sie. „Es war neu für mich, dass Geistliche kein Gewand trugen.“
Im Gottesdienst wurden Lieder auf Zulu, Xhosa, Sotho und Englisch gesungen. „Neu war auch, dass sie bei jedem Sonntagsgottesdienst nach dem Gebet die Nationalhymne singen“, erläuterte sie. „Der Geist der Ökumene war wirklich spürbar, auch wenn ich aus einer anderen Konfession und einem anderen Land bin.“
Peter Ndi, von der Presbyterianischen Kirche in Kamerun und Steward beim Zentralausschuss, besuchte die Presbyterianischen Kirche in Kamerun in der Bramley Congregation in Johannesburg.
„Ein großer Unterschied zu den Gottesdiensten in Kamerun ist die lange Lobpreisung, die für eine sehr freudige und ausdrucksvolle Stimmung sorgte“, sagte er. „Die Liturgie und Lehre stimmten mit denen bei der Presbyterianischen Kirche in Kamerun überein, doch die kulturellen Nuancen beim Gottesdienst bereicherten das Gefühl der Einheit in der Vielfalt.“
Der Vorsitz der Gemeinde war hocherfreut über die Anwesenheit der Stewards und ermutigte die jungen Menschen vor Ort ihrem Beispiel zu folgen und an globalen Kirchenveranstaltungen teilzunehmen. Das Miterleben solcher Ereignisse würde das spirituelle Wachstum nähren und das Verständnis über das globale Zeugnis der Kirche vertiefen.
„Dieses Erlebnis rief mir die enge Zusammengehörigkeit des Leibs Christi in Erinnerung“, sagte Ndi. „Ich war zwar weit weg von zu Hause, doch ich fühlte denselben Geist der Gemeinschaft, Ehrfurcht und Mission, der uns als eine Kirche verbindet.“
Ökumenischer Gottesdienst am nationalen Gebetstag für Heilung und Versöhnung in der Grace Bible Church in Soweto am 22. Juni 2025, organisiert vom Südafrikanischen Kirchenrat unter dem Motto „Sich der Vergangenheit stellen: Aufbau einer versöhnten Gesellschaft für Erneuerung und Würde“. Die Andacht wird besucht von Führungspersonen des Ökumenischen Rates der Kirchen, die an der Tagung des ÖRK-Zentralausschusses teilnahmen, der vom 18.–24. Juni 2025 in Johannesburg stattfand.
Chiyamiko Chibwana, von der Anglikanischen Kirche in Sambia und Steward, nahm an einem Gottesdienst in NG Gemeente Impalapark teil. Das Thema war „Transformative Begleitung“ und bezog sich auf Lukas 24,13–31. Pastor Brian Muyunga von der Kirche von Uganda und Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses, leitete den Gottesdienst.
„Es war herzerwärmend in einer holländischen reformierten Kirche zu sein. Alle waren sehr freundlich und aufmerksam“, sagte Chibwana. „Während des Gottesdienstes standen Decken zur Verfügung und ich hatte sogar die Gelegenheit, über das Werk des ÖRK zu sprechen, was sehr gut ankam. Ich war zwar die einzige schwarze Person auf der Kirchenbank, fühlte ich mich willkommen. Die Lehren war vertraut und ich werde gerne erneut hierherkommen, um mehr zu erfahren und Geschichten auszutauschen.“
Eine Gemeinschaft gläubiger Menschen
Pastorin Dr. Kuzipa Nalwamba, ÖRK-Programmdirektorin für Einheit, Mission und ökumenische Ausbildung, predigte in der Phillip Eugene United Congregational Church von Südafrika zum Thema „Auf dass die Welt glaube“.
Sie bemerkte, dass wahre Religion, wahre Einheit durch Akte der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Demut gelebt werde. „Das sind keine Optionen, das sind Pflichten“, sagte sie. „Die Einheit der Kirche soll der Welt ein Zeichen von Gottes versöhnender Liebe sein.“
21. Juni 2025, Johannesburg, Südafrika: Pastor Dr. Maura Batista De Souza von der Evangelischen Kirche L.B. in Brasilien während einer Morgenandacht an der Tagung des ÖRK-Zentralausschusses, die vom 18. bis 24. Juni 2025 in Johannesburg (Südafrika) unter dem Motto „Pilgerweg der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Einheit“ stattfand.
Nalwamba sprach über die Art der Gemeinde, die wir sein sollen.
„Als ÖRK sind wir nicht nur ein Netzwerk verschiedener Institutionen, wir sind eine Gemeinschaft gläubiger Menschen, ein Zeichen von Gottes Traum für die Welt“, sagte sie.
Das ökumenische Werk kann nicht von den Hilfeschreien der Erde und der Armen getrennt werden“, fügte sie hinzu. „Wenn unsere Einheit sich nicht mit Rassismus auseinandersetzt, ist sie nicht gläubig. Wenn wir die Hilfeschreie der Schöpfung ignorieren, ist sie nicht nachhaltig. Wenn wir die Stimmen junger Menschen zum Verstummen bringen, ist sie nicht gerecht.“
Das bedeute, sich mit allen, die Gerechtigkeit suchen, zusammenzuschließen.
„Kirchen sollen nicht homogen sein, sondern eine Gemeinschaft – Einheit in der Vielfalt, mit Christus im Mittelpunkt und in die Welt geschickt“, sagte Nalwamba. „Unser Zusammensein sollte so radikal, so voller Liebe, so aufrichtig sein, dass die Welt Christus erkennt.“
24. Juni 2025, Johannesburg, Südafrika: Pastor Dr. Gustav Fredrich Claassen, von der Holländischen Reformierten Kirche, während einer von der Holländischen Reformierten Kirche geleiteten Morgenandacht an der Tagung des ÖRK-Zentralausschusses geleitet wurde, die vom 18. bis 24. Juni 2025 in Johannesburg (Südafrika) unter dem Motto „Pilgerweg der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Einheit“ stattfand.
Pastor Dr. Gustav Classen, von der Holländischen Reformierten Kirche und Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses sowie örtlicher Koordinator der Tagung, sprach darüber, dass das spirituelle Leben der Tagung im Grunde ein Zeichen der Hoffnung sei.
„Wenn Herzen aus zahlreichen Traditionen zusammen Gottes Wille erhören, erklingt der Geist nicht in einer Stimme, sondern in einer heiligen Harmonie – eine heilige Einsicht, geprägt durch Einheit, Demut und Hoffnung“, sagte er.
Pastor Dr. Mikie Roberts, ÖRK-Programmreferent für das spirituelle Leben war für die Koordination des spirituellen Leben während der Tagung des ÖRK-Zentralausschusses zuständig.
ÖRK-Zentralausschuss, Juni 2025
n (ÖRK-Pressemitteilung, 25. Juni 2025;)
Vorsitzender des ÖRK-Zentralausschusses: „Wir werden unseren Pilgerweg fortsetzen, beten und Gerechtigkeit üben“ (ÖRK-Pressemitteilung, 18. Juni 2025)
ÖRK-Generalsekretär: Trotz vieler Kämpfe in der Welt Mut zur Hoffnung haben (ÖRK-Pressemitteilung, 18. Juni 2025)