„Ein gerechtes Leben miteinander zu leben – das ist es, wozu gläubige Menschen aufgerufen sind. Es stellt uns vor eine große Herausforderung, dass die Klimakrise nicht vornehmlich jene trifft, die sie verursachen, sondern andere. Menschen zerstören in einer Region die Umwelt und genießen gleichzeitig in einer anderen Region ihren Erfolg. Das ist eine Art Kolonialismus“, sagte Pastor Dr. Kenneth Mtata, ÖRK-Programmdirektor für Leben, Gerechtigkeit und Frieden. 

Als gebürtiger Simbabwer kennt er die Umweltschäden, welche die Bergbauindustrie in seiner Heimat verursacht, aus erster Hand. 

„Was unausgesprochen im Raum steht, ist die wirtschaftliche Ausgangsthese, dass konstantes Wachstum um jeden Preis aufrechterhalten werden muss. Wir müssen unser Konsumverhalten ändern“, sagte Mtata abschließend. 

Julia Rensberg, vom Volk der Samen, sprach über ihre Bedenken darüber, wie sich der Klimawandel auf die Rentierzucht in Lappland auswirkt, denn dort gingen das Weideland zurück. 

„Wir Samen leben im Einklang mit der Natur und nun müssen wir miterleben, wie unsere Lebensweise bedroht wird“, sagte sie. 

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View of a woman speaking to a room full of people.

Julia Rensberg spricht während des Seminars. Links ist Pastor Dr. Kenneth Mtata und rechts Pastor Henrik Grape. 

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Sie setzt sich engagiert für indigene Themen sowie Klimagerechtigkeit ein und ist außerdem ein Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses und der ÖRK-Kommission für Klimagerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung. 

Ähnliche Bedenken wie sie hatte ein junger philippinischer Teilnehmer im Publikum – in seinem Land sei die Lebensweise auf vielen Inseln durch den steigenden Meeresspiegel bedroht. 

Der ÖRK-Zentralausschuss eröffnete im Juni offiziell die Ökumenische Dekade für Klimagerechtigkeit des ÖRK. Seit vielen Jahrzehnten setzt sich der ÖRK bereits für Klimagerechtigkeit ein. Unter anderem engagiert er sich bei UN-Klimaverhandlungen, begleitet die Zeit der Schöpfung mit Gebeten und Liturgien und beschäftigt sich mit theologischen Betrachtungen zur Umweltgerechtigkeit.

Pastor Henrik Grave, ein langjähriger leitender Berater für Bewahrung der Schöpfung, Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit, übernahm im Seminar die Rolle des Moderators und bemerkte, dass 10 % der Weltbevölkerung für 50 % der Treibhausgase verantwortlich sei.

Fotogalerie: Ökumenische Woche in Stockholm 2025