Gemeinsam mit einer Delegation aus der Republik Sudan traf sich Idris diese Woche während seines Besuchs in Genf auch mit Vertretenden der Vereinten Nationen.
Pillay hieß den Premierminister und seine Delegation willkommen und betonte: „In diesen schwierigen Zeiten vieler globaler Krisen ist es unerlässlich, dass sich Menschen guten Willens gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden, Versöhnung und Einheit aller Menschen und der ganzen Schöpfung einsetzen.“
Pillay stellte die Arbeit des ÖRK für den Frieden in vielen Teilen der Welt vor, unter anderem im Nahen Osten, in Kolumbien und in mehreren afrikanischen Kontexten.
Zur sudanesischen Delegation gehörten S.E. Botschafter Hassan Hamid Hassan, Ständiger Vertreter von Sudan in Genf, S.E. Nazar Abdalla, Direktor des Premierministeramtes, S.E. Botschafter Baderldin Ali Mohamed Elguaifri, Berater des Premierministers, Nasreldin Hamad Adam Eltayeb, Berater der Ständigen Vertretung von Sudan in Genf, Omar Shareef Hamad Eisa, Erster Sekretär der Ständigen Vertretung von Sudan in Genf, und Nafisa Hussein, Zweite Sekretärin der Ständigen Vertretung von Sudan in Genf.
Der ÖRK-Generalsekretär wurde begleitet von Pastor Dr. Kenneth Mtata, ÖRK-Programmdirektor für Leben, Gerechtigkeit und Frieden, Peter Prove, Direktor der Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten des ÖRK; Carla Khijoyan, ÖRK-Programmreferentin für die Friedensarbeit im Nahen Osten, und Marianne Ejdersten, Direktorin für Kommunikation des ÖRK.
Die Situation im Sudan steht seit über fünf Jahrzehnten auf der ökumenischen Agenda. Der Ursprung des Konflikts liegt in der Geschichte von Sklaverei und Kolonialismus und reicht bis ins Jahr 1956 zurück, als das Land die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte. Nach fast vier Jahren eines brutalen und zerstörerischen Konflikts zwischen der sudanesischen Armee und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) ist die Situation heute die weltweit schlimmste humanitäre Katastrophe.
Die Zahl der Binnenvertriebenen in Sudan wird auf 9,2 Millionen Menschen geschätzt, vor allem in der Region Darfur, während seit dem Ausbruch des Konflikts im April 2023 4,3 Millionen Menschen in Nachbarländer geflohen sind.
Der Premierminister der Republik Sudan, Professor Kamil Idriss, besuchte zusammen mit einer Delegation aus der Republik Sudan am 5. Februar 2026 den Ökumenischen Rat der Kirchen und traf sich dort mit dem Generalsekretär des ÖRK, Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay.
Im Rahmen des Besuchs stellte Premierminister Idris die von seiner Regierung vorgeschlagene Friedensinitiative vor und lud den ÖRK-Generalsekretär ein, an der ersten Konsultation in diesem Prozess teilzunehmen, die in der ersten Jahreshälfte 2026 stattfinden soll. „Die sudanesische Regierung beruft inklusive internationale und nationale Konferenzen ein, um in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, internationalen und regionalen Organisationen, Geldgebern sowie Partnerstaaten und befreundeten Ländern gemeinschaftlichen Frieden, Versöhnung und nationale Heilung wiederherzustellen und dadurch die Auswirkungen des Krieges anzugehen, das Sozialgefüge zu verbessern und ein gesundes gesellschaftliches Umfeld zu schaffen“, sagte er.
Idris fügte hinzu: „Als Folge des Krieges, der von den Rebellenmilizen in eklatanter Verletzung aller internationalen Gesetze und Normen geführt wird, befindet sich Sudan in einer existenziellen Krise. Dies hat zu einer beispiellosen humanitären Katastrophe geführt und die regionale und internationale Stabilität untergraben.“
Weiter betonte Idris: „Die Friedensinitiative hat zum Ziel, in einer Übergangsphase einen sudanesisch-sudanesischen Dialog einzuleiten, damit sich die politischen Kräfte einigen können, wie der Staat regiert und verwaltet werden soll. Darauf sollen freie und faire Wahlen unter internationaler Aufsicht folgen, um die Anforderungen eines umfassenden demokratischen Wandels zu erfüllen.“ Idris fügte hinzu, dass der ÖRK bei der Förderung religiöser Toleranz und der Schaffung von Beziehungen in Sudan eine entscheidende Rolle spielen könne.
Der ÖRK gab einen Überblick über seine ökumenischen Friedensinitiativen in Sudan und Südsudan in den letzten Jahren und verwies dabei insbesondere auf den Besuch einer ökumenischen Delegation in Sudan vom 18. bis 22. April 2024, zu welchem auch Begegnungen mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten gehörten.
Mtata sagte: „Der gemeinsame ökumenische Solidaritätsbesuch zeugte von einem kollektiven Engagement, in dieser Zeit der Not an der Seite der Kirchen und der Menschen in Sudan zu stehen und sie bei ihren Bemühungen um Frieden, Heilung und Versöhnung sowohl spirituell als auch moralisch zu unterstützen.“
Pillay betonte die Bedeutung, die Bemühungen zur Erreichung des Friedens fortzusetzen und für das Gemeinwohl zusammenzuarbeiten. „Als gläubige Menschen sind wir aufgerufen, solidarisch füreinander für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten, einander im Gebet zu unterstützen und allen Menschen zu helfen, die sozial und wirtschaftlich benachteiligt sind, die vertrieben wurden oder aufgrund von Krisen und Katastrophen ihre Lebensgrundlage verloren haben.“
Er schloss das Treffen mit von christlichen und muslimischen Gläubigen gemeinsam getragenen Gebeten und sagte: „Der ÖRK bekundet seine Solidarität, Unterstützung und Gebete für alle Kirchen und Menschen in Sudan und Südsudan, während sie sich bemühen, ihren wichtigen Dienst für Gerechtigkeit, Versöhnung, Einheit sowie Menschenwürde und -rechte zu erfüllen. Wir beten, dass Sie die Gegenwart und Liebe Gottes trotz dieser Herausforderungen erfahren können.“
Fotogalerie: Besuch des Premierministers der Republik Sudan beim ÖRK
Der sudanesische Premierminister Kamil Idris begleitet von einer Delegation aus der Republik Sudan traf sich am 5. Februar 2026 mit dem Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay, und weiteren ÖRK-Mitarbeitenden.